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Keine Klassenräume mehr

Städtisches Gymnasium Keine Klassenräume mehr

Ins Städtische Gymnasium kommt nach den Sommerferien Bewegung. Der Unterricht wird mit Beginn des nächsten Schuljahres vollkommen neu organisiert. Die Zeit der festen Klassenräume, wie sie Generationen von Gymnasiasten zuvor erlebt haben, soll ab September endgültig vorbei sein.

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Vom Klassenraum- zum Fachraum-Prinzip: Am Städtischen Gymnasium wechseln die Schülerinnen und Schüler ab dem neuen Schuljahr grundsätzlich für jedes neue Fach den Unterrichtsraum. Direktor Frank Ulrich Bähr verspricht sich unter anderem „atmosphärische Impulse“ durch speziell angepasste Ausstattung – wie hier im Physik-Raum.

Quelle: Thorsten Beck

Bad Segeberg. „Wir führen für alle Jahrgänge das Fachraum-Prinzip ein“, erklärte Direktor Frank Ulrich Bähr im Gespräch mit der Segeberger Zeitung. Diese Umstellung sei laut Beschluss der Schulkonferenz zunächst einmal auf zwei Jahre befristet. „Dann wollen wir schauen, ob alles so funktioniert hat, wie wir es uns vorstellen.“

 Lehrerkollegium und Elternschaft wissen, dass sich damit ein überwiegender Teil der Schülerinnen und Schüler tagtäglich auf Wanderschaft durch das Gebäude begeben muss. Sie sehen nach den Worten Bährs allerdings eine Menge Vorteile. Sämtliche Räume würden nach fachspezifischen Kriterien ausgestattet; dazu zähle auch, entsprechende Lehrmittel für jeden Schüler vorzuhalten. In Verbindung mit dem Spind-System führe das bei den Schülern in der Konsequenz zu deutlich leichteren Ranzen: „Ein Dauerthema bei uns in den vergangenen Jahren“, wie der Schulleiter sagt. Was für ihn und die aktuell 70 Lehrkräfte am Städtischen Gymnasium aber noch bedeutsamer ist: „Die Räume setzen jeweils ihre ganz eigenen atmosphärischen Impulse.“ Und das gelte selbst für die Fächer, die bisher immer in den angestammten Klassenzimmern unterrichtet worden sind, wie etwa Deutsch oder Mathematik. Auch da gebe es Möglichkeiten zur individuellen Ausgestaltung.

 Eine solche Veränderung sei natürlich nicht als „Schnellschuss“ möglich gewesen, betont der Direktor. „So etwas muss gründlich und seriös vorbereitet werden.“ Zwei Jahre hat man sich Zeit genommen, um in verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen das Für und Wider zu diskutieren und sich bei Besuchen an anderen Gymnasien darüber zu informieren. So habe es etwa den Einwand gegeben, den Kindern werde in der Schule mit den festen Klassenräumen auch eine Art „Heimatgefühl“ genommen. „Wir glauben, das wird letztlich überschätzt“, sagt Frank Ulrich Bähr. Er habe beobachtet, wie die Kinder sich bisher bereits über manchen Wechsel freuten.

 Und letztlich werde die Bewegung an den Vormittagen gar nicht so viel mehr. In etlichen Fächern, etwa den Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik sowie Kunst, Musik oder Geografie gebe es auch am Städtischen schon lange eigene Räume, die die Schüler vor Stundenbeginn eigens aufsuchen müssen. Ohnehin ist der Direktor froh, darüber hinaus noch Platz für eine neue Bücherei und eigene Gruppenarbeitsräume zu haben. Denn mit dem Abschied des doppelten Abitur-Jahrgangs (193 Schüler in G8 und G9) hat sich die Lage auch am zweiten Gymnasium in Trägerschaft der Stadt Bad Segeberg – neben der Dahlmannschule – nachhaltig entspannt. Trotz des starken Zugangs in den 5. Klassen (Bähr: „Für uns eine richtig große Geschichte“), darunter einer Integrationsklasse, müssen zukünftig nur noch 820 angehende Abiturienten untergebracht werden. Bis zu den Ferien waren es noch knapp 900 gewesen.

 Die Verantwortlichen wollen sich nun noch stärker dem Einsatz moderner digitaler Medien im Unterricht widmen. Ziel sei unter anderem die Ausstattung sämtlicher Fachräume mit Beamern. Voraussetzung dafür, solch technische Ausstattung in vollem Umfang nutzen zu können, so Bähr, ist allerdings die Breitband-Anbindung der Schule, die beständig schnelles Internet gewährleisten würde. „Wir freuen uns, dass das Land die Kosten dafür übernimmt.“ Doch mit der neuen Technik allein sei es natürlich nicht getan. „Die Qualität des Unterrichts erfordert das selbe Augenmerk.“ So ständen die Schulbuch-Verlage auf diesem Gebiet längst in den Startlöchern. „Die warten eher auf uns.“

 Was die personelle Versorgung angeht, sieht Bähr das Gymnasium für die nähere Zukunft jedenfalls gut aufgestellt. Trotz Versetzungen und ausgelaufener Fristverträge sei es gelungen, eine Referendarin mit der Fächerkombination Biologie/Physik zu halten. Zwei weitere Stellen konnten mit einer neuen Kollegin (Deutsch und Philosophie) sowie einem neuen Kollegen (Geschichte und Latein) besetzt werden. „Alles Bedarfskombinationen“, wie der Direktor unterstreicht.

 Eine andere Position bereitet ihm aktuell hingegen einiges an Kopfzerbrechen. Die Betreiberin der Cafeteria habe kurz vor den Ferien mitgeteilt, dass sie aufhören wird. „Da haben wir jetzt eine echte Baustelle.“ Ihm seien Bewerbungen und Ideen jederzeit willkommen, betont Frank Ulrich Bähr. Auch eine Betreuung durch Eltern sei für ihn denkbar. Denn diese Erkenntnis ist nicht neu: Wer sich bewegt, muss essen.

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