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Einsatzreiches Wochenende

Unfall, Gasalarm und Feuer Einsatzreiches Wochenende

Ein Mann, der damit droht, ein Wohnhaus in die Luft zu jagen; ein Wagen, der sich auf der Autobahn überschlägt; eine brennende Fritteuse und drei Brandschützer, die im Fahrstuhl feststecken – die Freiwillige Feuerwehr Bad Segeberg erlebte ein ungewöhnlich arbeitsreiches Wochenende.

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Im „Wohnturm“ neben dem Vitalia Seehotel steckten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst am Sonntagvormittag in einem streikenden Fahrstuhl fest.

Quelle: Privat

Bad Segeberg. Schon am Donnerstag hatten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute mit einem Verkehrsunfall gut zu tun gehabt und nebenbei ihre Wärmebildkamera der Polizei für Ermittlungen überlassen. Doch nach einem geruhsamen Freitag ging es dann richtig los, wie Wehrführer Mark Zielinski und Einsatzleiter Sven Siever gestern schilderten.

 Am Sonnabend wurde die Feuerwehr um 18.25 Uhr an die Theodor-Storm-Straße in der Bad Segeberger Südstadt gerufen. Ihre Mission: eine Tür aufbrechen. Der Grund dafür hatte es aber in sich: Bewohner eines Mehrfamilienhauses hatten heftige Streitigkeiten mitbekommen. Ein Mann, der offenbar mit seiner Partnerin ausgerechnet vor dem Valentinstag im Clinch lag, hatte damit gedroht, die Gasheizung des Gebäudes anzubohren und das Gebäude in die Luft zu jagen.

 Da er sich zudem im Keller des Hauses einquartiert und verschanzt hatte, herrschte hohe Alarmbereitschaft – auch wenn sich die Heizung nicht in dem Kellerraum befindet, in dem er sich aufhielt. Die Polizei wollte ihn schnellstens herausholen, doch da war eine dicke Stahltür im Weg.

 Die Feuerwehr rückte mit zwei Fahrzeugen an. Viele Hausbewohner verfolgten das Spektakel. „Die sind gleich runter in den Keller“, schilderte einer der Anwohner. „Überall waren Blaulichter.“ Kein Wunder, denn auch die Polizei war mit zwei Streifenwagen da.

 Nach kurzer Inspektion des Einsatzortes hatten die Feuerwehrleute die fragliche Tür im Handumdrehen geknackt – und schauten in einen menschenleeren Raum. Der Mann war zwischenzeitlich durch ein Fenster getürmt.

 Am Sonntag um 11.07 Uhr wurde gemeldet, dass eine Frau in einer der oberen Etagen des „Wohnturms“ neben dem Vitalia Seehotel dringend ärztliche Hilfe braucht. Auch hier sollte die Wehr die Tür aufbrechen, damit die Rettungskräfte zu ihr hinein können.

 Weil zwei Sanitäter samt Trage nicht in den Fahrstuhl passen, fuhr zunächst nur einer von ihnen mit Trage nach oben. Sein Kollege wollte wenig später zusammen mit drei Feuerwehrleuten folgen – aber da gab es ein unerwartetes Problem: Der Fahrstuhl blieb mit den vier Einsatzkräften in Höhe der ersten Etage stecken.

 Oben versorgte die Notärztin aus dem benachbarten Herzzentrum der Segeberger Kliniken die Patientin, unten arbeitete die Feuerwehr am Befreien ihrer Kameraden, zumal im selben Moment ein schwerer Verkehrsunfall auf der A21 gemeldet wurde. „Wir konnten die äußeren Fahrstuhltüren öffnen und die Kameraden und den Rettungssanitäter herausholen“, berichtete Einsatzleiter Sven Siever. Die Kabine sei glücklicherweise gegenüber dem normalen Halt nur um 50 Zentimeter versetzt gewesen.

 Die Feuerwehr eilte also in die Fahrzeuge und raste zur Autobahn. Dort war eine Frau in einem Mitsubishi Colt in Richtung Kiel unterwegs gewesen und in Höhe Schackendorf nach rechts von der Straße abgekommen. Der Wagen pflügte einen Teil eines angrenzenden Walls um, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen.

 Befreit werden musste die Fahrerin nicht. Sie war bereits aus dem kräftig demolierten Fahrzeug herausgekommen und wurde ärztlich behandelt. Die Mediziner wiesen sie in die Allgemeine Klinik (AK) ein. Der Verkehr lief einspurig an der Einsatzstelle vorbei.

 Doch auch damit war das Wochenende für die Wehr noch nicht vorbei. In einem Mehrfamilienhaus im Bereich Lübecker Straße / Winklersgang bemerkte ein etwa zehn Jahre alter Junge um die Mittagszeit, dass es in der Küche merkwürdig roch. Der Grund: Die Fritteuse stand in Flammen; der Vater hatte sich einen Moment hingelegt. Der Mann reagierte allerdings goldrichtig: Anstatt Wasser über das brennende Fett zu kippen (was zu einer verheerenden Verpuffung geführt hätte), warf er eine Decke über das Gerät und verfrachtete es auf die Terrasse. Außer Brandblasen an den Händen trug er keine Verletzungen davon. Allerdings muss die Küche neu gestrichen werden.

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