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Unterkunft ist „ja richtig schön“

Flüchtlinge im Levo-Park Unterkunft ist „ja richtig schön“

Einen Tag, nachdem die ersten rund 70 Bewohner in der Landesunterkunft für Asylsuchende im Levo-Park eingetroffen waren, wurde die Einrichtung am Donnerstag offiziell eröffnet. Nach den geladenen Gästen durfte sich auch die Bevölkerung auf der Anlage umsehen.

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Statt der ursprünglich geplanten vier Betten sind in den Containern nun doch nur noch jeweils zwei aufgestellt worden. Damit haben die künftigen Bewohner zumindest etwas mehr Platz. Bei der Aufstellung hatte es zuletzt immer neue Probleme gegeben.

Quelle: Thorsetn Beck

Bad Segeberg. Manuela Söller-Winkler mochte nicht mehr zurückblicken. In der Tat habe es auf dem Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in den vergangenen Monaten „alle möglichen Komplikationen“ dabei gegeben, die neuen Container bezugsfertig zu machen, räumte die Staatssekretärin aus dem Kieler Innenministerium ein. Doch zum einen sie keine Expertin für deren Aufstellung, und zum anderen sei nun ja alles richtig schön geworden. „Auch wenn es schwieriger war, als wir uns das vorgestellt hatten.“

 Neben Söller-Winkler war auch der Hamburger Innenstaatsrat Bernd Krösser nach Bad Segeberg gekommen, wo ausschließlich Flüchtlinge aus dem Kontingent der Hansestadt untergebracht werden. „Wir können helfen, und wir tun das gern“, erklärte die Innenstaatssekretärin nach einem Rundgang über das Gelände und Abstechern in die früheren Kompaniegebäude, die inzwischen beispielsweise zu Kindergarten, Klassenzimmer, Kleiderkammer oder medizinischen Behandlungsräumen umgestaltet sind.

 Die Kooperation bei der Unterbringung von Flüchtlingen sei für beide Länder von Vorteil, betonte Krösser: „Hamburg hat durch die Nutzung der Einrichtung die Möglichkeit, seine weitere Standortplanung zielgerichteter vornehmen und den Erfordernissen anpassen zu können.“ Auch für den nördlichen Nachbarn sei die Vereinbarung eine „Gewinner-Situation“, betonte die Kollegin aus Kiel. Ansonsten wäre Schleswig-Holstein auf den Kosten für das Projekt allein sitzengeblieben, das noch zur Hochphase des Flüchtlingszustroms mit dem Eigentümer des Levo-Parks, der Familie Wachholtz, ausgehandelt worden war. Wie hoch die Ausgaben sind, wollten die beiden Politiker nicht sagen.

 In Bad Segeberg können bis zu 1500 Flüchtlinge untergebracht werden. Hamburg plane zunächst jedoch nur mit einer Maximalbelegung von 600, sagte Krösser. Die sollen nun nach und nach in kleineren Gruppen kommen. Die Vereinbarung laufe zunächst zwei Jahre, Betreiber der Einrichtung bleibe Schleswig-Holstein, erklärte Krösser. „Bevor wir die Menschen weiterschicken, werden sie in unserem Ankunftszentrum in Hamburg-Rahlstedt registriert und untersucht“, betonte er. „Schleswig-Holstein muss schließlich genau wissen, wer da kommt.“

 Krösser und Söller-Winkler traten noch einmal ausdrücklich Befürchtungen entgegen, in Bad Segeberg werde eine Art Sammelpunkt für Asylbewerber geschaffen, die keine Bleibeperspektive hätten – und entsprechend frustriert seien. „Wir selektieren nicht nach der Herkunft“, sagte der Innenpolitiker aus Hamburg. Es habe letztlich keinen Sinn, ergänzte die Staatssekretärin, diejenigen erst noch aus Hamburg wegzubringen, die aus sicheren Herkunftsländern wie den Balkanstaaten kommen und sowieso keine Aussicht auf Asyl hätten. Zu erwarten seien in Bad Segeberg eher Flüchtlinge aus Ländern, deren Status schwierig sei: „Zum Beispiel aus Afghanistan, dem Irak, Somalia oder Eritrea.“

 Gestern war von den Menschen, um die es geht, nicht viel zu sehen. Die ersten eingetroffenen Flüchtlinge sind zurzeit in einem ehemaligen Kompaniegebäude untergebracht und dort stockwerkweise nach allein reisenden Frauen beziehungsweise Männern und Familien getrennt. Das DRK, das die Betreuung im Auftrag des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten übernommen hat, ist mit reichlich Personal vor Ort, ebenso der Sicherheitsdienst. Ihren Betrieb hat auch die Polizeiwache aufgenommen. Acht Beamte versehen dort aktuell ihren Dienst; geplant sind kurzfristig zehn.

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