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Bunter Ansturm am Himmel

Drachenfest in Kisdorf Bunter Ansturm am Himmel

Der stundenlange Windmangel trieb den überaus rührigen Organisatoren des Drachenfestes gleich zu Beginn zusätzliche Schweißperlen auf die Stirn. Doch die Flaute wurde buchstäblich fortgeweht.

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Auch dieser sogenannte Bowl mit einem Durchmesser von 24 Metern wollte in Kisdorf anfangs nicht abheben. Aber dann kam doch noch genügend Wind auf.

Quelle: Michael Zwicker

Kisdorf. Schließlich hoben auf den Wiesen an der Grenze von Kisdorf zu Henstedt-Ulzburg nicht nur die Ultra-Leichtgewichte ab, sondern auch spektakuläre Windspiele mit reichlich Masse. „Unser Blauwal im Maßstab 1:1 besteht aus rund 800 Quadratmeter Stoff. Ein paar Windstärken sind schon erforderlich, damit das 30 Meter lange und 30 Kilogramm schwere Windspiel abhebt“, erklärte Meik Wohlrath, der ganz aus Stuttgart zu dem Drachenfest nach Kisdorf gekommen war. Sein fliegender Meeressäuger ist eine Spezialanfertigung aus Australien und kostete einige Tausend Euro. Echte Drachenfans wie Wohlrath scheuen aber weder hohe Ausgaben noch weite Wege. Der Stuttgarter war auch schon voriges Jahr beim ersten vom Verein „Henstedt-Ulzburg Bewegt“ gestarteten Fest dabei. „Die Veranstaltung ist top organisiert. Und die Stimmung ist super“, betonte der Schwabe, der auch einen zweiten Zuschauermagneten aufsteigen ließ. Ein aus alter Heißluftballonseide genähter Ring - Bowl genannt - drehte sich in den Himmel. Menschenkraft allein reichte nicht aus, um die beiden Windspiele zu halten. Meterlange Bodenanker wurde in die Wiese gerammt.Zudem wurden Halteseile an Autos gebunden.

 Aber es mussten nicht unbedingt Riesendrachen sein, die bei dem Fest starten durften. Auch Kinder mit kleinen Fliegern tummelten sich auf der mehrere Hektar großen Flugwiese. Während ein bunter Ansturm am Himmel gewünscht war, tummelten sich auf einem anderen Feld Menschenmassen zu ebener Erde. denn das Drachenfest war erstmalig mit einem Henstedt-Ulzburger/Kisdorfer Gemeindenfest kombiniert. Zahlreiche Vereine und andere Organisationen hatten Stände aufgestellt. Beispielsweise informierte das Henstedt-Ulzburger Kinder-und Jugendparlament über seine Vorhaben. Auch das Deutsche Rote Kreuz, kommunalpolitische Parteien und Wählergemeinschaften sowie ein Fahrradclub betrieben Werbung in eigener Sache. Das Technische Hilfswerk aus Kaltenkirchen war mit mehreren Einsatzfahrzeugen angerückt. Ruckzuck war aus Gerüststangen ein Turm mit Aussichtsplattform aufgebaut. Viele Festbesucher nutzten die Gelegenheit, in sechs Meter Höhe über das Geschehen zu blicken. Gut zu beobachten waren Kindergruppen, die im provisorischen Freizeitpark der Fun Arena im Stroh tobten und auf Go-Karts unterwegs waren. An einer anderen Ecke des Festwiese hatten die Bogensparte des SVHU ihr Quartier aufgeschlagen. Besucher durften dort mit Pfeil und Bogen schießen. In sicherer Entfernung gab es ein kleines mittelalterliches Dorf, einige Schritte weiter drehten sich Karussells.

 „Zeitweise herrsche bombastische Volksfeststimmung“, freute sich Mit-Organisator Frank Bueschler gleichermaßen über den zunehmenden Wind und den steigenden Besucherandrang. Besonders voll war es auf dem Gelände bei der abendlichen Open-Air-Party. „Höhepunkt war eine spontane Polonaise mit mindestens 200 Besuchern“, schwärmte Bueschler, der trotz aller Mühen davon ausgeht, dass nächstes Jahr wieder ein Drachenfest steigen wird. Denn die vielen ehrenamtlichen Helfer und großzügigen Sponsoren am vergangenen Wochenende ermutigen dazu, so eine Mammutveranstaltung erneut anzuschieben: „Das war schon klasse, wie viele mitgeholfen haben. Als Beispiel seien die Olzeborch-Schüler genannten, die als Parkplatzeinweiser topp waren.“

 Und auch wenn die Stimmung zum Abheben war, die emotionale Bodenhaftung hat niemand verloren. Frank Bueschler: „Alles blieb friedlich. Wir sind super zufrieden.“

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Michael Zwicker

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