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Diskussion über Neubau

Kaltenkirchen Diskussion über Neubau

Der ehemalige Gasthof Hüttmann und das angrenzende Geschäft stehen seit langem leer. Die Kaltenkirchener Bank hat diesen Komplex und das angrenzende Gebäude am Glockengießerwall gekauft, um dort ein modernes Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Doch nun wird an dem 11-Millionen-Euro-Projekt aus der Politik immer wieder herumgekrittelt.

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Seit längerem steht das Gebäude des ehemaligen Gasthofes Hüttmann und das daneben liegende Geschäft in der Schützenstraße leer. Die Kaltenkirchener Bank wollte dort einen modernen Neubau erstellen. Jetzt kann es sein, dass das Projekt scheitert.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Johann Fuhlendorf, Vorstand der Kaltenkirchener Bank, fand deshalb deutliche Worte: „Diese Störfeuer fördern nicht gerade die Investitionsbereitschaft. Wenn Kaltenkirchen dafür nicht reif ist, lassen wir die Finger von dem Objekt.“ Und der Banker zeigte auch auf, wie es dann weitergehen könnte: Das Geldinstitut versuchte dann, das Grundstück mit den bestehenden Gebäuden zu verkaufen. Bis das in trockenen Tüchern wäre, änderte man am bestehenden Status nichts. Und Fuhlendorf stellte ferner klar: „Natürlich wollen wir auch optisch etwas Schönes für Kaltenkirchen schaffen, aber es muss natürlich für uns auch wirtschaftlich sein.“

 Geplant ist ein rund 15 Meter hohes Gebäude mit Wohnungen, einem Restaurant, einer Fußpflege-, einer Anwaltspraxis und einem Reisebüro. Mit weiteren Interessenten laufen Verhandlungen. Die Wohnungen sollen zwei bis vier Zimmer haben und 65 bis 120 Quadratmeter groß sein. Zudem ist eine Tiefgarage vorgesehen, die über die Königstraße angefahren werden könnte. Der Entwurf sieht vier Stockwerke und ein Staffelgeschoss vor. Und hier setzt die Kritik ein. Hagen Meyer (SPD) sprach von einer riesigen Wand, die der Betrachter vom Grünen Markt aus sehe. Er befürchtete bei der Bau- und Umweltausschusssitzung auch zu große Schatten auf angrenzenden Gebäuden. Eberhard Bohn (FDP) wollte bei der letzten Stadtvertretersitzung sogar wegen der „städtebaulichen Dominanz des Gebäudes“ dazu eine Einwohnerversammlung durchführen, was aber von der Mehrheit abgelehnt wurde.

 Jetzt möchte Bohn die kommende Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Dienstag, 23. Juni (ab 18 Uhr im Ratssaal), zu einer „Ersatz-Einwohnerversammlung“ umfunktionieren, wo sich die Bürger zu diesem Thema äußern könnten. Denn zwischen den Interessenlagen der Bank und denen der Bürger müsse ein Weg gefunden werden, der beiden gerecht werde.

 Bei der Sitzung am Dienstag sollte ursprünglich eine 3D-Darstellung des Gebäudes präsentiert werden, wie von einigen Ausschussmitgliedern gefordert wurde. Das hatte Fuhlendorf spontan zugesichert, obwohl das mit Kosten von rund 12000 Euro verbunden ist. Er wundert sich aber, dass das in diesem Fall gefordert werde, bei anderen Großprojekten in der Stadt, wie auf dem Paracelsus-Gelände, nicht. Die 3D-Darstellung kann allerdings Dienstag noch nicht präsentiert werden, weil sie sehr aufwendig ist.

 Bürgermeister Hanno Krause freut sich, dass die Bank solch ein Projekt realisieren möchte. Das käme auch der Forderung aus der Kommunalpolitik nach, die Innenstadt attraktiver zu machen, was sie an der Schützenstraße zur Zeit nicht ist. Und der Investor sei sehr kooperationsbereit. Die jetzige Diskussion gehe aber zu weit. Im Rahmen der laufenden Bebauungsplanänderung hätten die Bürger die Möglichkeit, ihre Bedenken vorzubringen. Darüber hinaus würden in diesem Rahmen auch Fragen von zuviel Lärm oder zu großem Schatten auf Nachbargrundstücken geprüft.

 CDU-Fraktionschef Kurt Barkowsky begrüßt das Projekt und findet es gut, dass die Bank schon im Vorwege Änderungswünsche berücksichtigt habe. „Unverständlich ist für die CDU, dass die FDP jetzt Stimmung bei den Bürgern macht, um den Bau in der Höhe zu reduzieren. Damit riskiert sie bewusst, dass das Projekt scheitert.“ Die Kunst liege im Kompromiss, sagt Pro-Kaki-Fraktionschef Reinhard Bundschuh: „Ich glaube, den bekommen wir hin.“ Er bat den Investor um Verständnis, dass bei einem solch markanten Gebäude besondere Sensibilität herrsche.

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