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Der Schul-Name soll weg

Trappenkamp Der Schul-Name soll weg

In der Dr.-Gerlich-Schule gibt es den Willen, diesen Namen abzuschaffen. Dr. Gerhard Gerlich, der nach dem 2. Weltkrieg politisch Karriere machte und als Landtagsabgeordneter den Bau der Trappenkamper Grundschule vorantrieb, war in der Nazi-Zeit Mitglied der SS gewesen.

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Kein guter Name, findet die Lehrerkonferenz der Dr.-Gerlich-Schule.

Quelle: Detlef Dreessen

Trappenkamp. Gerlich hatte sich zudem in einem Schreiben gebrüstet, er habe – damals Lehrer – „seine Schullandschaft von unliebsamen Elementen gesäubert“. Dieses Zitat und das Verleugnen seiner Vergangenheit seien keinem Schüler als vorbildlich zu vermitteln, sagt Schulleiter Sven Teegen. „Darum will das Kollegium diesen Namen nicht.“

 Auch außerhalb Trappenkamps werde der Name kritisch gesehen, meint Teegen. So sei er von einem ehemals politisch Verfolgten angeschrieben worden. „Der fragte: Wissen Sie eigentlich, wer der Namensgeber Ihrer Schule ist?“, berichtet Teegen.

 Er möchte sich nicht moralisch über Gerlich erheben, betont der Schulleiter. „Ich will nicht abstreiten, dass ich selbst damals da hinein gerutscht wäre.“ Zudem habe Gerlich gesehen, dass seinem Bruder eine Karriere verbaut wurde, als dieser zugab, in der SS gewesen zu sein. Nachvollziehbar sei die Lüge unter diesen Umständen, aber nicht vorbildlich. Vielleicht hätte Gerlich vor diesem Hintergrund auch eine Benennung nach seinem Namen abgelehnt, überlegt Teegen. Doch die Namensgebung wurde erst nach dessen Tod vollzogen, im Jahr 1969.

 Über den Namen müsse die Gemeinde als Schulträger entscheiden, sagt Teegen. „Aber ich habe den Auftrag, demokratische Werte und Normen zu vermitteln.“ Ein derart belasteter Name passe nicht zu einem so offenen Ort wie Trappenkamp.

 Hintergrund sind ein Aufsatz einer Schülerin aus Uetersen über Gerlichs Rolle in der NS-Zeit sowie ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten. Dessen Autor wurde nun von der Gemeinde beauftragt, eine weitere Analyse zu Gerlichs Lebensleistung nach 1947 zu erstellen. Ob das die Fehler in den Jahren zuvor aufhebe und die problematische Namensgebung behebe, sei fraglich, findet Teegen: „,Grundschule Trappenkamp reicht.“

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