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Dank an eine Menschenfreundin

Trappenkamp Dank an eine Menschenfreundin

Hermine Daniels bleibt unvergessen. Nicht, weil sie an entscheidenden Stellen in der Politik die Strippen gezogen hätte, sondern weil sie immer für die kleinen Leute da war. Am Mittwoch wäre die Trappenkamperin 97 geworden. Aus dem Anlass wurde eine Gedenktafel für die vor zwei Jahren Verstorbene enthüllt.

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Kunstschmied Raymond Dreyer (links) hatte die Gedenktafel angefertigt, die Bürgermeister Harald Krille enthüllte.

Quelle: Petra Stöver

Trappenkamp. „Hermine Daniels war einfach eine unglaubliche Menschenfreundin“, sagt Gabriele Riecken-Hübner. Sie hatte die Initiative ergriffen, damit eine Plakette angefertigt und unter „Hermines Uhr“ in der Gablonzer Straße aufgestellt werden kann. Die Uhr heißt im Volksmund so, weil Daniels vor Jahren für den Erhalt einer „öffentlichen Uhr“, die eine Werbefirma als Betreiberin abreißen lassen wollte, vor ihrem Wohnhaus gekämpft hatte. Denn die Kinder auf dem Weg zur Schule sollen wissen, wie spät es ist. Die Zeitanzeige blieb am Straßenrand erhalten, wurde sogar erneuert und später mit einen Bild der alten Dame versehen.

 So wie Hermine Daniels sich für die Uhr einsetzte, so trat Riecken-Hübner für die Gedenktafel ein. „Hermine kannte jedes Kind, und wir alle kannten und mochten Hermine“, erinnert sie sich. Sie ist jetzt 59 und wird in diesem Jahr 60, in dem auch Trappenkamp das 60-jährige Bestehen als selbstständige Gemeinde feiert. So entstand die Idee, im Jubiläumsjahr an eine besondere Bürgerin zu erinnern. Schnell hatte Riecken-Hübner die Zusagen für die 1100 Euro zusammen, die die Plakette kosten sollte. Vier Privatleute sowie Gemeinde und DRK beteiligen sich.

 „Es ist ganz wichtig, dass die Bürger sich einmischen“, lobte Bürgermeister Harald Krille, der extra seinen Urlaub auf Fehmarn unterbrochen hatte, um die Medaille zu enthüllen. Er sprach von vorbildlicher Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft und erinnerte an das Engagement von Hermine Daniels für das Rote Kreuz über Jahrzehnte. Dessen Kleiderkammer wird noch immer „Hermines Boutique“ genannt. 2013 wurde die damals 94-Jährige zur Ehrenbürgerin der Gemeinde ernannt. Sie war damit nach dem ehemaligen Bürgervorsteher Erwin Wengel erst die zweite Person, die diese Ehre erfahren hat. Sie habe sich aufgeopfert für die Bevölkerung, sagte Krille.

 Angefertigt wurde die Metallplatte mit einer kurzen Inschrift vom Kunstschmied Raymond Dreyer (Firma Laas GmbH). Der 41-jährige Trappenkamper erinnert sich ebenfalls noch gern an die Zusammenarbeit mit der Geehrten.

 Sieben Jahrzehnte hatte sich die geborene Österreicherin als liebevolle und couragierte Helferin engagiert. Während und nach dem Krieg versorgte Hermine Daniels Flüchtlinge und half bei Schulspeisungen, beim Landesverein in Rickling lernte sie Krankenpflegerin und trat dem Ortsverband des Roten Kreuzes Rickling bei. 1964 gründete sie mit ihrem Mann und anderen Unterstützern den DRK-Ortsverband Trappenkamp. Als Dank erhielt sie unter anderem die Henry-Dunant-Medaille des DRK und das Bundesverdienstkreuz.

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