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Festakt zum 60-jährigen Jubiläum

Trappenkamp Festakt zum 60-jährigen Jubiläum

Mit einem Festakt haben die Jubiläumsfeiern im Ort begonnen, der vor 60 Jahren - am 1. April 1956 - selbstständige Gemeinde wurde. Den Anfang markierte eine Versammlung im Bürgerhaus, zu der rund 180 Gäste kamen. Flüchtlinge spielten seinerzeit bei der Gründung der Kommune eine große Rolle.

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Trappenkamps ehemalige Bürgermeister Eberhard Grosser (von links), Gert Pechbrenner und Werner Schultz erinnerten an die Aufbaujahre.

Quelle: Detlef Dreessen

Trappenkamp. Politiker, Bürgermeister der Nachbarorte und Vertreter von Institutionen und Vereinen gaben sich ebenso ein Stelldichein wie Vertreter der regionalen Wirtschaft und die früheren Bürgermeister Eberhard Grosser, Gert Pechbrenner und Werner Schultz.

 Kurzweilig erinnerte Prof. Dr. Oliver Auge, Inhaber eines Lehrstuhls für regionale Geschichte an der Universität Kiel, im Festvortrag an das Marien-Sperrwaffenarsenal im Westen Bornhöveds, das die britische Royal Navy nach dem Krieg dem Erdboden gleichmachen wollte – aber das die britische Abteilung für Arbeitskräfte als Flüchtlingslager benötigte. Dass damals Ressentiments der Bornhöveder Bevölkerung entstanden, sei verständlich, sagte Auge. Die Zahl der – meist aus dem Sudetenland stammenden – Flüchtlinge war größer als die der Einheimischen, sie waren nicht evangelisch, sprachen kein Plattdeutsch und pflegten Arbeitsweise und Lebensstil einer industrialisierten Gesellschaft, während Bornhöved von Landwirtschaft geprägt war. Zudem waren die meisten Zugezogenen mittellos.

 Dass die Einwohner der Siedlung Trappenkamp sich zu wenig in der Bornhöveder Gemeindevertretung vertreten sahen, habe letztlich die Gründung einer amtsfreien Gemeinde Trappenkamp am 1. April 1956 hervorgerufen, referierte Auge.

 Er erinnerte an die von sudetendeutscher Kultur geprägten Feiern im Haus der Heimat und an die Lebensmittelhändler, die die Bevölkerung versorgten, die in 15 Jahren von 800 auf 4000 Einwohner wuchs.

 Auch Dr. Gerhard Gerlich, nach dem die Grundschule benannt ist, kam zur Sprache. Dass er seine Mitgliedschaft in der SS verschwieg, sei problematisch, befand Auge. Doch sollte nicht vergessen werden, dass Gerlich einst als Landtagsabgeordneter dazu beitrug, dass die junge Gemeinde viele Zuschüsse vom Land erhielt. Damit wurden Schule, Straßen und andere Infrastruktur finanziert. Auge riet zur „ergebnisoffenen Diskussion“. Die Gemeinde solle „Geschichte aushalten und sich damit auseinandersetzen“.

 Bürgermeister Harald Krille dankte Auge mit einer Chronik und einer Trappenkamp-Uhr. Den Vortrag will er auf der Internetseite Trappenkamps veröffentlichen. Krilles Aufruf, „mal wieder über die Chronik nachzudenken“, nahm Marion Baumgartl wörtlich. Die Vorsitzende des Sudetendeutschen Kulturvereins überreichte ein Heft mit Texten über Persönlichkeiten der Pionierzeit. Derartiges Engagement, das in den vergangenen Jahrzehnten zu „Millionen von Stunden“ geleistet worden sei, bedeute einen Reichtum für den Ort, sagte Krille. Er würdigte zudem „ein Unternehmertum, dem die Kommune wichtig ist. Viele Gemeinden beneiden uns deshalb.“ Lob zollte er seinen Bürgermeister-Vorgängern Grosser, Pechbrenner und Schultz. „Sie haben viel dazu beigetragen, dass Trappenkamp so entwickelt ist. Ich konnte viel übernehmen.“ Dadurch habe die Gemeinde es immer wieder geschafft, „sich neu zu erfinden“ - auch als durch Firmenpleiten viele Jobs verloren gingen oder der Ruf als sozial schwacher Ort zeitweilig das Bild bestimmte, das Auswärtige hatten. Immer habe eines geholfen: „Wir erkennen Möglichkeiten, bevor sie zu sehen sind.“

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