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Wo Flüchtlinge Fußball spielen

TV Trappenkamp Wo Flüchtlinge Fußball spielen

Der TV Trappenkamp zeigt sich immer wieder aufgeschlossen für Innovationen und Herausforderungen. Das jüngste Beispiel: In der Gemeinde aufgenommene Flüchtlinge und Asylbewerber werden in den Sportbetrieb des TVT integriert.

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Klaus Rienecker (5. von links), Referent bei der Sportjugend Schleswig-Holstein, übergab an den TV Trappenkamp ein Starterpaket zur Unterstützung des Flüchtlingsprojektes der Fußballsparte, in der syrische Flüchtlinge trainieren und in den Spielbetrieb integriert werden sollen.

Trappenkamp. Die Sportjugend des Landessportverbandes (LSV) honorierte die Initiative und überbrachte der Fußballsparte ein Starterpaket, um die dort angelaufene Integration zu unterstützen. Überbringer des 400-Euro-Pakets war LSV-Referent Klaus Rienecker, der dafür beim Trainingsabend auf der Sportanlage an der Segeberger Straße vorbei schaute.

 Der Landessportverband hat flexibel auf die Flüchtlingssituation im Lande reagiert und greift seinen Mitgliedsvereinen bei der Durchführung von Projekten spontan und unter Ausnutzung vieler Töpfe unter die Arme. Das Geld für die Trappenkamper kommt unter anderem von der Schleswig-Holstein Netz AG, die das LSV-Projekt „Kein Kind ohne Sport“ fördert.

 „Hier in Trappenkamp werden Flüchtlinge jeden Alters in den Vereinsbetrieb integriert, das ist vorbildlich“, lobte Rienecker. 250 Euro gab es in bar, dazu einen Satz Bälle und Qualifizierungsgutscheine, denn die im Augenblick fleißig die deutsche Sprache büffelnden Trappenkamper Syrer sollen auch die Möglichkeit erhalten, zu Übungsleitern geschult zu werden.

 Der Verein hat die Bar-Summe verdoppelt, die Fußballsparte weitere 150 Euro draufgelegt, um Schuhe und Schienbeinschoner zu beschaffen. Der Verein ist freilich dankbar für jede weitere Spende.

 „Zwei Mal pro Woche können unsere neuen Schützlinge, die zwischen 17 und 45 Jahre alt sind, trainieren“, sagte Spartenleiter Sören Lemberger. Er coacht die augenblicklich 15 Kicker und weiß, worauf es ankommt. „Viele sind richtige Straßenfußballer gewesen. Das heißt, sie können was am Ball. Da wir sie aber auch in unsere Mannschaften integrieren wollen, muss ich auch reichlich Regelkunde vermitteln - vor allem die Abseitsregel.“ Denn das ist das Ziel: Die Eingliederung von Flüchtlingen in den Spielbetrieb der TVT-Fußballer, mit denen es schon erste positive Zusammenkünfte gegeben hat.

 Angefangen hat die Integration syrischer Flüchtlinge bereits im vergangen Jahr, damals in der Kampfsport- und Fitnessgruppe. Doch die „neuen Bürger Trappenkamps“, wie sie der TVT-Vorsitzende Hans Henning von Reichenbach nennt, suchen lieber die Herausforderung am Ball.

 Und auch in die Tanzsparte ist schon jemand aufgenommen worden. Einige Syrer mittleren Alters unterstützen die Turngruppen, indem sie beim Auf- und Abbau der Geräte helfen. „Das ist automatisch immer auch Sprachschule“, betonte Spartenleiterin Edeltraud „Ede“ Söhnel. „Die kleinen Mädchen erklären ihren neuen Helfern, wie welches Gerät heißt. Einer kann sogar schon die Kürübungen vorlesen, weil es hier ehrenamtliche Sprachausbildung gibt.“

 Das gelebte Miteinander - in Trappenkamp wird es vorbildlich praktiziert. Vielleicht macht es die Historie der jungen Gemeinde, dass man sich so offen gibt. Trappenkamp wurde schließlich selbst einst von Flüchtlingen errichtet. Deutschen, die ihre Heimat verloren hatten.

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Ein Artikel von
Christian Detlof
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