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3,30 Meter daneben gebaggert

Ursache für Gasunfall im März in Garbek 3,30 Meter daneben gebaggert

Ende März waren bei Bauarbeiten für ein Glasfasernetz in Garbek die Wasserleitung und ein Gasrohr beschädigt worden. Wegen Explosionsgefahr musste ein Wohnviertel an der Lindenstraße geräumt werden. Nun steht die Ursache für den Unfall fest.

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Im März hatten Bauarbeiter beim Bohren für ein Glasfasernetz in der Lindenstraße in Garbek ein Wasserrohr beschädigt. Später stellte sich heraus, dass auch eine Gasleitung getroffen war.

Wensin. „Es war ein menschlicher Fehler. Einer der Bauarbeiter hat sich vermessen. Das tut mir sehr leid“, sagte Bauleiter Siegfried Levermann von der Firma MUP Kabelmontagen und Baumanagement GmbH während einer Informationsveranstaltung im Haus der Gemeinde. Die Firma führt die Glasfaserarbeiten im Auftrag des Wege-Zweckverbandes aus.

 Der WZV hatte die Anwohner nun eingeladen, um sie über die Ermittlungen zum Gasleck zu informieren. Zwölf Bürger waren der Einladung gefolgt. Das Ergebnis des Gutachtens: Der Mitarbeiter hatte eine Gemarkung übersehen. Er versah sich um 3,30 Meter. So war der Bagger mit seinem Bohrer nicht in den freien Raum zwischen Gehweg und Leitungen gestoßen, sondern hatte erst die Wasser- und dann die Gasleitung getroffen. Die Konsequenz, die der WZV aus dem Unfall zieht: „Demnächst soll es konkrete Verhaltensregeln für die Baufirmen geben“, sagte WZV-Leiter Jens Kretschmer.

 Die Ursache für die Beschädigung der Straßenleitungen sei nach kurzer Recherche schnell gefunden worden, erklärte Gutachter Karl-August Kock. Der Diplom-Ingenieur war vom WZV zur Aufklärung des Vorfalls bestellt worden. Die Anwohner akzeptierten die Entschuldigung des Bauleiters. Doch der Familie Pirk als direkten Anliegern und den anderen Nachbarn ging es nicht nur um die Ursache. Sie wollten vielmehr wissen, warum die Arbeiter vor Ort nicht besser reagiert haben und wie in Zukunft mit derartigen Situationen umgegangen wird.

 „Ich kam um 15.25 Uhr nach Hause, da roch es schon nach Gas. Das Wasser aus der beschädigten Leitung sprudelte, und meine Tochter spielte an der Straße vor dem Haus“, erzählte Annett Pirk. Ihr sei von den Mitarbeitern der Baufirma fälschlicherweise versichert worden, es sei alles Notwendige eingeleitet. Die Bauarbeiter, so waren deren Meinung, hatten nach ihrer Einschätzung „nur“ die Wasserleitung beschädigt und deshalb auch nur einen Mitarbeiter im Amt Trave-Land angerufen. Dass auch Gas austrat, wurde nicht bemerkt. „Das war ein Fehler, der nicht mehr passieren darf“, bestätigte Diplom-Ingenieur Karl-August Kock. Wenn eine Gasleitung beschädigt werde, könne man das sofort riechen.

 Dem widersprach Bauleiter Levermann zwar, er bestätigte aber, dass er sofort die Schleswig-Holstein Netz AG benachrichtigt habe, nachdem seine Mitarbeiter ihn über die Leckage informiert hätten. Das sei kurz vor 16 Uhr gewesen. Die Netz-AG-Mitarbeiter seien um 16.20 Uhr in Garbek gewesen. „Das war alles richtig“, stellte Gutachter Kock fest. Doch im Laufe des Gesprächs mit den Anwohnern kam er wie WZV-Chef Kretschmer zum Schluss, dass in der ersten Stunde nach der Leckage „einiges schief gelaufen ist“. „Lieber einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig“, mahnte auch Gerhard Petersen von der Schleswig-Holstein Netz AG.

 Viel diskutiert wurde darüber, ob es ratsam sei, die Baufirmen mit Messgeräten auszustatten. Kock gab zu bedenken, dass dafür Mitarbeiter geschult und Geräte regelmäßig kalibriert werden müssten. Die Anwohner meinten, das sei für solche Vorfälle auf jeden Fall nötig. Nun sollen zusammen mit Ingenieur Kock Verhaltensregeln für Baufirmen bei solchen Unfällen wie in Garbek erstellt werden.

 „Ich hoffe, dass die Firma daraus gelernt hat und beim nächsten Mal besser handelt und vor allem kommuniziert“, erklärte Anwohnerin Annett Pirk. „Ich erwarte, dass eine Firma sofort alles Notwendige zum Wohle der Anwohner unternimmt.“ Sie zweifelte aber ebenso wie ihre Schwiegermuter Renate Pirk. „Ich glaube nicht, dass sie daraus lernen“, meinten sie.

 Ungeklärt ist noch, wie die neuen Glasfaserleitungen jetzt in der Lindenstraße in die Erde kommen. Der WZV will die Asphaltdecke öffnen. „Wir wollten eigentlich bei Ihnen nicht mehr bohren“, erklärte Meike Brors vom WZV. Wann der Bau fortgesetzt wird, entscheiden Siegfried Levermann und die MUP. „Ich muss mir erst ganz genau alle Pläne anschauen und sehen, wie wir am besten durch diese Straße kommen“, erklärte er.

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