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Ein Leben mit Donald Duck

Ulf Haartje aus Alveslohe Ein Leben mit Donald Duck

Abwechslung von der Monotonie des Alltags finden viele Menschen in ihren Hobbys. So auch Ulf Haartje aus Alveslohe. Sein Steckenpferd ist seit seinem fünften Lebensjahr ein cholerischer Erpel. Daran findet der 65-jährige Diplom-Soziologe nichts Verwerfliches.

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Echte Verbundenheit: Ulf Haartje ist seit seinem fünften Lebensjahr Donald-Fan. Sein Auto, natürlich wie Donalds Fahrzeug ein rotes Cabrio, hat das Kennzeichen SE-DO 313

Quelle: Alexander Christ

Alveslohe. Die die Leidenschaft für den cholerischen Enterich teilt Haartje mit rund 1000 Gleichgesinnten in ganz Deutschland. „Ich bin seit meiner Kindheit bekennender Donaldist“, sagt der Senior. Den ersten Kontakt zu der im Walt Disney Studio in den 1930er-Jahren zum fiktiven Leben erweckten Zeichentrickfigur Donald Duck erfolgte im zarten Kindesalter. „Mein Papa hat mir auf seinem Schoß Comics von Donald vorgelesen und mir die Bilder gezeigt. Die fand ich toll“, erinnert er sich. Damit begann die Leidenschaft für den wandlungsfähigen Erpel aus Entenhausen, die ihn bis heute begleitet.

 Haartje fand Gleichgesinnte, die seine Vorliebe für Donald Duck teilen. 1997 gründete sich in Hamburg sogar ein Stammtisch für Donaldisten. Und die derzeit 15 Erpel-Aktivisten betreiben ihr Hobby mit großer Ernsthaftigkeit. Diskutiert wird beispielsweise darüber, welches Körpergewicht ihr Liebling in der blauen Matrosenjacke hat. Und auch über Erika Fuchs (1906 bis 2005) wird oft geredet. Die promovierte Kunst- und Geschichtswissenschaftlerin übersetzte von 1951 bis 1988 die Micky-Maus-Hefte aus dem Englischen ins Deutsche. Sie erfand die für die Comicsprache so populären verkürzten Verben wie beispielsweise schluck, stöhn, knarr, grübel, schlotter oder zitter. „Sie war eine sehr gebildete Frau mit viel feinsinnigem Humor und Wortwitz“, erklärt Haartje. Doch es gibt auch klare Regeln, an die sich die Mitglieder der eingeschworenen Gemeinschaft halten müssen.

 Ein Pressesprecher beispielsweise, der in einem Interview mit einem Zeitungsreporter sachlich falsche Angaben über Donalds Leben machte, musste sich zur Strafe auf dem jährlichen Bundeskongress dafür verantworten. „In solchen Sachen verstehen die Donaldisten keinen Spaß. Der Betroffene wurde vor allen Anwesenden mit einer großen Portion Glibberbipp übergossen“, erzählt der Alvesloher. Bei Glibberbipp handelt es sich übrigens um einen halbfesten Wackelpudding. Und was ein echter Donaldist ist, der sammelt natürlich auch fleißig Raritäten über den gefiederten Comicstar.

 Mehrere hundert Stücke rund um Donald hat Haartje in sechs Jahrzehnten zusammengetragen. Darunter zahlreiche seltene Fachbücher, historische Micky-Maus-Hefte und Skulpturen. Einer seiner größten Schätze jedoch ist ein maßstabgerechter Stadtplan der fiktiven Stadt Entenhausen. „Den haben zwei Architekten anhand von etlichen örtlichen Beschreibungen aus verschiedenen Geschichten zusammen gepuzzelt. Ein Meisterwerk“, lobt Haartje.

 Und seine Leidenschaft für Donald trägt er auch offen zur Schau. Sein Auto, natürlich wie Donalds Fahrzeug ein rotes Cabrio, hat das Kennzeichen SE-DO 313. Und der Kennzeichenhalter trägt den Schriftzug „Duck’sche Motorenwerke A.G. –Entenhausen“. Doch damit nicht genug. Auch das Logo seines BMW Z3 wurde modifiziert. „Mit dem Donald Porträt habe ich das BMW-Logo überklebt und aus dem B ein D gemacht. So wurde aus meinem BMW ein DMW“, so Haartje stolz. Übrigens: Der Name Donald steht auch für die jeweils ersten Buchstaben des Namens des Interessenzusammenschlusses: Deutsche Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus.

 

 Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.donald.org. Wer möchte, kann auch beim nächsten Stammtisch der Hamburger Erpelfreunde am Freitag, 30. September, im Restaurant Kartoffelstube in den Colonnaden 45 vorbeischauen. Gequakt wird ab 20 Uhr.

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