27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Babyleiche bei Sülfeld gefunden

Polizei Babyleiche bei Sülfeld gefunden

Grausiger Fund im Kreis Segeberg: Zwei Gemeindearbeiter haben am Donnerstagvormittag im Papierkorb einer Bushaltestelle an der B432 die Leiche eines Säuglings entdeckt. Der Fundort des toten Babys in Borstel (Gemeinde Sülfeld) wurde von der Spurensicherung untersucht, die Staatsanwaltschaft Kiel hat die Ermittlungen aufgenommen.

Voriger Artikel
Neue Chance für Markttreff
Nächster Artikel
Flüchtlingslotsen gesucht

 Fundort an der B432 in Borstel, Ortsteil der Gemeinde Sülfeld.

Quelle: Lutz Timm

Sülfeld. Die Untersuchungen zu Todesursache und Herkunft des Kindes dauerten noch, teilte Oberstaatsanwältin Birgit Heß mit. Nähere Angaben wollte sie zunächst nicht machen.

Der Vorfall löste Bestürzung in der 3000-Seelen-Gemeinde aus. „Wir sind alle total geschockt. Das ist eine ganz schlimme Sache“, erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Wegner. „Mit klarem Verstand kann man so etwas nicht machen.“ Wenn das Kind lebend auf die Welt gekommen sei, sei die Tat eindeutig Mord. Er wolle jedoch keine Vermutungen anstellen, denke jedoch, dass etwas Schlimmes vorgefallen sein muss. „Wie groß muss die Not der Mutter gewesen sein, um zu so einem Schritt fähig zu sein?“, fragte er. Die Gemeindearbeiter hätten gegen neun Uhr die Leiche des Neugeborenen bei der wöchentlichen Leerung der Mülleimer entdeckt. „Es lag noch Unrat obendrauf. Beim Aushaken der Körbe haben sie den Säugling entdeckt.“ Weil zunächst unklar war, ob das Kind noch lebte, lösten die Mitarbeiter Alarm aus. „Die Ersthelfer der First-Responder-Gruppe konnten jedoch nicht mehr helfen“, berichtete Wegner. „Allerdings war klar, dass die Geburt noch nicht so wahnsinnig lange her war.“ Die Gemeindearbeiter hätten einen Schock erlitten, ihnen wurde psychologische Hilfe angeboten.

Bis zum Nachmittag untersuchten die Spezialisten der Spurensicherung und der Mordkommission den Fundort. Die Bushaltestelle wurde von Feuerwehren aus Oering und Seth abgeschirmt. Der Ablageort an der vielbefahrenen Straße zwischen Hamburg und Bad Segeberg liegt in dem dünn besiedelten Ortsteil Borstel, einige hundert Meter abseits des Siedlungskerns. „Die Haltestelle wird allerdings intensiv genutzt, da ist es nicht unüblich, wenn ein Auto mal länger steht“, sagte Bürgermeister Wegner. Er glaube jedoch nicht, dass die Mutter des Kindes aus dem Ort komme. „Da fällt es auf, wenn eine Schwangere plötzlich nicht mehr schwanger, aber ohne Kind unterwegs ist.“

Schockiert reagierte auch Marko Lamp aus Klein-Rönnau, der als Fahrlehrer in der Nähe der Fundstelle arbeitet und dort regelmäßig vorbei fährt. „Es ist doch unfassbar, wie man so etwas machen kann“, sagte der Vater von zwei erwachsenen Töchtern. „Wenn man ein Kind zur Welt bringt, muss man doch dazu stehen. Oder es zumindest in die Babyklappe bringen, wenn man zu verzweifelt ist.“ Es grenze an Dummheit, einen Säugling im Mülleimer zu entsorgen. „Ich bin überzeugt, dass die Polizei die Mutter finden wird. Oder sie stellt sich freiwillig mit einem schlechten Gewissen“, sagte Lamp.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr zum Artikel
Babyleiche von Sülfeld
Foto: An dieser Bushaltestelle wurde die weibliche Babyleiche gefunden.

Bei den Ermittlungen zur Babyleiche in Sülfeld (Kreis Segeberg) nutzt die Polizei nun Facebook, um weitere Zeugen zu finden. Über das soziale Netzwerk werde auch das Foto eines Langarmshirts mit dem Aufdruck „PinBallPirates“ verbreitet, dessen Besitzer von der Polizei gesucht werde, teilte ein Polizeisprecher mit.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3