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Auen als Naturidyll

Umgestaltung bei Hasenkrug Auen als Naturidyll

Nach der Umgestaltung der Wiemersdorfer Au bei Hasenkrug ist nun ein Stück nördlich davon auch die Hardebek-Brokenlander Au in einen naturnahen Zustand versetzt worden. Der Gewässerpflegeverband (GPV) Großenaspe-Wiemersdorf konnte dabei auf Gelder der EU zurückgreifen. Im Herbst folgen weitere Abschnitte.

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Die einst schnurgerade Hardebek-Brokenlander Au schlängelt sich hier zwischen Hasenkrug und Brokstedt wieder.

Quelle: Einar Behn

Hasenkrug. Geplant ist, dass weitere Abschnitte und auch die Fuhlenbek bei Fuhlendorf mit einer Umgestaltung folgen sollen. Der GPV erfüllt mit der Umgestaltung der Auen die europäische Wasserrahmenrichtlinie, die europaweit eine ökologische Aufwertung der Gewässer vorschreibt. Nicht nur große Flüsse hat die EU-Komission dabei im Visier sondern auch die feinsten Verästelungen, die Quellflüsse, von denen es im Raum Bad Bramstedt eine ganze Reihe gibt. Die größeren „Vorranggewässer“ des GPV Großenaspe-Wiemersdorf sind die Hardebek-Brokenlander-Au, die Wiemersdorfer Au und die Fuhlenbek. Bereits im April hatte der Verband für die Wiemersdorfer Au ein schlängelndes Bett mit Sandfängen und Nebenarmen buddeln lassen. Ein kleines Naturidyll entstand dadurch am Ortseingang von Hasenkrug zumal auf der Streuobstwiese am Flusslauf zurzeit die Obstbäume blühen.

 Ein ähnliches Idyll schuf der Verband nun auch mit der naturnahen Umgestaltung der Hardebek-Brokenlander Au, die westlich von Brokstedt mit der Wiemersdorfer zusammenfließt und dann als Brokstedter Au in die Stör mündet. 200000 Euro stellte Brüssel für den 700 Meter langen Abschnitt zur Verfügung. Rund sechs Wochen wurde gebaggert, damit die einst in ein schnurgerades Bett gezwungene Au heute wieder durch die Landschaft „mäandriert“. Zahlreiche neu gepflanzte Erlen säumen die Ufer. Strömungslenker in Form kleiner Buhnen sorgen für Verwirbelungen und Ruhezonen und in einem Sandfang, der einmal jährlich ausgebaggert wird, sammeln sich Sedimente, die sonst das ökologisch bedeutsame Geröllbett des Flusses zusetzen würden.

 Verbandsvorsteher Gerard Greuer muss sich manchmal Kritik anhören, dass so viel Geld für die Auen ausgegeben wird. Immerhin werden rund 1,3 Millionen in die drei Bäche investiert. „Manche sagen, dafür sollte man lieber Schulen oder Straßen bauen“, so Greuer, „als Verbandsvorsteher stehe aber hinter diesen Investitionen, weil sie für die Gewässerökologie einfach notwendig sind.“

 Die Auen waren jahrzehntelang als Vorfluter für die Landwirtschaft missbraucht worden. Es galt das Wasser von Wiesen und Äckern abzuführen und möglichst schnell abfließen zu lassen. Dafür war ein gerader Flusslauf nötig. Einmal im Jahr kam der Bagger, der Sand und hereingefallene Äste herausholte, damit es keine Hindernisse gab – aus ökologischer Sicht eine Katastrophe. „Das machen wir heute nicht mehr“, sagt Greuer, auch in noch nicht naturnah umgestalteten Abschnitten komme kein Bagger mehr. „Vielmehr versuchen wir auch dort, durch kleine Hindernisse Ruhezonen zu schaffen.“

 Für ein schlängelndes Flussbett müssen die Uferwiesen aufgekauft werden Nicht überall ist das möglich. „Sie werden zum Teil von landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben genutzt, die auch nicht darauf verzichten können“, weiß Greuer. Die naturnahe Gestaltung ist also nur dort möglich, wo die Flächen von den Landwirten aufgegeben wurden. Meistens sind dies besonders feuchte Wiesen, so wie auch an der Hardebek-Brokenlander Au. Die landeseigene Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein kaufte die Flächen und stellte sie dem Verband zur Verfügung. Die Sumpfwiesen werden nun nur noch extensiv bewirtschaftet. „Der Verein Weidelandschaften Schleswig-Holstein lässt meistens Galloways auf solchen Wiesen grasen“, weiß Goyer.

 Der Gewässerpflegeverband Großenaspe-Wiemersdorf (GPV) ist für 130 Kilometer Gewässerläufe zuständig. Dazu zählen neben den Auen vor allem eine Vielzahl von Gräben, die für die Entwässerung der Äcker und Wiesen wichtig sind. 30 Kilometer verrohrte Gräben müssen zudem unterhalten werden. Solche Rohre laufen zum Teil unter den Feldern, weil die Gräben sonst die Ackerbewirtschaftung behindern. In der Instandhaltung der Gräben liegt die Hauptaufgabe des GPV, dessen Gebiet 9800 Quadratmeter zwischen Neumünster und Bad Bramstedt umfasst. Der Verband beschäftigt für die Pflegearbeiten einen Arbeiter und greift auf landwirtschaftliche Lohnunternehmen zurück.

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