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66 Jahre im Dienste der Bildung

VHS Kaltenkirchen 66 Jahre im Dienste der Bildung

Anlässlich ihres 66-jährigen Bestehens lud die Volkshochschule (VHS) Kaltenkirchen-Südholstein im Bildungszentrum zu einem Empfang ein. Die sich daran anschließende Mitgliederversammlung wurde zu einem Rückblick auf die bewegte Entwicklung der letzten Jahrzehnte genutzt.

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Geschäftsführerin der VHS ist Nadja Hahn. Die Sprachwissenschaftlerin und zertifizierte Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache hat auch die pädagogische Leitung im Haus.

Quelle: Heinrich Pantel

Kaltenkirchen. Durch den Abend führten Manfred Feige, der Vorsitzende der VHS und des Aufsichtsrates, sowie Geschäftsführerin Nadja Hahn. Einen Überblick über die VHS-Geschichte lieferte ihr Ehrenvorsitzender Uwe Delfs. Der 80-Jährige erinnerte daran, dass im Jahre 1949 die ersten sieben Kurse angeboten wurden, dazu sechs Vorlesungen. Delfs betonte: „Von den 129 Hörern waren 60 erwerbslos.“ Der Ort habe im Gründungsjahr rund 4500 Einwohnern gezählt und sei das größte Dorf im Kreis gewesen. „Mehr als die Hälfte der Bürger waren Flüchtlinge.“

 In Abwandlung eines bekannten Ausspruchs zur Gesundheit meinte Delfs: „Bildung ist nicht alles, aber ohne Bildung ist alles nichts.“ Immer mehr Menschen faszinierten sich für die Idee des lebenslangen Lernens. Er selber habe mit 14 Jahren seinen ersten Kursus bei der VHS in Pinneberg belegt. Die Möglichkeit zur Weiterbildung habe ihn nicht mehr losgelassen.

 Nicht verschwiegen wurde trotz bester Jubiläumsstimmung, dass es für die VHS nach Jahren kontinuierlichen Wachsens zu einem großen Umbruch kam – und sie sich nun in einer Konsolidierungsphase befindet. Die wurde unumgänglich, nachdem von der Bundesagentur für Arbeit finanzierte Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte weggebrochen waren. Bürgermeister Hanno Krause verwies auf einen gerade ausgearbeiteten Vertrag zwischen Stadt und VHS. Der bietet der Bildungseinrichtung zunächst einmal Sicherheit. Der Verwaltungschef gab aber gleichzeitig zu bedenken: „Keiner kann den Preis bezahlen, den die Volkshochschule wirklich wert ist.“

 Die VHS muss neben den kommunalen Zuschüssen Mittel erwirtschaften, um den vollen Finanzbedarf zu decken. Die Bilanzsumme liegt derzeit bei einer knappen Million Euro. Von der Stadt werden rund 235000 Euro überwiesen.

 Geführt wird die VHS als gemeinnützige GmbH. 120 Mitglieder gehören zum parallel dazu bestehenden Verein. Er ist der Hauptgesellschafter der GmbH. Zum Aufsichtsrat zählen neben Manfred Feige Bürgermeister Hanno Krause, Hauke von Essen, Sven Peters, Siegfried Raabe, Marianne Schütt, Frank Stelling und Renate Volkland.

 2014 bot die VHS rund 500 Veranstaltungen an, die von etwa 5000 Teilnehmern besucht wurden. Derzeit beschäftigt sie 14 hauptamtliche Kräfte, zwei davon in Vollzeit. Dazu kommen etwa 150 freiberufliche Personen. Zum ersten Mal bekommt das Team Unterstützung über den Bundesfreiwilligendienst. Den leistet dort mit voller Stundenzahl die Schmalfelderin Pia-Marie Kaden. Die 17-Jährige machte vor wenigen Monaten als Jüngste und Beste am Kaltenkirchener Gymnasium ihr Abitur.

 Als langjährige Mitglieder wurden während der Versammlung geehrt: Uwe Delfs (für 50 Jahre), Adolf Wiese (45), Inge Delfs (40), Karl-Heinz Richter (35), Ruth Möckelmann (30) sowie Notburga Scheunemann (25).

 Einig waren sich während der Jubiläumsveranstaltung alle darin, dass die VHS unverzichtbare Bildungsarbeit leistet. Viel hängt von der Geschäftsführung ab. Die liegt seit 2013 in den Händen von Nadja Hahn. Für sie hatte Uwe Delfs ein großes Kompliment parat. Er erinnerte zunächst an einen bekannten Ausspruch: „Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.“ Der Ehrenvorsitzende fügte hinzu: „Das Feuer brennt auch in Frau Hahn.“ Die verbreitete in einem Pressegespräch viel Optimismus und verwies auf eine Fülle von Aktivitäten sowie auf ein großes Netzwerk, in dem die VHS aktiv vertreten ist. Sie sagte: „Wir sind zuversichtlich, dass wir Ende 2015 einen ausgeglichenen Haushalt schaffen.“

 Abgerundet wurde die Jubiläumsveranstaltung durch ein Jazzkonzert mit dem Wolfgang-Schlüter-Quartett. „Ein Ohrenschmaus“, wie Freunde der Musikrichtung bemerkten.

 Während des Empfangs kramten gerade diejenigen lebhaft in ihren Erinnerungen, die schon seit vielen Jahren dabei sind. Zu ihnen gehören Inge und Adolf Wiese. Das Kaltenkirchener Ehepaar nutzt insbesondere die Möglichkeiten, Sprachen zu lernen und hat Kurse für Englisch, Dänisch, Polnisch, Französisch, Italienisch und Schwedisch belegt. Gerade die Sprache unseres nördlichen Nachbarlandes hat es den beiden angetan. Ihr Sohn ließ sich dort als Mediziner nieder und gründete eine Familie. Mit den erworbenen Kenntnissen ist sogar eine Unterhaltung bei den deutsch-dänischen Treffen möglich. Inge Wiese schwärmte: „Die VHS ist eine tolle Sache. Das Angebot ist günstiger als bei einer Sprachschule.“ Ihr Mann, ein pensionierter Kraftfahrzeugmeister, der für einige Jahre sogar selber in die Rolle eines Dozenten schlüpfte und sogenannte Pannenkurse anbot, ergänzte: „Früher konnte man vieles in der Schule gar nicht lernen. Das lässt sich jetzt nachholen.“

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