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Ein Kleinod der Natur

Pronstorf-Goldenbek Ein Kleinod der Natur

Naturschützer arbeiten daran, die Rösinger Bachschlucht in ihrer Schönheit und Vielfalt zu erhalten. In dem mehrere tausend Jahre bestehenden Wald hat sich eine extrem artenreiche Bodenflora und -fauna entwickelt.

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Hans-Caspar Graf zu Rantzau aus Pronstorf mit seinem Labrador-Hund „Gibert“ und Diplom-Biologin Tanja Hemke von der Schrobach-Stiftung aus Kiel in der Rösinger Bachschlucht vor einer Brücke. Die Goldenbek führt zurzeit wegen der Trockenheit wenig Wasser.

Quelle: Karsten Paulsen

Pronstorf-Goldenbek. Quellen durchziehen den Wald. In tiefer gelegenen Flächen breiten sich blütenreiche, lichte Bruch- und Auwälder aus. Dort stehen bis zu 200 Jahre alte Buchen, Eichen und Eschen, auch Bergahorn mit beeindruckenden Baumgestalten. Allein über 400 Großpilzarten wurden nachgewiesen. Die Rösinger Bachschlucht zwischen Goldenbek und Pronstorf ist als Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet ausgewiesen.

 Die Goldenbek hat sich mehr als 20 Meter tief in das bewaldete Gelände eingeschnitten. Auf nur zwei Kilometer Länge verliert der Bach rund 27 Höhenmeter. Er mündet in den Warder See und speist die Trave, die durch den See fließt.

  Ein 13 Hektar großes Kleinod in der Schlucht erwarb die private Kurt und Erika Schrobach Naturschutz-Stiftung Ende des vorigen Jahres vom Eigentümer Hans-Caspar Graf zu Rantzau, dem das Gut Pronstorf gehört. Bei einer Begehung im Frühjahr 2014 „kam sofort eine große Begeisterung für diese Perle der Natur auf, denn der Wald passt ideal in das stiftungseigene Feldermauskonzept“, erläuterte Diplom-Biologin Tanja Hemke von der Schrobach-Stiftung während eines Ortstermins mit der SZ. „Seit 2008 arbeitet die Stiftung daran, ein Netz aus alten, höhlenreichen Wäldern über das gesamte Land zu knüpfen, um den gefährdeten Waldfledermäusen mehr Rückzugsräume zu bieten.“

 Bei Graf zu Rantzau fanden das Vorhaben und der künftige Schutz der Bachschlucht durch die Stiftung große Zustimmung. Er möchte den Wald in seiner Schönheit und Vielfalt erhalten. Das Land habe den Kauf gefördert, denn das Fledermausschutzprojekt der Stiftung sei Teil des Artenhilfsprogramms des Landes, erklärte Hemke.

 Die Rösinger Bachschlucht sei der höhlenreichste und damit für den Naturschutz wertvollste Wald, den die Stiftung bislang für die Fledermäuse sichern konnte, erläuterte die Biologin weiter. „Insgesamt wurden mehr als 100 Höhlenbäume kartiert, die hervorragende Lebensräume für Fledermausarten darstellen. Einige davon, unter anderem die seltene Bechsteinfledermaus, wurden hier bereits nachgewiesen.“

 Die Stiftung legt ihren Teil der Bachschlucht nun dauerhaft still. Lediglich ein kleiner Fichtenbestand soll in den nächsten Jahren in einen heimischen Laubwald umgewandelt werden. „Somit können alle Laubbäume ihr natürliches Lebensalter erreichen“, blickt Tanja Hemke optimistisch in die Zukunft. „Dabei wird der Reichtum an Alt- und Totholz noch größer werden, was nicht nur den seltenen Fledermäusen, sondern auch einer Vielzahl weiterer Tier-, Pflanzen- und Pilzarten zugute kommen wird.“

 Die Kurt und Erika Schrobach-Stiftung wurde 1991 vom Ehepaar Schrobach gegründet, um die Natur zu schützen. Ein Schwerpunkt besteht im Erhalt alter, artenreicher Wälder. Mit derzeit 2700 Hektar (davon etwa die Hälfte Wald) ist die Schrobach-Stiftung die größte private Naturschutz-Stiftung in Schleswig-Holstein. Sie arbeitet eng mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein (32000 Hektar Land) zusammen. Die baut neben der Bachschlucht Rösing den Wald um. Auf der rund 4,5 Hektar großen Fläche will sie vor allem die vitalen und breitkronigen Einzelbäume fördern, damit sich ein Naturwald entwickeln kann. Dafür wurde ein Teil der Lärchen entnommen, um mehr Platz für Eichen, Buchen oder Kirschen zu schaffen. Die gefällten Bäume bleiben als Totholz liegen und dienen Insekten und Pilzen als Lebensraum. Im nächsten Jahr will die Stiftung ein 3,5 Hektar großes Areal in einen Mischwald umwandeln, kündigte Geschäftsführer Dr. Walter Hemmerling an.

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Karsten Paulsen

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