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Nicht immer nur lustige Stücke

Theater Kattendorf Nicht immer nur lustige Stücke

Bislang war das Kattendorfer Theater vor allem dafür bekannt, lustige Stücke auf die Bühne zu bringen. Eine neu gegründete Gruppe, die „Kammerspieler“, wagt sich nun aber an einen ernsten Stoff: „Nora – Ein Puppenheim“ von Hendrik Ibsen, in einer von ihnen selbst bearbeiteten Version.

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Proben für Hendrik Ibsens „Nora“ in einer überarbeiteten, gekürzten Version: (von links) Juan Cortes, Vivien Behrmann, Saskia Serwotka, Nicole Dill und Grit Feller.

Quelle: Isabelle Pantel

Kattendorf. In „Nora“ geht es um eine junge Frau, die von ihrem Mann systematisch unterdrückt und auf Äußerlichkeiten reduziert wird. Die Aufführungen sind für Freitag und Sonnabend, 22. und 23. April, jeweils ab 20 Uhr geplant. Das Ensemble ist schon jetzt gespannt darauf, wie der Genre-Wechsel vom Publikum aufgenommen wird.

 Die Schauspieler, die „Nora“ einstudieren, dürften dem Kattendorfer Publikum bekannt vorkommen. Sie alle wirken in der Gruppe „Twilight“ mit, die sich in der Theater-Szene bereits einen Namen gemacht hat. Einige Ensemble-Mitglieder wollen nun etwas Neues ausprobieren. Daher schlossen sie sich im Januar zu den Kattendorfer Kammerspielern zusammen. „Nora“ ist ihr erstes Projekt.

 Der Dreiakter geht auf eine Vorlage von Henrik Ibsen zurück, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Nora (Nicole Dill) ist mit Thorvald (Juan Cortes) verheiratet, der sie ständig überwacht. Für ihn zählen nur äußerliche Werte, und daher verlangt er, dass Nora ständig an ihrer Idealfigur arbeitet, keine Süßigkeiten isst und sich angemessen kleidet. Auch dass sie ständig sexuell verfügbar zu sein hat, hält Thorvald für selbstverständlich. Nora wird somit immer mehr zu einer Marionette, die in ihrem eigenen Zuhause gefangen ist.

 „Unser Ziel besteht darin, unser Repertoire um Klassiker zu erweitern“, berichtet Rainer Hansen. Er hat bei den Kattendorfer Kammerspielern die Aufgabe des Regisseurs übernommen. Ihm liegt viel daran, den Schauspielern nicht einfach vorzugeben, wie sie auf der Bühne zu agieren haben, sondern mit ihnen über das Stück zu diskutieren. So nähert sich die Truppe nach und nach gemeinsam dem Kern des Schauspiels an.

 In der ursprünglichen Version dauert „Nora“ rund zweieinhalb Stunden. Das erschien den Kattendorfern zu lang, und daher kürzten sie das Stück um rund eine Stunde. „Das war sehr schwer, weil sich Ibsen natürlich bei jedem Satz etwas gedacht hat“, sagt Rainer Hansen.

 Die größte Herausforderung bei den auf Hochtouren laufenden Proben ist der sperrige Text. „Wir halten uns in diesem Punkt ans Original, weil wir zeigen wollen, wie zeitlos das Thema ist“, erklärt der Regisseur. Die Handlung hingegen sei ins Hier und Jetzt verlagert worden. Dementsprechend hat Nora beispielsweise einen Personal Coach, der für ihre Fitness verantwortlich ist.

 Mit ihrer etablierten „Twilight“-Gruppe führen die Kattendorfer in der Regel jedes Stück an zehn Abenden auf - vor vollem Haus. In der neuen Formation planen sie jedoch erst einmal in kleinerem Maßstab und wollen nur zwei Vorführungen geben. „Es ist ein Test. Wir hoffen, dass er beim Publikum ankommt“, sagt Rainer Hansen. Und mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Mal sehen, wie unbeschadet wir aus dieser Nummer herauskommen.“

 Der Vorverkauf beginnt am Freitag, 1. April. Karten bei Friseur Wagner (Kattendorf), Sparkasse Südholstein (Kaltenkirchen) und über die Homepage www.theater-kattendorf.de.

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