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Viel Lob für Runden Tisch

Flüchtlingshilfe in Boostedt Viel Lob für Runden Tisch

„Ich möchte Sie am liebsten alle mitnehmen, damit sie den anderen erzählen können, was sie hier alles schon miteinander für die Flüchtlinge geleistet haben.“ Die Staatssekretärin des schleswig-holsteinischen Innenministeriums, Manuela Söller-Winkler, war beeindruckt.

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Die Innen-Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler zeigte sich sehr beeindruckt von der guten Zusammenarbeit und dem vielfältigen Engagement aller Beteiligten des Runden Tisches.

Quelle: Patricia König

Boostedt. Zum Runden Tisch in Boostedt waren Vertreter aller an der Asylbewerberbetreuung beteiligten Verbände und Institutionen im Hof Lübbe zusammengekommen. „Das habe ich nach der Einwohnerversammlung im letzten Jahr nicht für möglich gehalten“, so die Staatssekretärin. Damals war bekannt geworden, dass die Rantzau-Kaserne in Teilen zu einer Erstaufnahmestelle für bis zu 500 Flüchtlinge umfunktioniert wird. Die Stimmung in der Einwohnerversammlung war zwiegespalten.

 Am Runden Tisch unter Vorsitz von Bürgermeister Hartmut König stellten die Vertreter der verschiedenen Boostedter Gruppierungen den rund 60 interessierten Gästen vor, was sie schon alles auf die Beine gestellt haben – und was sie noch vorhaben: „Aus dem kleinen Netzwerk ist ein großes geworden“, betonte König stolz. Um die Flüchtlinge in der Zentralunterkunft des Landes kümmern sich der Verein „Willkommen in Boostedt“ (WiBo), die kirchliche Gruppe Flüchtlingspatenschaften, der SV Boostedt, der Sozialverband, die Grund- und Gemeinschaftsschule Boostedt, die DRK-Kleiderkammer, das DRK-Betreuungsteam und die Landesanstalt für Ausländerfragen.

 Die Aktivitäten der zum größten Teil ehrenamtlichen Helfer des neu gegründeten Runden Tisches sind vielfältig. Der Sozialverband und der Sportverein bieten den Flüchtlingen auf dem Sportplatz regelmäßig Fußball und Boule an. Trotz vieler Spenden, fehle es aber vor allem an Sportschuhen für die Männer, berichten Vertreter des SV Boostedt.

 Die 25 Mitarbeiter des Vereins WiBo geben unter anderem jeden Tag vier Gruppen à 20 Asylbewerbern Unterricht in der deutschen Sprache. „Dafür suchen wir noch Freiwillige“, erklärte Susanne Becker, eine der ehrenamtlichen Lehrerinnen . Der Verein plane eine zusätzliche Nachmittagsbetreuung der Kinder, damit auch Mütter zum Deutschunterricht gehen könnten, schilderte der Vereinsvorsitzende Franz Strompen. Auch sei in Kooperation mit der Polizei eine Einweisung der Flüchtlinge in die Grundregeln des Fahrradfahrens geplant.

 Das „Café Welcome“ der Flüchtlingspatenschaften im evangelischen Gemeindehaus erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit. Dort sind regelmäßig um die 80 Flüchtlinge alle 14 Tage zu Gast und erhalten nach Kaffee und selbstgebackenem Kuchen Unterrichtseinheiten in Deutsch. „Wir überlegen, ob wir auch ein Frauencafé anbieten“, erklärte Welcome-Sprecher Hartmut David. Denn oft würden die Frauen den Männern den Vorzug geben und nicht mit ins Café kommen.

 Die DRK-Kleiderkammer hat ihre Öffnungszeiten erhöht und versorgt die Bewohner mit Kleidung, Schuhen und anderen Utensilien. Anita Mehrens, die die Kleiderkammer seit 1996 leitet, bedankte sich für die vielen guten Spenden der Boostedter. Sie hofft, dass die Spendenbereitschaft nicht aufhört.

 Dagmar Drummen, Leiterin der örtlichen Schule, war voll des Lobes für ihre Schüler. Die hätten sich in vielen Projekten, wie Koch- und Malaktionen und Besuchen bei den Flüchtlingen, engagiert. Auch im neuen Schuljahr soll es damit weitergehen.

 Holger König von der Landesanstalt für Ausländerfragen und Maria von Gischinski vom DRK-Betreunungsteam zeigten sich „mehr als zufrieden“ über die gute Zusammenarbeit mit den über 150 ehrenamtlichen Helfern und dem Engagement der Schüler. Die Stimmung sei deswegen besonders gut unter den Bewohnern. „Diese fühlen sich aufgenommen und herzlichst begrüßt“, bestätigte Gischinski.

 Sorge und viel Mühe bereitet dem Runden Tisch die momentan sehr kurze Verweildauer der Flüchtlinge von nur zwei Wochen in der ehemaligen Rantzau-Kaserne. Sie werden hier nur vorübergehend untergebracht, bis sie auf die Gemeinden verteilt werden. Es sei weder genug Zeit, einen guten Kontakt zu den ankommenden Menschen dort aufzubauen, noch einen effektiven Deutschunterricht zu leisten, so die einmütige Meinung.

 Neben der Staatssekretärin waren auch die Gäste aus Lübeck und Eggebek beeindruckt von der wohlwollenden Haltung der Boostedter gegenüber den Flüchtlingen und der Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfseinrichtungen. „Davon können wir nur lernen, ihr seid ein Vorbild für ganz Schleswig-Holstein“, sagte Jennifer Heinrich, eine Vertreterin der Gruppe „Willkommenskultur in Lübeck“. Auch die vier angereisten Interessierten aus Eggebek bedankten sich für die wichtigen Informationen und Beispiele. In Eggebek (Kreis Schleswig-Flensburg) sollen demnächst mehrere hundert Flüchtlinge auf einem Flugplatzgelände untergebracht werden.

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