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Droh-Mail: Absender unbekannt

Staatsschutz ermittelte Droh-Mail: Absender unbekannt

Der kriminelle Schmierfink kommt ungestraft davon: Selbst Experten für Cyber-Crime kommen dem Urheber eines anonymen Schreibens an die Stadt Bad Segeberg nicht auf die Spur. Schuld daran ist das Computersystem im Rathaus. Bürgermeister Dieter Schönfeld verspricht umgehende Nachbesserung.

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Bürgermeister Dieter Schönfeld verspricht umgehende Nachbesserung im Computersystem der Stadt Bad Segeberg.

Quelle: Archiv

Bad Segeberg. Ende April war unmittelbar vor einer Stadtvertretersitzung eine E-Mail mit drohendem und volksverhetzendem Inhalt (siehe unten) bei der Stadt eingegangen. Der Schreiber wollte verhindern, dass am Bienenhof ein weiteres Flüchtlingsheim gebaut wird – was die Kommunalpolitiker aber gar nicht vorhatten. Sie beschlossen die Errichtung eines herkömmlichen Wohngebäudes. Um vor der Entscheidung niemanden zu verunsichern, las stellvertretender Bürgermeister Thomas Vorbeck die Hetzschrift erst hinterher vor.

 Die Hoffnung des Rathaus-Personals und der örtlichen Polizei, den Täter schnell ermitteln und stellen zu können, hat sich nicht erfüllt – und das, obwohl Computerfachleute der Polizei auf Landesebene herangezogen wurden. Das Problem sei das Kontaktformular, das die Stadt auf ihrer Internetseite www.bad-segeberg.de anbietet, erklärt Birte Hansen. Sie ist Kommissariatsleiterin in der Bezirkskriminalinspektion in Kiel und für den Staatsschutz zuständig. „In das Formular kann jeder etwas eintragen, ohne dass er eine IP-Adresse hinterlässt.“

 Diese Zahlenkennung identifiziert normalerweise den jeweiligen Computer und dessen Standort eindeutig. Birte Hansen: „In diesem Fall ist nichts zurück verfolgbar. Wir haben da leider keine Möglichkeiten der Aufklärung. Da war keine Spur, die wir auslesen können.“

 Erwischt hätten die Kieler den Unbekannten schon sehr gern. Schließlich sei der Inhalt des Schreibens sehr brisant gewesen, gibt Birte Hansen zu bedenken. „Das hat eine politische Dimension.“ Bei Taten, in denen die Flüchtlingspolitik eine Rolle spielt, werde automatisch der Staatsschutz eingeschaltet.

 Nun ist die Stadt Bad Segeberg gefordert. Sie muss ihre Website so umbauen, dass derlei Attacken unmöglich sind. „Ziel muss es sein, dass man sich vor anonymen Drohgeschichten und anderen Sabotageakten schützt“, sagt Bürgermeister Schönfeld. Dienstleister Dataport habe einen wirksamen Virenschutz installiert, aber hier sei man machtlos. „Es kann aber nicht sein, dass man über das Kontaktformular die dollsten Dinger loslassen kann!“

 Der Umbau soll zügig erfolgen. Erste Schritte, damit sich so etwas nicht wiederholen kann, seien bereits unternommen. Sollte noch einmal jemand solch ein Schreiben absetzen, dürfte er innerhalb kürzester Zeit uniformierten Besuch bekommen. Schönfeld: „Da müssen wir aufrüsten – deutlich aufrüsten.“

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