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Lokal Berghalle wurde verkauft

Traditionsgaststätte Lokal Berghalle wurde verkauft

Eines der traditionsreichsten Lokale in Bad Segeberg ist verkauft: Traute und Gerhard Geerdes haben die Berghalle über drei Jahre nach der Schließung verkauft. Die konkrete Zukunft der Gaststätte steht allerdings noch in den Sternen.

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Das Traditionslokal Zur Berghalle ist verkauft worden. Die weiteren Pläne der neuen Eigenmtümerin für die Immobilie sind allerdings noch nicht bekannt.

Bad Segeberg. Traute Geerdes, die mit ihrem Mann mittlerweile in unmittelbarer Nähe von Tochter Tanja in Bühnsdorf wohnt, bestätigte gestern den Verkauf, den das Ehepaar schon in den letzten Tagen der Berghalle im März 2012 angestrebt hatte. Eine Verpachtung war für die Wirtsleute nicht in Frage gekommen, und eine Nachfolge aus der Familie hatte sich nicht ergeben. Die Tochter hat sich für eine juristische Berufslaufbahn entschieden.

 Die Käuferin, die nach Informationen der Segeberger Zeitung aus Hamburg kommt, hat sich laut Traute Geerdes bislang nicht zu ihren weiteren Plänen mit der Immobilie geäußert. „Wir haben aber seit der Übergabe auch keinen Kontakt mehr zu der Frau.“ Die Familie hat mit der gastronomischen Vergangenheit an der Oldesloer Straße abgeschlossen. Das Kapitel ist mit dem Verkauf beendet.

 Anfang des 20. Jahrhunderts hatte das Anwesen in der Nähe des Kalkbergs noch aus der damals gängigen Kombination von Gast- und Landwirtschaft bestanden. Diesen Betrieb übernahmen Marko und Elsa Geerdes im Jahr 1936 mit einem Schanklokal und einem Stallgebäude mit Pferden, Kühen und Ackerflächen am Ortsrand.

 1942 wurde Gerhard Geerdes geboren. Er hatte eigentlich nie geplant, den Familienbetrieb zu übernehmen. Ihn zog es in eine Gegend, die mehr als nur einen Kalkberg zu bieten hatte: in die Schweiz. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Patissier – also zum Küchenkonditor, der für für Teige, Nachtische und Süßspeisen sorgt. Dieser Beruf führte ihn nach Davos und St. Moritz in edle Hotels - dorthin, wo sich die feine Gesellschaft traf und es sich gut gehen ließ. Weltberühmte Stars wie Playboy Gunter Sachs und Filmlegende Gina Lollobrigida ließen sich Geerdes’ süße Kreationen schmecken.

 Die Liebe zog ihn nach Bad Segeberg zurück. Er heiratete seine Traute, die er schon seit Kindertagen aus der Oldesloer Straße kannte. Zunächst blieb Geerdes dem Patissier-Beruf treu und arbeitete elf Jahre lang im Travemünder Maritim-Hotel – als Chef der Abteilung.

 Dann ereilte ihn der Ruf der Berghalle aber doch noch. Seine Eltern hatten das Lokal 1972 aus Altersgründen verpachtet. Als der Nachfolger 1984 aufgab, übernahmen Traute und Gerhard Geerdes den Laden. Das Gebäude wurde umfassend renoviert und zu dem Schmuckstück, das es heute noch ist. 1994 ließ man die Größe des Festsaals verdoppeln und nannte ihn „Kaiser-Lothar-Saal“ nach Bad Segebergs Stadtgründer.

 Dort im Saal tagten etliche Vereine und Verbände. Die Sozialdemokraten aßen vor allem Geerdes’ berühmte Riesencurrywurst sehr gern. Das deftige Gericht wurde auch mitten in Sitzungen und sogar bei kniffeligen Wahlgängen verspeist. Doch all das ging im März 2012 zu Ende.

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