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Von Flüchtlingen aufgebaut

Trappenkamp wird 60 Von Flüchtlingen aufgebaut

Die jüngste Gemeinde im Kreis Segeberg feiert im nächsten Jahr einen runden Geburtstag. Trappenkamp wird 60 Jahre alt. Das soll zünftig gefeiert werden. Ein Arbeitskreis hat bereits 46 Ideen geboren, die er umsetzen möchte.

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Die Blocks am Sudetenplatz folgten zwei Jahre nach der Gemeindegründung und galten damals als moderner Wohnungsbau.

Quelle: Detlef Dreessen

Trappenkamp. Alles soll unter dem Oberbegriff „Trappenkamp, die Familiengemeinde“ stehen, sagte Bürgermeister Harald Krille. „Schulen, Kindergärten, Jugendzentrum – alle Generationen wollen wir einbinden.“ Im Laufe des Jahres sollen Vereine und Verbände mit zahlreichen Tagen der offenen Tür ihre Angebote darstellen und zum Mitmachen einladen. Er könne sich auch einen besonderen Gottesdienst vorstellen, so Krille, und, dass auch die Fröhlichen Karnevalskinder das Thema aufgreifen.

 Kulturell will der Bürgermeister besondere Akzente setzen. Schon bei einem Kulturtag im Rahmen der Segeberger Kulturtage hatten zahlreiche Trappenkamper ihr Können gezeigt. 2016 soll dies noch ausgebaut werden. Die Waldbühne biete sich für Konzerte an, so der Bürgermeister. „Vor vier Wochen hatte ich Kontakt mit dem Intendanten des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Er will mal kommen und sie sich ansehen.“

 Auch die alljährlichen Feste wie Tanz in den Mai, Dämmerschoppen und Straßenfest sollen besonders gefeiert werden. Weitere Termine werden in den kommenden Wochen besprochen. „Ich werde als Bürgermeister den Hut aufhaben, aber wir haben viele Ehrenamtliche, mit denen ich alles besprechen werde.“

 Fest steht, dass auch das Thema „Flucht und Flüchtlinge“ im Mittelpunkt stehen wird, so Krille. Und es werde eine Bilderausstellung geben mit einer „Zeitreise von 1956 bis 2016“. Die Gemeinde wurde am 1. April 1956 selbstständig. Besiedelt wurde das ehemalige Marinesperrwaffenarsenal im Süden Gönnebeks und im Westen Bornhöveds schon nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Flüchtlinge vor allem aus dem Sudentenland, die nach Norddeutschland geflohen waren, fanden in den ehemaligen Fertigungsstätten für Seeminen ein Dach über dem Kopf.

 Zunächst war diese Siedlung jedoch Teil der Gemeinde Bornhöved. Gern gesehen waren die Fremden nicht. Die Bornhöveder schauten auf die Besitzlosen herab, die sich mehr schlecht als recht durchschlugen.

 

 Einige der Zugezogenen schafften es später sogar, in die Bornhöveder Gemeindevertretung gewählt zu werden. Nachdem es dort immer wieder zu Zwist zwischen Alteingesessenen und Zuzüglern kam, wurde beschlossen, dass Trappenkamp selbstständig werden sollte.

 Genau 172,2713 Hektar wurden dem neuen Ort zugestanden zwischen Ricklinger Chaussee, Hermannstädter Straße und den angrenzenden Waldflächen im Süden und Westen. Erst 1966 kam das Gelände nördlich der K52 und 1967 östlich der Hermannstädter Straße bis zur heutigen A21 hinzu.

 Erster Bürgermeister wurde Wolfgang Beckert, der von Anfang an viel zu tun hatte. Es galt, aus ein paar Baracken und schlechten Feldwegen einen lebenswerten Ort zu entwickeln. Am Sudetenplatz wurden moderne Mehrfamilienhäuser gebaut. 1957 legte Beckert den Grundstein für die Dr. Gerlich Schule. Es folgten Sportstätten, ein eigener Friedhof, der Marktplatz mit Bürgerhaus und all die anderen Einrichtungen, die der Gemeinde städtisches Flair geben wie Gemeinschaftsschule, Bücherei, Kindergärten, Sportstätten, Waldschwimmbad und Fernwärmeheizwerk.

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