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Wochenmarkt - klein aber fein

Trappenkamp Wochenmarkt - klein aber fein

Im Vergleich zu Supermärkten, die immer  größer werden, wirken die sieben Verkaufswagen wie das kleine gallische Dorf, das den Römern trotzt. Das Budendorf, das sich an jedem Freitagnachmittag zum Wochenmarkt einfindet, bleibt erfolgreich – und das seit 50 Jahren.

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Uwe Jürgen Hoffmann (70) bringt auch Bekannten ab und zu ein Schnitzel oder Rinderfilet von Schlachter Ingo Niels mit.

Quelle: Detlef Dreessen

Trappenkamp. Der Eiermann neben dem Obststand, die Käsefrau neben dem Stand mit mediterranen Genüssen, mittendrin Marktmeister und Schlachter Ingo Niels mit seiner Frau Edeltraut. So sieht die Szenerie an jedem Freitag von 14 bis 18 Uhr aus.

 „Ich bin schon von Anfang an dabei“, berichtet Niels. Der damals 14-Jährige half seinem Vater auf dem Wochenmarkt, der damals noch auf dem Sudetenplatz stattfand. Statt in modernen Verkaufswagen wurden Fleisch und Wurst in Zelten verkauft. „Wir waren mit vier Mann stramm beschäftigt, die Kunden standen in Schlagen.“

 Heute geht es auf dem Wochenmarkt beschaulicher zu. Die meisten Menschen kaufen im Supermarkt ein. „Da kann man nur mit guter Qualität gegenhalten“, weiß Niels. Das bestätigt Kunde Uwe Jürgen Hoffmann (70). „Es schmeckt außerordentlich gut. Deshalb bringe ich auch Bekannten immer etwas mit.“ Er kaufe hier „seit ewigen Zeiten“ ein, genauer, seit er 1969 nach Trappenkamp gezogen ist. Stammkunden wie Hoffmann sind viele auf dem Trappenkamper Markt anzutreffen.

 „Es ist hier einfach frischer, leckerer“, lobt Bianka Burmeister, die gerade vom Gemüsehändler zum Eiermann weiterzieht. Und nicht nur das zieht die Stammkunden an. Man kennt sich und fragt einander auch mal über den Verkaufstresen nach dem Befinden. „Wie geht es deiner Frau?“, fragt Sargon Kalo den Kunden am mediterranen Feinkoststand und reicht ihm zum Probieren einen lecker gewürzten Frischkäse-Snack. „Hier ist ein tolles Publikum“, findet der Händler, der seit elf Jahren auf dem Trappenkamper Wochenmarkt steht.

 Auch Käsefrau Andrea Stagraczynski aus Wittenborn steht zufrieden in ihrem gelben Verkaufswagen, aus dem es würzig duftet. „Ich mache an einem halben Tag im Wagen so viel Umsatz wie ich in einem Geschäft den ganzen Tag über machen würde.“ Darum fährt sie seit Dezember zusätzlich zu anderen Orten auch den Trappenkamper Markt an. Den Entschluss hat sie nicht bereut. „Es sind ganz tolle Kunden, die kommen sogar bei Wind und Wetter.“

 Gut wäre, wenn noch ein Bäcker frische Backwaren anbieten würde, findet Andrea Stragraczynski. Platz wäre noch vorhanden, die Standgebühr hält sich auch im Rahmen, berichtet Ingo Niels. Ab 7,50 Euro kostet ein Stand pro Markttag.

 Auch Mario Niels (33) sieht die Zukunft der Wochenmärkte positiv. Demnächst wird er den Betrieb von seinem Vater übernehmen. Keine Frage: Auch unter seiner Regie wird der Stand an jedem Freitagnachmittag in Trappenkamp auf dem Marktplatz stehen und neben Wurst- und Fleischwaren auch mit dem neuesten Dorfnachrichten handeln.

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