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Sülfelder hilft Erbebenopfern in Nepal

Sülfeld Sülfelder hilft Erbebenopfern in Nepal

 „Es ist eine Katastrophe in der Katastrophe“, meint Michael von Pein (61) tief betroffen von dem schweren Erdbeben im Himalaya. Im Herbst will der Sülfelder wieder in das Land am Mount Everest. Von Pein gehört dem als gemeinnützig anerkannte Verein Zukunfts-Kinder Nepal (ZuKi) an.

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Der Sülfelder Michael von Pein vom gemeinnützigen Verein ZukunftsKinder Nepal e.V. (ZuKi) steht per Internet in Kontakt mit dem Himalaya-Land..

Sülfeld. „Nepal gehörte schon vorher zu den ärmsten Ländern der Welt. Dort fehlt es an fast allem“, weiß der Sülfelder, der schon oft in dem Land war, wo das jüngste Erdbeben verheerende Schäden in der Hauptstadt Kathmandu und zahlreichen Bergdörfern anrichtete.

 Die Hamburger Organisation ZuKi unterstützt im Nepal eine Gesundheitsstation, ein Waisenhaus für Mädchen und ein Stipendium für eine junge Nepalesin drei Projekte. Michael von Pein fungiert als Beisitzer im ZuKi-Vorstand und wird auf seiner Reise im Oktober die vom Verein geförderten Projekte besuchen .

 Seit seiner ersten Nepal-Aufenthalt 1982 ist der Sülfelder dem Reiz des Landes zwischen Indien und Tibet erlegen. Doch er ist nicht nur Trekking-Tourist, sondern engagiert sich seit vielen Jahren für das Land. „Nie war diese Hilfe wichtiger als jetzt nach der schweren Erdbebenkatastrophe, die Tausende das Leben kostete. Die uns überlassenen Spenden werden zu 100 Prozent für unsere Hilfsprojekte in Nepal verwendet“, wünscht sich Michael von Pein zumindest Spenden für die Ärmsten unter den Armen, denn der Bevölkerung abseits der Touristenpfade geht es ums nackte Überleben. „Wir haben keinen teuren Wasserkopf als Verwaltung, sondern leisten alles ehrenamtlich.“

 So wurde der Verein, der von Pein tatkräftig unterstützt wird, vor vier Jahren auf Peshala, eine damals 19-jährige Schülerin, aufmerksam. Sie hatte den Verein um Hilfe beim Aufbau einer Gesundheitsstation gebeten. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und schickte eine Zeichnung, wie die kleine Klinik in den Bergen auf 2000 Meter Höhe aussehen solle. Ein Grundstück sollte sie von ihrem Onkel bekommen. „Wir wollen den Nepalesen keine Projekte aufzwingen, sondern engagierte Einheimische dabei unterstützen, eigene Ziele zu realisieren. Deshalb haben wir Peshala unterstützt“, erklärt Michael von Pein. Sein Verein ließ die Baupläne von einem deutschen Statiker erdbebensicher überarbeiten. Der Aufwand war genau richtig. „Unsere Klinik ist fast das einzige Gebäude in der Region, die rund 80 Kilometer südlich vom Mount Everest gelegen ist, das jetzt noch steht.“

 Mit 30000 Euro unterstützte der Verein den Bau, weitere 10000 Euro wurden in die Ausstattung investiert. Peshala, die jetzt die Station leitet, bekommt monatlich 250 Euro Gehalt. Mit dem Geld aus Deutschland bestreitet sie nicht nur ihren Lebensunterhalt, sie unterstützt ebenso ihre Familie und hat noch etwas zur Seite gelegt. „Vor einiger Zeit hat sie uns vor vollendete Tatsachen gestellt und mitgeteilt, dass sie Holz und Wellblech gekauft hat, um damit einen Kindergarten zu bauen“, berichtete von Pein. Jeder Sack Zement, jede Blechplatte muss von Trägern in das entlegene Dorf Shreechaure, das sich zwei Tagesmärsche von der einzigen befahrbaren Straße Nepals entfernt befindet, getragen werden. Steine hauen die Einheimischen selber. Dank des Spendenlaufs einer Dresdner Schule konnte der hölzerne Kindergarten jetzt durch einen erdbebensicheren Massivbau ersetzt werden.

 Die kleine Klinik wurde nach ihrer Gründerin benannt: Peshala Medical Center (PMC).Über 300 Patienten werden dort durchschnittlich pro Monat behandelt. Die junge Frau hat es geschafft, dass das PMC von der Regierung offiziell als Krankenhaus anerkannt wird und wenigstens etwas finanzielle Unterstützung vom Staat bekommt. Voraussetzung war die Einrichtung eines Labors. Auch dabei half Zuki mit einer Spende in Höhe von 1200 Euro. Peshala bringt Kindern Hygieneregeln bei, was zu einer deutlichen Verringerung der Krankheitsrate führt. Zudem engagiert sie sich für Empfängnisverhütung. Familien mit zehn Kindern sind dort keine Seltenheit. „Viele Frauen kommen in die Station und lassen sich, ohne Wissen ihrer Männer, eine Drei-Monatsspritze geben“, berichtete Peshala per Internet ihren deutschen Hilfspartnern.

 In gebrochenem Englisch teilte Peshala mit, dass das Krankenhaus das Erdbeben unbeschadet überstanden habe. Weil die Dorfbewohner fast alle zur Arbeit auf den Maisfeldern waren, habe es keine Toten gegeben. Allerdings sind über 90 Prozent der Häuser, die nicht erdbebensicher gebaut wurden, kaputt. So auch das Haus ihrer Eltern. „Und wenn wir da nur ein paar Paletten Wellblech hintragen lassen. Wir müssen und werden etwas tun. Bald beginnt die Monsun-Zeit mit täglichen Regenfällen von acht Stunden“, klärt Michel von Pein über die derzeitige Situation auf.

 Der in Hamburg ansässige Zuki-Verein, der einen Hilfsfond für Erdbebenopfer eingerichtet hat, wird bereits von der Sülfelder Kirchengemeinde unterstützt. Michael von Pein hofft auf weitere Spender, damit möglichst vielen von der Katastrophe in der Katastrophe betroffenen Nepalesen geholfen werden kann.

 Weitere Informationen zu dem Verein und zum Spendenkonto unter www.zuki-nepal.de.

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