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Mordverdacht: Haftbefehl gegen Ehemann erlassen

Tote in Schackendorf Mordverdacht: Haftbefehl gegen Ehemann erlassen

Das Rätsel um die Tote aus der Feldmark ist offenbar schon gelöst: Laut Oberstaatsanwalt Axel Bieler wurde gegen den 47 Jahre alten Ehemann der toten Nadine L. (34) Haftbefehl erlassen. Gegen ihn bestehe „Mordverdacht“.

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Im Fall der getöteten Frau in Schackendorf wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kiel der Ehemann des Opfers vorläufig festgenommen.

Quelle: Michael Stamp

Schackendorf. Im Fall der getöteten Frau in Schackendorf wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kiel gegen den Ehemann des Opfers Haftbefehl vom Amtsgericht Kiel erlassen. Der Beschuldigte bestreitet nach Angaben von Bieler die Tat.

Bieler: „Nach der ersten rechtsmedizinischen Einschätzung ist die Frau durch stumpfe Gewalt zu Tode gekommen.“ Der beschuldigte Volker L. wurde noch am Freitag dem Haftrichter vorgeführt.

Damit hat sich ein Verdacht bestätigt, der bei den Ermittlern schon unmittelbar nach Bekanntwerden des Verbrechens aufgekommen war. Volker L. hatte seine Frau Nadine (34) am späten Mittwoch Abend auf der Polizeiwache in Bad Segeberg als vermisst melden wollen. Sie sei von einem abendlichen Spaziergang mit dem Hund der Familie nicht zurückgekehrt. Die Polizei sah aber keine Anzeichen einer akuten Gefahr und wollte zunächst einmal bis zum nächsten Morgen abwarten. Zu diesem Zeitpunkt war die Mutter eines Jungen im Kindergartenalter möglicherweise bereits tot.

Fundort ist möglicherweise inszeniert worden

Am Donnerstag meldete der Mann dann gegen Mittag, er habe seine Frau auf seiner verzweifelten Suche leblos aufgefunden. Nach Informationen der Segeberger Zeitung lag sie mit blutigem Schädel und nacktem Unterkörper am Rande eines einsamen Feldwegs am Rande von Schackendorf. Nach den jetzigen Erkenntnissen liegt die Vermutung nahe, dass der Fundort inszeniert worden sein könnte, um ein Sexualverbrechen vorzutäuschen.

Dort in der Feldmark suchten am Freitag 35 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Eutin nach der Tatwaffe. Zu diesem Zweck schnitten sie auf 40 Metern Länge den Knick herunter und durchkämmten sorgfältig das Unterholz.  Laut Polizei wurden Gegenstände sichergestellt, die gegebenenfalls mit der Tat in Verbindung stehen könnten. Diese werden jetzt kriminaltechnisch untersucht. Parallel dazu lief die Obduktion in der Kieler Rechtsmedizin.

Wie die Segeberger Zeitung von Nachbarn erfuhr, hatte es in der Wohnung des Ehepaars in der Vergangenheit des öfteren lautstarke Auseinandersetzungen gegeben. Bei den Ordnungsbehörden war Volker L. ebenfalls schon mehrfach auffällig geworden. Unter anderem soll er einmal Benzin auf einer Heizanlage gelagert haben – mit den zu erwartenden Folgen.

Volker L. soll bunter Vogel gewesen sein

Dem Schackendorfer Bürgermeister Alexander Scheffler war der Mann ebenfalls wegen solcher und ähnlicher Eskapaden bekannt. Als Fußball-Nachwuchstrainer wiederum soll L. sich einen guten Ruf erworben haben: „Ich fand ihn immer sehr nett, obwohl er irgendwie ein bunter Vogel war“, erzählte eine Mutter.

Auch eine weitere Beobachtung der Nachbarn erscheint nun in neuem Licht. Einer von ihnen wunderte sich darüber, dass Volker L. ausgerechnet am nasskalten Mittwochabend noch einen größeren Berg an Gartenabfällen mit dem Auto abtransportierte. Nun liegt die Vermutung nahe, dass er sich bei dieser Gelegenheit in Wahrheit des Leichnams seiner getöteten Ehefrau entledigte; denn ob der Fundort zugleich der Tatort ist, wurde von der Polizei am Freitag nicht kommentiert.

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