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Albig lobte Schüler-Projekt

Trappenkamp Albig lobte Schüler-Projekt

Warum werden Grundschullehrer schlechter bezahlt als Oberstufenlehrer? Das sei ein gewachsenes System, das man nicht so leicht verändern könne, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig am Freitag in der Richard-Hallmann-Schule. Die Schüler hatten eine Menge Fragen.

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Foto: Großes Interesse zeigte Torsten Albig am Vortrag von Simon Reimer, der ihm von einem Projekt zum Thema Vermüllung der Natur berichtete.

Quelle: Detlef Dreessen

Trappenkamp. Unvermutet der halben Nationalmannschaft gegenüberstehen – das brachte selbst Albig zum Stutzen. In der Richard-Hallmann-Schule stellten sich ihm Melina Gerner und Jonas Rosenberg vor, die im August mit anderen Deutschland bei der Welt-Geo-Olympiade in Japan vertreten werden.

 Die Begegnung mit den Nachwuchs-Geowissenschaftlern war eine Station bei Albigs Rundgang durch die Gemeinschaftsschule. Anregungen wolle er sammeln, erklärte der Regierungschef, und die bekam er. Etwa bei Berichten von internationalem Schüleraustausch oder einer Gruppe, die sich der Müllvermeidung widmet und außerhalb der Schulzeit am Segeberger See untersuchte, wie viel Müll in der Natur gelassen wird. Dabei sammelten sie innerhalb von drei Stunden 24,3 Kilogramm auf 300 Metern. „Toll, dass ihr euch da Gedanken drüber macht“, lobte Albig. Auch ihn störe, dass er durch seinen Verbrauch von Kunststoffen die Weltmeere belaste.

 Beim deutsch-indischen Klassenzimmer, einem Projekt mit Austausch über das Internet und realen Begegnungen, erzählte Albig über sein Reiseerfahrungen in dem asiatischen Land. Als Lehrerin Kirsten Düßler berichtete, dass das Projekt wegen dem Ausstieg eines Sponsors auf der Kippe steht, versprach Albig Hilfe. Er kenne einen indischen Botschafter in Berlin: „Ich stelle mal den Kontakt her.“

 „Ich habe großen Bedarf an Politikberatung“, sagte Albig. Er habe sonst immer mit 50-Jährigen zu tun und erhoffe mal ein paar Anregungen von jungen Leuten. Zum „fröhlichen Streiten“ rief er auf. Nach dieser Einleitung war jedoch die Begegnung auf Augenhöhe vorbei. Die Oberstufenschüler durften Fragen stellen, Albig seine Politik erklären. Warum Flüchtlingsunterkünfte leer und beleuchtet herumstehen, wurde gefragt. Albig erklärte es damit, für zukünftige Fälle gewappnet sein zu wollen. „Die Erde wird nicht friedlicher.“

 Einig waren sich Schüler und ihr Gast, dass am Miteinander von Flüchtlingen und Deutschen gearbeitet werden muss. Verpflichtende Kurse, in denen deutsches Recht und deutsche Werte vermittelt werden, wurden vorgeschlagen.

 Auch der Mangel an Lehrkräften sei nicht leicht zu beheben, sagte Albig auf eine Schülerfrage hin. „Dazu muss ich Geld organisieren und umschichten“, so der Politiker.

 Warum ein Ingenieur gut in Musik und Sport sein müsse, weil das den Numerus Clausus beeinflusst? „Ob das klug ist, darüber kann man reden“, erwiderte Albig. Bei Zahnärzten sei vielleicht die handwerkliche Begabung wichtiger. „Aber es ist zu zeitaufwändig, mit allen Studenten Praxistests zu machen.“

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