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Unternehmer soll Enkelin missbraucht haben

Henstedt-Ulzburg Unternehmer soll Enkelin missbraucht haben

Ehe, Einfamilienhaus, Firma – für den Angeklagten aus Henstedt-Ulzburg steht einiges auf dem Spiel im Prozess um sexuellen Missbrauch. Der Unternehmer (55) soll sich über anderthalb Jahre hinweg mindestens 14 Mal an seiner Stief-enkelin vergangen haben. Die Zehnjährige ist psychisch so traumatisiert, dass die Jugendstrafkammer des Kieler Landgerichts seine Vernehmung abbrechen muss.

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Ein Unternehmer aus Henstedt-Ulzburg steht in Kiel vor Gericht. Er soll seine Stief-Enkelin sexuell missbraucht haben.

Quelle: Angelika Warmuth/dpa

Kiel. Beim Prozessauftakt hatte der Stiefgroßvater die Vorwürfe vehement zurückgewiesen. Der Schülerin und ihren Eltern unterstellt er eine Intrige. Sieben Jahre alt war das Mädchen zu Beginn der mutmaßlichen Übergriffe im Sommer 2012. Bis Februar 2014 übernachtete es häufig bei den Großeltern. Laut Anklage beging der große, sportlich wirkende Mann neun Mal „beischlafähnliche sexuelle Handlungen“. In einem Fall nötigte er das Kind mit Gewalt, verging sich zudem drei Mal an ihm, als es schlief.

Für andere Übergriffe soll der Angeklagte ein gemeinsames Bad im Whirlpool, Barbie-Spiele am PC, Kuscheln auf der Hollywood-Schaukel und vor dem Fernsehgerät oder gemeinsames Toben um den Esstisch für Übergriffe genutzt haben – teilweise in Gegenwart seiner Ehefrau, die aber davon nichts bemerkt haben will. Stattdessen bestätigt die Großmutter die Darstellung ihres Mannes, das Kind sei dominant, verwöhnt und aufdringlich, lasse gern alle nach seiner Pfeife tanzen.

Mit seiner Schwester, behauptet die Oma, habe sich das Mädchen Pornos angesehen. Kinderpornografische Darstellungen stellte die Polizei auf dem Computer des Angeklagten sicher, der sich die Herkunft der Bilder aber nicht erklären kann. Rückfragen des Gerichts unterbricht er meist genervt, bevor sie fertig formuliert sind. „Viren bis zum geht nicht mehr!“ hätten seinen Computer gesteuert, ruft der Angeklagte in vorwurfsvollem Ton. „Überall gingen die Seiten von alleine auf.“ Bei der weiteren Befragung räumt der 55-Jährige ein, einschlägige Begriffe für das Aufrufen kinderpornografischer Dateien angeklickt zu haben. Diese wurden auf der Tastatur über längere Zeit immer wieder eingegeben, zitiert die Staatsanwältin das Ergebnis einer Festplattenuntersuchung.

Dabei fand sich auch ein Test, den das Kind dem Angeklagten beim Chatten gesendet haben soll. Die Frage „Was willst Du mit mir machen?“ beantwortete der Stief-Opa demnach mit einem eindeutigen „F“-Wort. Ein Missverständnis, behauptet der Angeklagte. Er will dabei an seine Frau gedacht haben. Das Kind, sagt er, war ihm egal.

Die körperlichen Übergriffe des Stief-Opas sollen bei dem Mädchen starke Schmerzen, Ekel oder Abscheu ausgelöst haben, so die Anklage. Irgendwann wollte das Kind höchstens noch gemeinsam mit seiner Schwester bei den Großeltern übernachten, am Ende gar nicht mehr. Als die Jugendkammer die Nebenklägerin über eine Videoanlage zu den Vorwürfen vernehmen will, bricht diese zusammen.

Nun will das Landgericht ein psychologisches Gutachten zur Befindlichkeit der Hauptbelastungszeugin einholen. Das dauert länger als die gesetzliche Frist für die Fortsetzung der Verhandlung erlaubt. Die Folge: Der Prozess platzt und muss demnächst noch einmal ganz von vorne aufgerollt werden. Wann das sein wird, ist offen.

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