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Für die Kunst in die Südsee

Trappenkamper Erzieherin Für die Kunst in die Südsee

Was Kinder der Cookinseln im Südpazifik denken und fühlen, wollte Barbara Bull aus Trappenkamp erkunden. Neun Monate lang leitete die Kunsterzieherin ein Kunstprojekt, das sich vor allem mit der Kultur der Maori beschäftigt.

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Barbara Bull aus Trappenkamp war in Sachen Kunst auf den Cookinseln unterwegs.

Quelle: Privat

Trappenkamp. Die Bilder sind ab September im Völkerkundemuseum in Hamburg zu sehen. „Kia Orana“ lautet eine Maori-Grußformel, übersetzt. „Mögest Du lange leben“. Kia Orana nennt Barbara Bull auch ihre Ausstellung (siehe unten).

 Als die heute 62-Jährige Trappenkamperin 1999 für ein Jahr mit dem Rucksack durch die Welt reiste, bekam sie Kontakt zu den Maori, den Ureinwohnern der Inseln. Von deren Kulturtechniken war sie so fasziniert, dass sie in einer Schule Schnitzen und Flechten lernte. Neugierig geworden, tastete sie sich weiter vor und habe dabei, wie sie sagt, „Menschen lieben und achten gelernt und mein Herz verloren“.

 Weil sie „am anderen Ende der Welt“ Freunde gewonnen hatte, kehrte sie 2012 auf die Cookinseln zurück. Im Reisegepäck hatte sie die Idee für ein konkretes Bildungsprojekt: Kinder malen Bilder und kommentieren sie mit eigenen Texten. Indem sie von ihrem Alltagsleben, ihren Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten erzählen, spüren sie gleichzeitig dem Leben ihrer Ahnen nach.

 Diesen Entwurf stellte sie im Bildungsministerium der Cookinseln vor und bekam eine Zusage. „Es war sehr in deren Sinne, die Kinder an ihre Wurzeln heranzuführen.“ Es habe in den Bildungsplan gepasst, der die Kinder animieren wolle, „sich mit der Vergangenheit und der Ahnenkultur auseinander zu setzen“, berichtet Barbara Bull. Sie sei „mit offenen Armen“ empfangen worden und habe alle notwendige Unterstützung erhalten.

 Als alle Voraussetzungen geklärt waren, konnte die eigentliche Arbeit mit den Kindern beginnen. Um ihr Ziel in der Südsee zu erreichen, war die Trappenkamperin zwei Tage unterwegs, davon 30 reine Flugstunden. Zu dem Inselstaat, benannt nach dem britischen Seefahrer James Cook, gehören 15 Inseln, die verteilt über ein Gebiet von der Größe Westeuropas im Südpazifik liegen.

 Die Hauptinsel ist Rarotonga, wo Barbara Bull ein Zimmer mietete, mit dem Motorroller die Gegend erkundete und den Kontakt zum Bildungsministerium der Inseln hielt. Von dort aus startete sie zu den Unterrichtseinheiten in Schulen der kleineren Inseln Aitukaki, Maniliki, Mangaia und Rakahanga, wo gerade mal 79 Menschen auf 1,4 Quadratkilometern leben. Jeweils einen Monat lang arbeitete sie mit Kindern und Jugendlichen zwischen 4 und 18 Jahren. Die meisten sprechen Englisch. „Die Ergebnisse sind einfach toll“, strahlt die Trappenkamperin. In den Werken der jungen Künstler finden sich Hinweise auf die Überlieferungen ihrer Vorfahren und ihre Vorstellungen von Deutschland. Hier wird demnach viel Fußball gespielt, es gibt reichlich Verkehr und große Autos, aber auch Parks und viel Grün. Ihre Heimat hingegen wird von Sonne, weiten Stränden und blauem Meer geprägt - was man gemeinhin als Südsee-Paradies bezeichnet. Diese Gegensätze in den Zeichnungen werde ein Spannungsfeld im Völkerkundemuseum erzeugen, das die Kunst der Ahnen präsentiert.

 Zur Ausstellung „Kia Orana“ wird auch ein Buch (ISBN 978-3-95503-057-5) im Mana Verlag (Berlin) erscheinen zum Preis von 19,95 Euro. In Deutsch und Englisch präsentiert es 100 Bilder mit Texten und Fotos von Schülern von der Cookinseln sowie Informationen in Wort und Bild zu Kunsthandwerk, dem Land und der Arbeit an den Schulen. In der Ausstellung sind die Bilder der Kinder mit den Titeln und deren Namen versehen. Sie läuft vom 4. September bis 7. Februar. Das Museum für Völkerkunde Hamburg (Rothenbaumchaussee 64 in Hamburg), hat von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet.

 Der Eintritt kostet regulär 8,50 Euro, ermäßigt 4 Euro.

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