9 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Neue Hürden für Glasfaser-Ausbau

Trave-Land, Boostedt-Rickling Neue Hürden für Glasfaser-Ausbau

Der Kreis Segeberg ist weitgehend ans Glasfasernetz angeschlossen. Für manche Kleinsiedlung sollte das nun nachgeholt werden. Doch der Bund durchkreuzte den Investitionsplan von 15 Gemeinden der Ämter Trave-Land und Boostedt-Rickling und stellte neue Bedingungen für einen Zuschuss.

Voriger Artikel
Aldi: Abriss und Neubau
Nächster Artikel
Ein großer Abend mit Evita

Der Anschluss an die Datenautobahn schien nah: Doch der Ausbau für die sogenannten weißen Flecken in den Ämtern Trave-Land und Boostedt-Rickling wackelt.

Quelle: Archiv

Kreis Segeberg. Die Dörfer sind alarmiert, denn der Bund koppelt seinen Zuschuss von 3 Millionen Euro für das 12-Millionen-Projekt jetzt an eine neue Bedingung. Die Gemeinden sollen vorab und innerhalb weniger Tage entscheiden, welche Splittersiedlungen und Einzelgehöfte an schnelle Internetleitungen angeschlossen werden sollen. Und zwar „adressscharf“, sagt Meike Kretschmer, die beim Wege-Zweckverband den Glasfaserausbau für die Gemeinden koordiniert.

 Normalerweise fragen WZV und Gemeinden erst das Interesse der Bürger ab und entscheiden dann, wo Leitungen verlegt werden und sich rechnen und wo nicht. In Frage kommen rund 2100 Häuser in den 15 Gemeinden. Das Problem: Es gibt viele offene Fragen. Etwa, welche Haushalte sich überhaupt anschließen wollen und wie viel sie später für Internet, Telefonie und Fernsehempfang an den künftigen Betreiber der Leitungsnetzes zahlen werden. Und das über 30 Jahre gerechnet. In dieser Zeitspanne will der WZV sein Geld wieder hereinbekommen haben, das er in den Ausbau der Leitungen investiert. Bislang sind die Stadtwerke Neumünster als Pächter der Leitungen der Partner des WZV. Doch weil es sich um ein neues Ausbauprogramm handelt, muss der WZV die Verpachtung neu ausschreiben.

 Viele Fragen, keine Antworten. „Wir hängen in der Luft“, sagt Gerd Lentföhr, Bürgermeister der weitflächigen Gemeinde Seedorf. „Die Lage ist unangenehm.“ Er hat für Dienstag, 27. September, für 19 Uhr zu einer Sondersitzung der Gemeindevertretung eingeladen. Beraten wird in der Grundschule in Schlamersdorf. Der Bauausschuss hat sich bereits Gedanken gemacht.

 Bislang sind in Seedorf die meisten der 15 Ortsteile angeschlossen. Ein Ausbau in Weitewelt, Kembs, Fresenfelde und Kuhlenbrook wird sich wohl rechnen, meint Lentföhr. Fraglich seien noch einige Splittersiedlungen – „weniger als eine Handvoll.“ Dennoch bleibt ein Risiko für die Gemeinde. Denn wenn der Förderantrag beim Bund gestellt und der Zuschuss zugesagt ist, muss zu allen vorgeschlagenen Hausadressen eine Leitung zwingend gebaut werden – egal, ob später die Familie wirklich Internetkunde wird oder nicht. Und das bei Baukosten, die schon mal bei 70 Euro pro Meter liegen können, rechnet Lentföhr vor.

 Entscheidet sich die Gemeinde also für den Fast-Komplettausbau, wie im Bauausschuss vorberaten, könnte Seedorf am Ende in die Lage geraten, eine Finanzierungslücke schließen zu müssen. Nach grober Überschlagsrechnung wären es im schlimmsten Fall wohl 350000 Euro. So viel werde es sicherlich nicht, ist Lentföhr optimistisch. Der Betrag sei für die Gemeinde aber wahrscheinlich immer noch machbar und eine Investition in die Zukunft. Denn Seedorfs Einzelgehöfte würden sonst langfristig abgehängt. Ein Grundstück ohne Glasfaseranschluss sei nicht mehr verkaufbar.

 Außerdem habe sich Seedorfs Gemeindevertretung in einer früheren Sitzung prinzipiell schon entschieden, auch die Außenbereiche anzuschließen, berichtet der Bürgermeister. Letzten Endes sei es eine politische Entscheidung. Denn betriebswirtschaftlich lägen ja noch keine genauen Daten vor. Und alle möglichen Anschlussteilnehmer jetzt noch schnell verbindlich abzufragen, sei zeitlich nicht möglich.

 Meike Kretschmer vom WZV sieht noch weitere Möglichkeiten, wie die Gemeinden ihre Kosten senken könnten, um trotz ungewisser Perspektive einen Vollausbau zu ermöglichen. Fernab liegende Haushalte könnten auch einen Teil ihrer Anschlusskosten übernehmen – oder sogar selbst baggern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3