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„Niklas“ riss Bäume mit sich

Sturmbilanz im Kreis Segeberg „Niklas“ riss Bäume mit sich

Sturm „Niklas“ deckte Dienstagabend Dächer ab, riss Bäume um und beschädigte Straßenschilder. 184 wetterbedingte Einsätze zählte der Kreisfeuerwehrverband vom frühen Nachmittag bis 20.45 Uhr. Verletzt wurde niemand. Bei 90 Prozent der Einsätze mussten Bäume von Straßen und Wegen geräumt werden, berichtete Kreispressewart Dennis Oldenburg.

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In der Lübecker Straße in Bad Segeberg hatte eine große Tanne dem Sturm nicht standgehalten und war auf ein Wohnhaus gestürzt.

Quelle: Feuerwehr

Kreis Segeberg. In Kaltenkirchen rückte die Wehr sieben Mal aus. In der Werner-von-Siemens-Straße musste sie helfen, weil der Orkan Dachteerpappe auf einer Fläche von 230 Quadratmetern abgedeckt hatte. Alarmiert wurden auch die Wehren in Sülfeld, Itzstedt, Nahe und Seth. Sie waren aufgrund umgestürzter Bäume im Einsatz.

 Allein 65 Mal musste die Feuerwehr Norderstedt ausrücken. So waren drei Pkw von umgestürzten Bäumen getroffen worden. AKN-Züge mussten wegen Bäumen auf den Gleisen stoppen.

 In Bad Segeberg wurde die Feuerwehr zu elf Einsatzorten gerufen. Bäume drohten auf den Parkplatz eines Supermarktes an der Dorfstraße zu fallen. Auch im Hamdorfer Weg, in der Kurhausstraße, der Lübecker Straße, Marienstraße sowie dem Kühneweg musste die Wehr helfen, um Bäume von Straßen und Häusern zu entfernen sowie ein abgedecktes Dach zu sichern. Unter anderem war ein Wagen mit Drehleiter im Einsatz.

 Insgesamt elf Mal musste die Freiwillige Feuerwehr Bad Segeberg bis in den Dienstagabend hinein zu Sturmeinsätzen ausrücken. Wie Wehrführer Mark Zielinski gestern berichtete, war der erste Notruf um 17 Uhr bei der Leitstelle aufgelaufen, kurz nachdem die ersten richtigen Böen die Kreisstadt erreicht hatten. „Beim schwarzen Netto-Markt an der Dorfstraße drohte eine Tanne auf den Parkplatz zu fallen.“ Die gefährdeten Fahrzeuge hätten aber noch rechtzeitig entfernt werden können, ehe die Einsatzkräfte den Baum schließlich fällten. Zwei Fahrzeuge und zehn Blauröcke waren daran beteiligt.

 „Dann ging es Schlag auf Schlag“, sagte Zielinski. An der Ecke Rihiimäkistraße/An der Trave waren Birken auf ein Wohnhaus gefallen. Stück für Stück wurden die Bäume entfernt. Neben der Drehleiter kam dabei auch ein Löschfahrzeug mit 15 Helfern zum Einsatz. Auf der B432, in Höhe der Kreisfeuerwehrzentrale, musste ein kleinerer Baum entfernt werden. „Viele Autos fuhren in diesem Bereich Slalom.“ Der Rüstwagen mit drei Feuerwehrleuten machte sich auf den Weg – und räumte diesen dann frei.

 Gegen 17.30 Uhr meldete die Leitstelle Holstein einen Gebäudeschaden in der Kurhausstraße. Dort waren bereits Dachteile auf die Fahrbahn gefallen; andere hatten sich bereits so gelockert, dass laut Zielinski sofort eingegriffen werden musste. Zwei Fahrzeuge mit zehn Einsatzkräften wurden dafür entsandt.

 Weitere Einsatzorte waren Marienstraße, Hamdorfer Weg und Lübecker Straße. Dort war eine hohe Tanne auf ein Wohnhaus gefallen, die ohne Hilfe der Drehleiter nicht entfernt werden konnte. „Überall im Stadtgebiet waren Bäume zu beseitigen oder Dächer zu sichern.“ Einen Einsatz in Nehms übernahm die Drehleiter aus Wahlstedt, da sich die Segeberger noch im Einsatz befand. „Hier zeigt sich, dass die Beschaffung den gesamten Ostkreis ein Stück sicherer gemacht hat“, betonte der Wehrführer. Gegen 21.30 Uhr wurde die Bereitschaft im Feuerwehrhaus schließlich aufgehoben.

 Bereits in der Nacht zu Montag war die Wehr zu einem Sturmschaden in die Oldesloer Straße gerufen. Dort hatte sich die Lichtkuppel eines Hauses selbstständig gemacht. Mit Schrauben wurde sie von der Feuerwehr wieder auf dem Dach fixiert. Der Hausbesitzer zeigte sich nach Zielinskis Worten sehr angetan von der Schnelligkeit und der professionellen Beseitigung der Schadens. Auf die Frage, ob er denn auch einer „Berufsfeuerwehr“ etwas dürfe, wurde er erst einmal aufgeklärt: Alle anwesenden Feuerwehrleute seien gerade freiwillig aus ihren Betten gestiegen, um zu helfen. Die Spende gab es natürlich trotzdem.

 Von der Rihiimäkistraße wurde am späteren Abend noch ein Baugerüst beseitigt, später noch einen Dachschaden im Klosterkamp.

 Zwischen 16.30 und 21 Uhr am Dienstag hatte die Freiwillige Feuerwehr Bad Bramstedt jede Menge zu tun. Acht Einsätze bescherte Sturmtief Niklas den Kameraden. Menschen kamen dabei zum Glück nicht zu Schaden.

 „Um 16.29 Uhr ging das erste Mal der digitale Funkrufmelder. Wir rückten mit drei Fahrzeugen aus in den Birkenweg, dort war ein Baum direkt über eine Straßenlaterne umgestürzt und zerstörte diese komplett“, berichtet Wehrführer Kai Harms. Der Baum wurde kleingesägt und von der Straße entfernt. Noch während der Arbeiten rief der Funkmelder zum nächsten Einsatzort: Ein Straßenschild hing an der Ecke Butendoor/Lohstückerweg über der Fahrbahn herunter und behinderte den Verkehr. Das Schild wurde mit Hilfe der Drehleiter entfernt und der Polizei übergeben. „Dann kamen die Einsätze Schlag auf Schlag“, sagt Harms. Es gab umgefallene Bäume im Kurgebiet und in der Südweststadt.

 Ein Einsatz im Königsweg war sehr zeitaufwendig: Dort hatte sich ein Baum über einen Carport geneigt und musste Stück für Stück von oben über die Drehleiter abgeschnitten werden. Nach acht Einsätzen in viereinhalb Stunden waren alle Einsatzkräfte um 21.07 Uhr wieder an der Feuerwache.

 Gegen 16 Uhr waren vom Haus im Landweg 24 einige Dachziegel direkt vor die Eingangstür gefallen. Verletzt wurde niemand. Die Polizei sperrte den Bereich vor dem Haus mit Flatterband ab. Die Dachdecker konnten erst am Mittwochmorgen ihre Arbeit verrichten und das Dach sturmfest machen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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