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Der Bedarf wird immer größer

Tafel in Bad Bramstedt Der Bedarf wird immer größer

280 Familien hat die Bad Bramstedter Tafel in ihrer Kartei, darunter 138 Flüchtlingsfamilien. Zurzeit nimmt sie keine neuen Bedürftigen mehr auf. Insgesamt kümmern sich bei der Tafel 50 Ehrenamtliche darum, die Lebensmittel einzusammeln, zu sortieren und zu verteilen.

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Obst und Gemüse sammelt Sabine Baumbach für ihre Tafel-Kunden auch auf dem Wochenmark ein.

Quelle: Jann Roolfs

Bad Bramstedt. Wenn Iris Westenfelder auf dem Wochenmarkt Sabine Baumbach traf, war die normalerweise nicht beim Wochenendeinkauf für die Familie, sondern für ihr Ehrenamt unterwegs. Baumbach sammelt auf dem Markt Lebensmittel für die Bad Bramstedter Tafel: „Das ist eine gute Quelle für frische Ware.“

 Iris Westenfelder und Fritz Bredfeldt lernten die Vorsitzende der Tafel Bad Bramstedt jetzt etwas besser kennen: Sie brachten eine Spende der Grünen zur Tafel. Mit 120 Adventskalendern kamen sie rechtzeitig zum Ausgabetermin vor dem ersten Advent in den ehemaligen Lebensmittelladen in der Kantstraße; drei Stunden, bevor Sabine Baumbach dort mindestens 150 Bedürftige erwartete, die sich gegen eine Pauschale von 1 Euro Lebensmittel für die kommenden Tage abholten. Jeder von ihnen versorgt im Schnitt zweieinhalb Angehörige. 120 Mal „Bob der Baumeister“-Adventskalender mit jeweils 24 Türen: „Das mögen auch Mädchen“, meinte Iris Westenfelder.

 Ausgegeben werden die Spenden in Bad Bramstedt und in einer Außenstelle in Großenaspe; dorthin kommen auch 20 Familien aus Boostedt. Für Kranke oder Ältere gibt es sogar einen Lieferservice, der zurzeit 20 Adressen anfährt. Obst, Gemüse, Nudeln – es gibt von allem etwas, aber nicht für jeden alles. Beispielsweise 22 Kartons mit je sechs Eiern für 150 Interessenten, da ist klar, dass nicht alle Bedürftigen welche bekommen.

 „Es wird immer schwieriger“, beschrieb Baumbach die Lage, „innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Bedürftigen mehr als verdoppelt.“ Da spiegeln sich die Flüchtlingszahlen wider. Aber auch die Lebensmittelspenden werden eher weniger; da hilft auch der Austausch mit benachbarten Tafeln nicht: Denen geht es ähnlich.

 Wer Lebensmittel von der Tafel holen will, wird in einer Kartei erfasst und bekommt einen Ausweis. Der Andrang ist so groß, dass die Tafel sogar einen Türsteher braucht, um Drängeleien vorzubeugen. Die Ausgabe erfolgt nach einem ausgeklügelten System: Die Abholer sind in Gruppen unterteilt, die zu verschiedenen Zeiten drankommen; dann gibt es Wartenummern, die aufgerufen werden.

 Im Wartesaal lagen zuletzt nagelneue Ohrenwärmer, Hausschuhe, Gesellschaftsspiele und Blumengestecke zum Mitnehmen, alles Spenden: „Das muss man doch nicht wegwerfen“, erinnerte Baumbach an den Tafel-Gedanken, Reste zu verwerten. Was in Bad Bramstedt nicht weggeht, wird in Großenaspe verteilt oder unter den Tafeln ausgetauscht.

 Einige Spezialitäten sind allerdings überall begehrt, weil sie selten gespendet werden: Mehl und Zucker zum Beispiel halten sich lange im Supermarktregal, die werden selten aussortiert. Zwei Mal im Jahr ruft die Tafel Verbraucher auf, solche Waren zu spenden; besonders begehrt ist dabei Kaffee, berichtete Baumbach: „Dann gibt es zu Weihnachten ein Pfund Kaffee, da freuen die Leute sich.“

 „Suchen Sie noch Helfer?“, wollte Iris Westenfelder wissen. „Immer“, antwortete Sabine Baumbach. Auch wer nur eine Stunde übrig hat, ist im Team willkommen. Noch einfacher geht es mit einer Fördermitgliedschaft für 2 Euro pro Monat: „50 Cent pro Woche, das ist nicht viel“, warb Baumbach. Spenden werden ebenfalls immer gern genommen.

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