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Sanierung ist dringend nötig

Sülfeld-Borstel Sanierung ist dringend nötig

Die CDU-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag ist in Sorge um das Forschungszentrum Borstel, das für einen zweistelligen Millionenbetrag saniert werden soll. Sie hat die Landesregierung gebeten, einen schriftlichen Bericht zu dessen Zukunft zu geben.

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Das zentrale Labor des Forschungszentrums ist ein Sanierungsfall. Von außen sind die Mängel nicht zu sehen, laut Gutachten muss es aber grundlegend überholt werden. Am sinnvollsten wäre ein Neubau.

Quelle: Isabelle Pantel

Sülfeld. Der Landtagsabgeordnete Volker Dornquast aus Henstedt-Ulzburg ist zuständig für den Wahlkreis 26, zu dem auch der Sülfelder Ortsteil Borstel gehört. Er hat sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. „Gut in Schuss ist zurzeit nur der Verwaltungssitz des Forschungszentrums“, meint er. Der Forschungsbereich hingegen sei schon lange in keinem guten Zustand mehr und müsse dringend saniert werden. „Die Landesregierung hat den Investitionsbedarf erkannt, aber es stehen zu wenig Gelder zur Verfügung und der Zeitplan ist zu lang“, sagt Dornquast. Im Dezember hatten sich Land und Bund geeinigt, die Sanierungen von 2016 bis 2021 mit insgesamt 40 Millionen Euro zu unterstützen.

 Die CDU-Fraktion hat der Landesregierung einen Fragenkatalog unterbreitet. Unter anderem will sie wissen, wie die Landesregierung den Stellenwert des Forschungszentrums beurteilt, welche Zukunftsperspektiven sie dafür sieht und welche Sanierungs- und Neubaumaßnahmen sie kurz- und mittelfristig unterstützt. In der Sitzungsperiode vom 17. bis 19. Februar soll die Stellungnahme der Regierung besprochen werden. Sie liegt inzwischen schriftlich vor. Darin heißt es unter anderem: „Das Forschungszentrum ist eine der wichtigsten Forschungseinrichtungen im Bereich der medizinischen Forschung und ein Garant dafür, dass dieses Forschungsfeld in Kooperation mit den Universitäten Lübeck und Kiel erfolgreich wahrgenommen und gefördert wird.“

 Die Einrichtung beschäftigt 346 Mitarbeiter. Hinzu kommen weitere 204 in der Klinik. Die Arbeitsbedingungen der Angestellten sind laut Einschätzung des Zentrumsdirektors Prof. Dr. Stefan Ehlers zurzeit sehr gut. Problematisch sei allerdings die technische Gebäudeausrüstung der Labore. So seien beispielsweise Lüftung, Befeuchtung, Elektrotechnik, Dampfversorgung und Trinkwasseraufbereitung veraltet und dringend erneuerungsbedürftig. „Da in unseren Laboratorien mit vielfältigen biologischen und chemischen Agenzien gearbeitet wird, sind hierbei strenge Auflagen zur Sicherheits- und Umwelttechnik einzuhalten“, erklärt er.

 Das historische Herrenhaus, in dem die Verwaltung untergebracht ist, befindet sich in einem guten Zustand. Auch mit den Neubauten aus der Zeit nach dem Jahr 2000 gibt es keine Probleme. Kritisch hingegen ist laut Gutachten die Substanz der Gebäude aus den 1950er und 1960er Jahren (Pathologie) sowie aus den 1970er und 1980er Jahren (Hauptforschungsgebäude, Ausbildung). „In diesen Gebäuden herrscht durchgängig ein überwiegend erheblicher Sanierungs- und Erneuerungsbedarf hinsichtlich der technischen Gebäudeausrüstung“, erklärt Ehlers.

 Höchste Priorität hat aus Sicht der Zentrumsleitung zurzeit die Erneuerung des zentralen Laborgebäudes. Sie wird sich bei laufendem Betrieb nicht realisieren lassen. „Es ist vielmehr ein Komplettneubau erforderlich“, sagt Prof. Dr. Ehlers. Diese Ansicht teilen inzwischen auch Land und Bund, die die bereitgestellten 40 Millionen Euro genau dafür vorgesehen haben. Aus Sicht der CDU ist diese Investitionssumme allerdings noch zu niedrig. Sie will das in der nächsten Landtagssitzung ansprechen.

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