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Ein besonderer Schüleraustausch

Trappenkamp Ein besonderer Schüleraustausch

Was zehn Schüler der Trappenkamper Richard-Hallmann-Schule (RHS) bei einem zehntägigen Schüleraustausch erlebten, überstieg die üblichen Besuche in Nachbarstaaten bei weitem. Ein Kulturschock war inbegriffen bei der Reise nach Hyderabad, einer Großstadt in Indien.

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Schüler der Trappenkamper Richard-Hallmann-Schule waren mit ihren Lehrerinnen Sylke Hlawatsch (von rechts) und Kirsten Düßler im indischen Hyderabad und haben viele Souvenirs mitgebacht.

Quelle: Detlef Dreessen

Trappenkamp. Schon in den Unterkünften bei ihren Gastfamilien merkten die deutschen Schüler, dass aus dem Wasserhahn fließendes Trinkwasser nicht selbstverständlich ist. „Was da aus dem Wasserhahn kommt, darf man nicht trinken“, berichtete Iven Binder am Donnerstag im Rahmen einer Präsentation vor Mitschülern. „Es ist ungenießbar, weil es mit sehr viel Chlor desinfiziert wird.“ Es werde aus einem Fluss gewonnen, in dem viel Müll schwimmt. Selbst beim Duschen müsse man den Mund schließen, und auch zum Zähneputzen benutze man besser aufbereitetes Wasser aus großen Bottichen, die aus 200 Kilometern Entfernung geliefert werden.

 Erschüttert zeigte sich Iven von den Zuständen in Arbeitersiedlungen an Großbaustellen. Wie in Slums sei es dort zugegangen. Kranke hätten auf den Straßen zwischen Müll herum gelegen.

 Schüler und Lehrer der Nasr Boy School aus Hyderabad hatten die Trappenkamper Richard-Hallmann-Schule im Rahmen des Projektes „Deutsch-Indisches Klassenzimmer“ im vorigen Jahr besucht. „Nachhaltige Wassernutzung“ stand im Fokus. Unter dem Leitthema hatten sie sich die örtliche Kläranlage, das Wasserwerk und Wetterstationen angeschaut. Solche Einrichtungen standen auch in Hyderabad im Mittelpunkt des Gegenbesuches, dem lange entgegen gefiebert wurde.

 Meistens allerdings erlebten die Trappenkamper Schüler die positive Seite der Sechs-Millionen-Stadt Hyderabad. Die große Gastfreundschaft etwa. Familienmitglieder zogen innerhalb der Wohnung um, um Platz für ihre Gäste zu schaffen. Man bemühte sich, nicht allzu scharf zu kochen, und hatte neben Reis und Hühnchen auch Toastbrot im Angebot. Extra für die Gäste wurde auch Toilettenpapier auf dem WC bereitgestellt. Das sei in Indien eher ungewöhnlich, erklärten die Jugendlichen. Statt Toilettenpapier wird eine Handbrause in einem Bidet benutzt.

 Interessant fanden die Schüler auch, dass in Läden und auf Märkten kräftig um Preise gefeilscht wurde. So weit, dass Handytaschen am Ende nur noch 10 Prozent des anfangs genannten Preises kosteten.

 Indische Kleidungsstücke und andere Mitbringsel zeugen nun von der spannenden Reise. Bestaunt wurden von den Mitschülern auch die mit Henna verzierten Arme und Hände von Josefine Lüthje. „Das macht man dort sonst bei Hochzeiten“, berichtete sie.

 Das nächste Deutsch-Indische Klassenzimmer wird im Schuljahr 2016/17 eingerichtet, versprachen die Lehrerinnen Sylke Hlawatsch und Kirsten Düßler. Dann heißt das Thema „Ernährung und Landwirtschaft“.

 Möglich sei das Ganze nur durch ein gemeinsames Projekt der Robert Bosch-Stiftung, des Goethe-Instituts und der Organisation AFS – Interkulturelle Begegnungen, betonte Sylke Hlawatsch. Dadurch kostete die Reise lediglich 300 Euro pro Schüler. Allein die Robert Bosch-Stiftung hat die Reise mit 500 Euro pro Person bezuschusst.

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