23 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
E-Busse fahren auch in Segeberg

Touren ab 2020 E-Busse fahren auch in Segeberg

Der Kreis Segeberg stellt im Busverkehr vielleicht auf neue Technik um. Mittelfristig könnten dort Busse mit Dieselmotoren durch umweltschonende Busse mit Elektrobatterie ersetzt werden. Ab 2020 werden auf jeden Fall die ersten E-Busse aus Hamburg in den Süden des Kreisgebietes pendeln.

Voriger Artikel
Bücherei zieht in die Innenstadt
Nächster Artikel
Der Itzstedter See ist verkauft

Die ersten Busse mit Batteriebetrieb testen die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein in Hamburg – bislang mit Erfolg.

Quelle: VHH

Kreis Segeberg. Selbst autonom fahrende E-Busse sind - wie berichtet - bald denkbar. Denn der Kreisumweltausschuss empfahl, für eine oder mehrere Linien in Wahlstedt eine Machbarkeitsstudie durch ein Berliner Fachbüro anfertigen zu lassen. Der Hauptausschuss muss noch zustimmen, ebenso die Gremien der Stadt. „Wir wären gerne die Modellkommune“, sagte Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse. Noch 2017 soll die Studie vorliegen. Sie kostet rund 11500 Euro, je zur Hälfte bezahlt von Stadt und Kreis. Sie soll auch die juristische Seite klären. Denn solche Fahrzeuge sehen Straßenverkehrs- und Haftungsrecht noch nicht vor.

 Ausschussvorsitzender Arne Hansen (Grünen-Fraktion) könnte sich fahrerlose Busse dort vorstellen, wo sich ein Busverkehr bislang nicht lohnt. Wie in Wahlstedt für die Anbindung des Bahnhofs am Ortsrand, die vor Jahren mangels Kunden eingestellt worden war.

 Noch viel weiter geht ein Modell, das Toralf Müller dem Ausschuss vorstellte. Er ist Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH). Das viertgrößte Busunternehmen Deutschlands fährt auch auf 22 Linien im Kreis Segeberg in Norderstedt, Henstedt-Ulzburg und Umgebung, überwiegend aber in Hamburg. Ein Teil der Flotte von 555 Bussen muss ab 2020 auf E-Fahrzeuge umgerüstet werden. Denn Hamburg will für sein Gebiet auf diese Technik schrittweise umstellen. Weil einige Hamburger Buslinien auch ins Umland führen, werden E-Busse dann auch in Segeberg unterwegs sein.

 VHH testet bereits mit Erfolg einige E-Busse. Sie haben 280 Kilometer Reichweite und werden über Nacht geladen. Zwar kostet ein E-Midi-Bus mit 410000 Euro immer noch deutlich mehr als ein Dieselbus mit 160000 Euro. Dies liegt aber vor allem an den Preisen für die Batterien. Sie seien in den vergangenen sechs Jahren schon um 77 Prozent gefallen, sagte Müller. Und sie würden bis 2030 weiter stark sinken.

 Der Strombedarf für 555 E-Busse wäre riesig: Täglich so groß, wie 20000 Haushalte benötigen.

 Der E-Betrieb hätte mehrere Vorteile, sagte Müller im Ausschuss: Die Busse fahren bis 30 km/h deutlich leiser als Dieselwagen. So leise, dass sie mit Klingelton Fußgänger sogar warnen müssen. Sie erzeugen keine Abgase und nutzen nachts überschüssigen Strom etwa aus Windkraftanlagen. E-Busse halten 14 Jahre, und damit länger als Dieselbusse. Allerdings müssten die VHH-Werkstätten umgerüstet, die Mitarbeiter geschult und Stromtankstellen gebaut werden. Ein großes Problem für den laufenden Betrieb sei die Steuerbelastung beim Strompreis. Der Satz für Batteriebusse liege fast doppelt so hoch wie für Oberleitungsbusse oder Bahnen. Hier müsse der Bund angleichen.

 Dies hat er auch vor, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und Verkehrsexperte Gero Storjohann. In der vorigen Woche habe die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf beraten. Der Haken: Die EU-Kommission muss zustimmen. In der entsprechenden EU-Richtlinie seien Oberleitungsbusse erwähnt, Batteriebusse aber nicht.

 Die Segeberger Fraktionen im Umweltausschuss zeigten sich von der E-Bustechnik angetan, wollten aber jetzt erst mal intern beraten. Ausschussvorsitzender Arne Hansen sah vor allem für städtische Regionen gute Möglichkeiten für einen E-Busverkehr.

 Theoretisch könnte der Kreis recht bald E-Busse fahren lassen. Denn er ist Auftraggeber, bestellt bei den Busunternehmen die Fahrten, aufgeteilt in zehn Busteilnetze. Der Kreis zahlt über drei Millionen Euro Zuschuss pro Jahr.

 Claudius Mozer, der für den Kreis den Busverkehr organisiert, ist überzeugt: Mittelfristig würden E-Busse nicht teurer fahren als Diesel-Busse. Das hieße für den Kreis: Gleiche Kosten, aber mehr Umweltschutz.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3