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Trostpflaster für verletzte Polizisten

Kaltenkirchen Trostpflaster für verletzte Polizisten

Der Respekt gegenüber Polizisten nimmt ab, die Zahl der tätlichen Angriffe auf sie zu. Diese Erfahrung mussten auch drei Beamte der Polizeidirektion Bad Segeberg machen. Sie waren monatelang dienstunfähig. Als kleine Entschädigung erhielten sie in Kaltenkirchen von einem Hilfsfonds Reisegutscheine.

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Der Schatzmeister des Hilfs- und Unterstützerfonds für Polizeibeschäftigte, Karl-Hermann Rehr (links), und der Vorsitzende, Landtagspräsident Klaus Schlie (von rechts), verteilten Reisegutscheine an die im Dienst verletzten Ordnungshüter Tim R., Tom B. und Tom M.

Quelle: Klaus-Ulrich Tödter

Kaltenkirchen. Der Vorsitzende des Vereins „Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not“, Landtagspräsident Klaus Schlie, übergab die Gutscheine für einwöchige Kur- und Betreuungsaufenthalte am Bodensee in der Polizeistation in Kaltenkirchen.  „Das Gewaltpotenzial auf Polizeibeamte nimmt in einem erschreckenden Maß zu. Da muss sich etwas ändern“, forderte der Landtagspräsident.

Die Zuwendungen erhielten die drei Polizeiobermeister Tom B. (25), Tom M. (25) und Tim R. (28). R., der jetzt in Hamburg tätig ist, versah im Frühjahr 2015 seinen Dienst noch in Kaltenkirchen, wo er bei einem Einsatz zur Sicherung bei einem Brand eingesetzt war. Der Einsatz der Feuerwehrleute wurde massiv durch einen Gaffer behindert. R. erteilte dem jungen Mann einen Platzverweis. Doch der 21-Jährige attackierte R. unter anderem mit Fußtritten.  Daraufhin war der Polizist drei Monate dienstunfähig und ist bis heute beim Sport eingeschränkt.

Tom M., der in Rellingen seinen Dienst versieht, und Tom B. von der Kaltenkirchener Station waren im Mai letzten Jahres privat in Hamburg unterwegs. In einem Schnellrestaurant sprangen sie zwei jungen Frauen bei, die von drei Männern attackiert wurden. Die Angreifer lauerten den beiden Polizisten später vor dem Lokal auf und griffen sie brutal an. Beide Beamte waren monatelang dienstunfähig.

Schlie führte bei der kleinen Feierstunde aus, dass es in Schleswig-Holstein im letzten Jahr 1268 Fälle von Widerstandshandlungen und Gewaltdelikten gab, bei denen 441 Beamtinnen und Beamte verletzt wurden.

Der Hilfsfonds, dem er vorsteht, finanziert sich ausschließlich über Spenden aus der Bevölkerung. Er besteht seit 2001 und hat seitdem in über 90 Fällen Polizisten unterstützt, die bei Einsätzen Opfer von Angriffen wurden und sich dabei schwere Verletzungen zuzogen.

Weitere Informationen zu dem Verein finden Sie hier.

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