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Zu oft steht alles still

Bad Bramstedt Zu oft steht alles still

Autofahrer wurden in diesem Jahr in Bad Bramstedt auf harte Geduldsproben gestellt. Dreimal war die Durchfahrt durch die Innenstadt komplett gesperrt. Die Ausweichstrecke über Landweg, König-Christian-Straße und Lohstücker Weg war dann völlig überlastet. Aber auch in normalen Zeiten gibt es Verkehrsprobleme, die möglicherweise zu vermeiden sind.

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Wenn die AKN kommt, steht der Verkehr im Landweg. Auch Autofahrer die vor dem Bahnübergang nach rechts abbiegen wollen, müssen an der roten Ampel warten. Seit über 20 Jahren besteht dieses Ärgernis.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Im kommenden Jahr will die Stadt einen erneuten Anlauf starten, die Lage zu entschärfen.

 „Bis zum Lidl-Kreisel stand alles still“, hat Jürgen Friedrichs am vergangenen Freitag beobachtet. Der Kirchenbleeck war wegen des Weihnachtsmarktes gesperrt, der Verkehr quälte sich durch Hamburger Straße, Lohstücker Weg, König-Christian-Straße und Landweg. „Da ging es schneller, vom Bissenmoor aus über Weddelbrook zu fahren“, sagte das CDU-Fraktionsmitglied am Montagabend im Bauausschuss.

 Obwohl Bad Bramstedt seit nunmehr vier Jahren eine Umgehungsstraße hat, werden die Klagen über den Verkehr immer lauter- und das nicht nur, wenn mal wieder die Innenstadt gesperrt ist. Mancher Stau ist möglicherweise hausgemacht, weil die Ampelschaltzeiten nicht optimal sind, an der Ortsumgehung Hinweisschilder fehlen, mit denen der Verkehr aus der Stadt gehalten werden könnte, und im Landweg seit 20 Jahren eine Rechtsabbiegespur fehlt, die die Autoschlangen vor den geschlossenen Bahnschranken verhindern könnte.

 Nun soll noch einmal alles auf den Prüfstand. „Im Frühjahr wollen wir den Verkehr erneut zählen lassen“, sagte Bauamtsleiter Udo Reinbacher. „Wir müssen Fakten haben und nicht nur nach dem Bauchgefühl handeln.“ Er verspricht sich Aufschluss darüber, wo welche Verkehrsströme fließen.

 Beispiel Famila-Kreuzung: Autofahrer, die aus Richtung Hamburger Straße kommen und nach links in die König-Christian-Straße abbiegen wollen, haben nur kurz Grün. Die Geradeaus-Richtung zur Ortsumgehung hat dagegen viel länger freie Fahrt. Die Verkehrsplaner waren bei der Programmierung der Ampeln davon ausgegangen, dass der Hauptverkehrsstrom zur Ortsumgehung fließen wird, aber ist dem wirklich so? Wer die Kreuzung beobachtet, kann leicht einen anderen Eindruck gewinnen.

 Beispiel Landweg: Der AKN-Übergang ist ein besonders neuralgischer Punkt. Die König-Christian-Straße war vor gut 20 Jahren als sogenannte zweite Auenquerung gebaut worden, um den Bleeck zu entlasten. Es wurde damals aber versäumt, eine Rechtsabbiegespur im Landweg zu bauen. Folge: Wenn die Bahnschranken unten sind, staut sich der Verkehr zurück bis zur Kieler Straße. Wenn dann auch noch Bleeck oder Kirchenbleeck gesperrt sind, stehen die Autos bis auf die Kirchenkreuzung. Nötig ist das nicht. Vermutlich wollen die meisten Autofahrer vor dem Bahnübergang nach rechts in die König-Christian-Straße abbiegen, müssen aber unsinnigerweise vor der roten Ampel halten.

 Dass es in den letzten zwei Dekaden nicht gelungen ist, hier eine Abbiegespur mit Pfeilampel zu schaffen, liegt an den Zuständigkeiten der Behörden. Landweg und Bimöhler Straße sind eine Kreisstraße, die König-Christian-Straße eine Gemeindestraße. Weder Kreis noch Stadt wollen die Spur bezahlen, sie schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Mit Verlegung von Bordstein und Kanalisation können nämlich schnell einige Hunderttausend Euro zusammenkommen.

 Nun bahnt sich eine Lösung an. Die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) plant bereits den dritten Erschließungsabschnitt für das Baugebiet südlich der Bimöhler Straße. Wenn es bezogen ist, wird das Verkehrsaufkommen in Landweg und Bimöhler Straße weiter steigen. Reinbacher will nun mit der LEG vertraglich regeln, dass sie die Kosten für die Abbiegespur übernimmt. Solche Verträge hatte es in der Vergangenheit schon mehrfach in Bad Bramstedt gegeben. Der Verkehrskreisel auf der B4 bei den Angelteichen hatte die Wohnpark-Bissenmoor-Gesellschaft vor 15 Jahren bezahlt; der Kreisel in der Hamburger Straße ging zu Lasten von Lidl, als der Discounter auf die Ostseite der Straße zog.

 Der Bauausschuss drängte zur Eile. Jonas Schröder-Doms (SPD) sagte: „Die Rechtsabbiegespur ist vorrangig.“ Auch der Ausschussvorsitzende Volker Wrage (CDU) stellte klar: „Das müssen wir im nächsten Jahr anpacken.“

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