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Tödliche Messerstiche auf Steuerberater

Bad Segeberg: Mordanklage gegen Frau Tödliche Messerstiche auf Steuerberater

Die Messerstecherin von der Kurhausstraße muss möglicherweise lebenslänglich hinter Gitter. Wie Oberstaatsanwalt Axel Bieler gestern auf Anfrage der Segeberger Zeitung bestätigte, erhebt seine Behörde Anklage wegen Mordes. Der Prozess gegen die 27-Jährige dürfte im Frühjahr oder Frühsommer in Kiel stattfinden.

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Die Anklagebehörde hat ihre Ermittlungen gegen die junge Frau abgeschlossen.

Quelle: dpa

Bad Segeberg/Kiel.  Die Messerstecherin von der Kurhausstraße muss möglicherweise lebenslänglich hinter Gitter. Wie Oberstaatsanwalt Axel Bieler gestern auf Anfrage der Segeberger Zeitung bestätigte, erhebt seine Behörde Anklage wegen Mordes. Der Prozess gegen die 27-Jährige dürfte im Frühjahr oder Frühsommer in Kiel stattfinden.

Die Tat hatte sich am 12. Oktober 2016 gegen 21.45 Uhr ereignet. Um diese Zeit klingelte in der Einsatzleitstelle der Polizei das Telefon. In der Leitung war ein 58-jähriger Bad Segeberger. Er teilte den Beamten unter Schmerzen mit, dass er mit einem Messer angegriffen worden sei und dringend Hilfe brauche. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wissen konnte: Der Mann war durch die Messerstiche so schwer verletzt, dass jede ärztliche Hilfe zu spät kommen sollte.

Wie die Ermittler herausfanden, war es zunächst ein gemütlicher Abend gewesen. Das spätere Opfer Heinz S. und die junge Frau tranken gemeinsam Sekt oder Wein auf der Sofa. Nach SZ-Informationen stammt die 27-Jährige aus dem Rotlichtmilieu und kannte den Bad Segeberger schon länger. Offenbar hatte sich aus den rein geschäftlichen Kontakten eine nähere Beziehung entwickelt.

Im Prozess wird nun detailliert geklärt werden müssen, warum die Frau plötzlich in die Küche gegangen ist und sich dort mit einem Messer bewaffnete. Anschließend – so heißt es weiter – setzte sie sich auf den Schoß des Mannes und begann, auf ihn einzustechen. Dabei erlitt Heinz S. zahlreiche Wunden im Oberkörper.

Der schwerverletzte Mann konnte sich noch zum Telefon schleppen und den Notruf wählen. Wenige Minuten nach dem dramatischen Hilferuf trafen Polizei und Notarzt vor einem Mehrfamilienhaus an der Kurhausstraße ein. Die Helfer  fanden den 58-Jährigen mit schweren Stichverletzungen an Brust und Hals. Er war aber noch bei Bewusstsein. Während sich die 27-jährige Frau zunächst in der Küche verschanzte, begann für die Mediziner ein dramatischer Wettlauf um das Leben von Heinz S. das sie schließlich verloren. Polizeibeamte hatten unterdessen durch gutes Zureden verhindert, dass die 27-Jährige aus dem Küchenfenster in den Tod springt. Die Frau konnte mit Pfefferspray überwältigt und festgenommen werden.

Nun ist es die Aufgabe des Kieler Schwurgerichts unter Vorsitz von Richter Jörg Brommann, die Tat möglichst lückenlos aufzuklären und zu ahnden. Laut Brommann dürften bis zum Beginn der Hauptverhandlung noch einige Wochen oder gar Monate ins Land gehen. Er hat gerade vier Anklagen auf dem Tisch und muss diese erst einmal durcharbeiten. Dann kann er entscheiden, in welcher Reihenfolge sie verhandelt werden: „Es wird eventuell April – aber das muss ich erst sehen.“

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