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Mehr als nur eine kostenlose Mahlzeit

Trappenkamp Mehr als nur eine kostenlose Mahlzeit

Die Suppe gibt der Suppenküche zwar ihren Namen. Doch auch andere Gerichte kommen in Trappenkamp auf den Tisch. Und das seit zehn Jahren. Auf diese Leistung ist die Küchenmannschaft mit Recht stolz. Ihr kostenloser Mittagstisch hat sich zu einem Treffpunkt und zur Tauschbörse für Bedürftige entwickelt.

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Marion Pergande gibt Lauchzwiebeln an die Möhrensuppe. Später kommen noch Mettenden hinzu.

Quelle: Petra Stöver

Trappenkamp. Von Beginn an leiten Ulla Hintz (64, aus Nehms) und Marion Pergande (57, aus Trappenkamp) die Suppenküche in der Neuapostolischen Kirche. Als versierte Hausfrauen verstehen sie es, aus einfachen Zutaten eine schmackhafte Mahlzeit zu bereiten. Der Zufall bestimmt den Speiseplan. Denn die Suppenküche verarbeitet gespendete Lebensmittel: Gemüse, Fleisch, Brot oder Joghurt, die der Handel aussortiert hat, die aber ohne weiteres noch verbraucht werden können. „Es ist eine Herausforderung, mit dem zu kochen, was wir bekommen“, sagt Marion Pergande.

 Ulla Hintz hat die Sachen bei verschiedenen Stationen abgeholt: bei der Tafel in Bad Segeberg, beim Edeka-Markt Klauke in Trappenkamp, bei ihrem Arbeitgeber, dem Hof Weide in Bimöhlen. „Dann weiß ich, was ich hab und kann überlegen, was es geben soll.“ Die heute 64-Jährige hatte die Idee vor zwölf Jahren aus der Metropole Berlin mitgebracht nach Trappenkamp mit seinen rund 5000 Einwohnern.

 Ihren Erfolg können die beiden Frauen mit Zahlen belegen. „In zehn Jahren Suppenküche Trappenkamp wurden an 451 Donnerstagen insgesamt 13346 Teilnehmer begrüßt und somit durchschnittlich 30 Gäste bewirtet. Hinzu kommen zwischen Oktober 2009 und Juni 2011 weitere 789 Kinder, die in einer Schulspeisung versorgt wurden.“

 „Es sind viele Ältere unter den Gäste, aber auch Alleinerziehende mit Kindern“, berichtet Pergande. Alleinstehende, die nicht unbedingt auf eine kostenlose Mahlzeit angewiesen seien, genießen die Gemeinschaft und geben einen Obolus in die Kaffeekasse.

 Jeder darf zum Abschied übrig gebliebene Lebensmittel mit nach Hause nehmen. Beide Frauen sind sich darin einig: „Es ist dieses Strahlen in den Augen der Gäste, die spürbare Dankbarkeit, die uns jeden Donnerstag wieder antreibt.“

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