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Sportverein findet keinen Vorsitzenden

Wakendorf II Sportverein findet keinen Vorsitzenden

Trotz guter sportlicher Erfolge steckt der Turn- und Sportvereins (TuS) Wakendorf-Götzberg in einer tiefen Krise. Auf der Jahreshauptversammlung im Sport- und Kulturzentrum konnte der Posten des ersten Vorsitzenden nicht besetzt werden. Niemand fand sich zu einer Kandidatur bereit.

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Vorstand ohne Vorsitzenden (von links): Gabi Dinter (Schriftwartin), Jan Kröger (Pressewart), Jannis Wessel (Jugendwart), Matthias Gülk (Kassenwart), Andrea Wolgast (kommissarische Vorsitzende), Kirsten Mohr (stellvertretende Vorsitzende), Anne Catrin Brakel-Mohr (Beisitzerin) und Timo Steffen (Sportwart).

Wakendorf II. Die Wakendorferin Andrea Wolgast diente dem Verein in den letzten vier Jahren als Vorsitzende. Eine Wiederwahl hatte sie vorher ausgeschlossen. Nachdem im Vorfeld der Sitzung bereits etliche Mitglieder vergeblich angesprochen worden waren, gelang auch der Mitgliederversammlung kein Durchbruch. Andrea Wolgast betonte, die Sparten seien durch die Bank gut aufgestellt. Der Vorstand habe umfangreich vorgearbeitet und für die Zukunft vieles erleichtert. Mit einem wöchentlichen Aufwand von ein bis zwei Stunden sei die Aufgabe zu bewältigen. Sie versprach zudem ausdrücklich: „Wir unterstützen euch gerne, und wir unterstützen euch stark.“ Eine Beratungspause wurde eingelegt. Alles ohne Erfolg: Niemand traute sich.

 Kann der Verein den Vorsitz nicht besetzen, muss das Amtsgericht einen Notvorstand benennen, was erhebliche Kosten verursacht. Um für die Sportler das drohende Desaster zu verhindern, schlug Andrea Wolgast eine Übergangslösung vor: Die Versammlung bildet eine Findungskommission, die sucht bis spätestens September eine Kandidatin oder einen Kandidaten, dann muss auf einer außerordentlichen Sitzung eine Lösung gefunden werden. Bis dahin bleibt sie kommissarisch Vorsitzende. Dem wurde zugestimmt. In die Kommission ließen sich wählen: Matthias Neumann, Timo Steffen und Adelheid Lehmann.

 Für den ebenfalls neu zu besetzenden Stellvertreterposten kandidierte Kirsten Mohr nur mit der Einschränkung, dass in Kürze ein Vereinsmitglied für die Spitze gefunden wird. Die übrigen Wahlen erfolgten einmütig und zügig. Jugendwart, Jannis Wessel, Wiederwahl; Pressewart, Jan Kröger, Wiederwahl; Sportwart, Timo Steffen; Beisitzerin, Anne Catrin Brakel-Mohr; Beisitzer, Sebastian Limberg.

 Matthias Gülk, Kassenwart und Vorstandskollege, bedauerte, dass die Nachfolge für Andrea Wolgast nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte. Er zählte ein paar ihrer umfangreichen Verdienste auf, überreichte ein Präsent und fasste zusammen: „Du hast viel Leben in den Verein gebracht.“ Der stärkste Beifall des Abends bestätigte es.

 Der Verein zählt etwa 750 Mitglieder. Ihnen wird ein umfangreiches Programm geboten. Der 75-jährige Wolfgang Fischer, der schon lange Mitglied ist, lobte: „Das ist ein Verein, der in seinen zehn Sparten unheimlich gut funktioniert.“ Da bleiben Erfolge der Aktiven nicht aus. Insbesondere die Faustballer haben überregional wiederholt auf sich aufmerksam gemacht.

 So ragte bei den Ehrungen auch ihr U18-Mädchenteam heraus. Es war zur Mannschaft des Jahres 2014 der Gemeinde bestimmt worden. Dazu gehörten: Frederike Reinsdorff, Marit Kröger, Saria Jedamski, Finja Maschmann und Thordis Pöhl. Die jungen Damen erreichten auf dem Feld und in der Halle die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Dort erzielten sie die Plätze 7 und 10. Bei den bereits ausgetragenen Hallen-Titelkämpfen 2015 wurde das Resultat auf Bundesebene sogar noch einmal mit Rang 6 gesteigert. Die Vorsitzende Andrea Wolgast kommentierte: „Der bisher größte Erfolg einer Mannschaft in der 92-jährigen Vereinsgeschichte.“ Außerdem verstärken die jugendlichen Spielerinnen die Damenmannschaft. Die spielt in der 2. Bundesliga an der Spitze mit.

 Als Sportler des Jahres der Gemeinde 2014 wurden Marit Kröger, Johannes Talla, Moritz Jahnke und Lukas Dinter geehrt. Die Jugendlichen haben bereits Verantwortung übernommen und kümmern sich um jüngere Mitglieder. Die Vorsitzende betonte, dass damit nicht nur dem Verein und der Gemeinde gedient werde. Ehrenamtliches Engagement fördere gerade bei jungen Leuten auch deren persönliche Entwicklung. Neben den Jugendlichen wurde Jannis Wessel zum Sportler des Jahres der Gemeinde ernannt. Er gehört zum Vereinsvorstand und setzt sich als Jugendwart für den Nachwuchs ein.

 Die goldene Ehrennadel des Vereins erhielt Matthias Gülk für 40-jährige Mitgliedschaft sowie für zwölf Jahre Vorstandsarbeit. Nach 42 Jahren Vorstandstätigkeit endet mit Hans-Werner Finck eine Epoche. Das digitale Zeitalter hat den Statistikwart überflüssig gemacht. Künftig kommt für ihn ein Sportwart. „Ich habe fünf Vorsitzende verschlissen“, meinte der Geehrte humorvoll. Er ergänzte: „Ich habe alles handschriftlich gemacht.“ Das kostete insbesondere bei früheren Jahresabschlüssen zahllose Stunden.

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