8 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Bebensee bundesweit am besten

Stadtradel-Wettbewerb Bebensee bundesweit am besten

Das kommt einer Sensation gleich: Die eifrigsten Freizeitradler in Deutschland sind die Bebenseer aus dem Kreis Segeberg. Beim bundesweiten Klimaschutz-Wettbewerb Stadtradeln liegen sie kurz vor Schluss der Aktion Ende September unter rund 500 Kommunen auf Platz eins.

Voriger Artikel
Umzugstrubel statt Unterricht
Nächster Artikel
Bad Segeberg: Hüttengaudi beim Oktoberfest

Die Bebenseer radelten deutschlandweit im Schnitt am meisten.

Quelle: Privat

Bebensee. Pro Einwohner gerechnet legten sie innerhalb von drei Wochen im Juli 32,896 Kilometer zurück. „Grandios!“, lobt Bürgermeister Hans Rottgardt sein Dorf, in dem gut 600 Bürger leben.

 Und Bebensee siegt auch noch als Premierengast. Denn die Gemeinde hatte sich zum ersten Mal beteiligt. Und dann gleich den Seriensieger aus dem Feld geschlagen, die Gemeinde Thaining im Landkreis Landsberg am Lech. Da die Daten im Internet tagesaktuell einsehbar sind, hatten die diesmal nur zweitplatzierten Bayern den Siegeszug der Norddeutschen täglich verfolgen können. Thainings Bürgermeister hatte augenzwinkernd per E-Mail Bebensee vergeblich gewarnt und gebeten, es möge doch bitte etwas kürzertreten, denn Thaining würden gerne wieder wie auch in den letzten zwei Jahren in dieser Kategorie siegen. Gratuliert haben die Bayern den Bebenseern dann natürlich doch, und sogar sehr herzlich.

 „Das ganze Unternehmen hat die Dorfgemeinschaft in Bebensee sehr gefördert“, freut sich Stefanie Grund, Mitglied des rührigen Kulturausschusses, der die Aktion im Ort organisierte. Die Stimmung in Bebensees Politik war zuletzt nicht immer so einträchtig. Hoch ging es her im Streit um Schweinestallbau, Straßen und Wegerechte.

 94 Bebenseer sind einmal oder mehrfach mitgeradelt. „Treffpunkt war in den drei Wochen immer donnerstags um 19 Uhr am Haus Bebensee“, erzählt Stefanie Grund. Und dann ging es, auch bei starkem Regenwetter, auf Tour, um möglichst viele Kilometer zu sammeln. Zwischen fünf und 80 Jahre alt waren die Teilnehmer. Bis zu 60 Kilometer wurden an einem Tag zurückgelegt – oft mit einer kleinen Aktion verbunden. So begleiteten Erwachsene die Kinder radelnd auf ihrem Schulweg. Oder banden Verkehrsunterricht für die Jungen und Mädchen ein. Es ging auch zum Minigolf in Bad Segeberg oder zu einer Eisdiele. Zurück am Haus Bebensee wurde auch schon mal vor lauter Freude und Stolz eine Flasche Sekt geköpft.

 Den Vogel schoss aber Ausschussvorsitzender Marko Wenzel ab. Gemeinsam mit Michael Barz und Oliver Promnitz radelte er 1000 Kilometer von Flensburg nach Sonthofen.

 20462 Kilometer legten die Bebenseer in den drei Wochen zurück, also eine Strecke, die einmal halb um die Erde führt. Da sie nicht mit dem Auto gefahren sind, blieb der Umwelt der Ausstoß von 2906 Kilogramm Kohlendioxid erspart.

 Zu den Teamkapitänen des „Offenen Teams Bebensee“ gehört Tanja Witt. Sie hofft, dass der Erfolg der Politik einen kleinen Schub gibt. „Wir haben viele Läufer und auch Radfahrer in der kleinen, aber sehr aktiven Gemeinde. Doch was uns wirklich fehlt, sind sichere Rad- und Fußwege zu unseren Nachbargemeinden, die teilweise schon ans öffentliche Fahrradnetz angeschlossen sind.“

 Schon im Vorjahr hatten die Bebenseer Schlagzeilen gemacht, als sie sich mit einer Staffel am Hamburg-Marathon beteiligt hatten. Nachdem 2015 die Läufer im Vordergrund gestanden hatten, sollten es diesmal die Radler sein, sagt Stefanie Grund. Im nächsten Jahr sei wohl wieder der Marathon dran. Aber das sei noch nichts entschieden.

 Erst einmal aber dürfen die Bebenseer ihren Erfolg auskosten. Wohl im November werden die Bundessieger in Frankfurt/Main geehrt, sagt Bürgermeister Rottgardt, der dann den Radlern den Vortritt lassen will. Bebensee wird auf dem Siegertreppchen stehen. Und wohl ein paar Preise mit nach Hause bringen. Ausgeschrieben sind viele Preise, natürlich rund ums Rad. Womit Bebensee für das nächste Stadtradeln also noch besser gerüstet wäre.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3