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So klappt der Deutschunterricht

Kaltenkirchen So klappt der Deutschunterricht

Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen haben sich zahlreiche Ehrenamtler bereit erklärt, den neu Zugezogenen Deutsch beizubringen. Doch das ist gar nicht so einfach. Daher hat die Volkshochschule Kaltenkirchen-Südholstein ein Projekt initiiert, das in Schleswig-Holstein ein Novum ist: Ehrenamtliche Deutschlehrer wurden selbst geschult.

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Seit Anfang November wurden Ehrenamtler aus dem Kreis Segeberg an der VHS Kaltenkirchen-Südholstein geschult. Sie sollen in Zukunft noch gezielter Flüchtlingen Deutsch beibringen können.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Das Programm an acht Unterrichtstagen jeweils drei Stunden lang richtete sich explizit an Teilnehmer, die zuvor noch nicht auf professioneller Ebene Deutsch als Fremdsprache vermittelt hatten. Es handelte sich nicht um eine berufsqualifizierende Maßnahme, sondern um eine Hilfestellung im Alltag mit Flüchtlingen. In dieser Woche trafen sich die Teilnehmer in der VHS am Kretelmoor zu ihrer Abschlusssitzung.

 Geleitet wurde die Schulung von Nadja Hahn. Die Geschäftsführerin der Volkshochschule Kaltenkirchen-Südholstein ist Expertin in Sachen Deutsch als Fremdsprache und unterrichtet auch selbst Flüchtlinge im Rahmen von VHS-Kursen. Bei ihrer Ehrenamtler-Schulung waren nun 25 Teilnehmer aus dem ganzen Kreis Segeberg dabei. Einige unterrichten bereits Deutsch, andere wollen damit erst noch anfangen.

 Pro Schulungstag wurde ein Themenschwerpunkt besprochen. So ging es unter anderem darum, welches Unterrichtsmaterial sich für die Arbeit mit Flüchtlingen eignet, welche Inhalte in den Deutschstunden durchgenommen werden sollten und auf welche Art und Weise sie am besten vermittelt werden können.

 Besonders lehrreich waren für die Ehrenamtler die Unterrichtssimulationen. Dabei schlüpften sie selbst in die Rolle der Zuwanderer, Nadja Hahn trat als Lehrerin auf. In den Sequenzen wurde beispielsweise nachgestellt, wie es gelingen kann, den Flüchtlingen über Ritualisierungen das Abrufen deutscher Vokabeln und alltäglicher Sätze zu erleichtern.

 Das Interesse an der Schulung war derart hoch, dass eine weitere bereits geplant ist. Sie soll im kommenden Jahr stattfinden; die genauen Termine stehen noch nicht fest. Teilnehmen können dann Ehrenamtler, die dieses Mal nicht zum Zuge gekommen sind. Finanziert wird die Schulung aus Mitteln des Kreises Segeberg. Auf die endgültige Zusage muss die VHS allerdings noch warten.

 „Wir freuen uns, dass das Interesse an dem Projekt derart hoch ist“, sagte Nadja Hahn. Nicht nur die Rückmeldungen der Teilnehmer seien sehr positiv gewesen, sondern auch der Landesverband der Volkshochschulen habe sich positiv geäußert. Es werde bereits überlegt, das Projekt auf andere Teile Schleswig-Holsteins auszuweiten. Neu im Land ankommende Flüchtlinge sollen möglichst schnell in die Lage versetzt werden, auf Deutsch zu kommunizieren.

 Aus diesem Grunde dürfen sie inzwischen schon bald nach ihrem Zuzug an den ersten offiziellen Deutschkursen teilnehmen. Diese enden jedoch schon nach wenigen Wochen und finden in der Regel auch nicht täglich statt. Bis zur Teilnahme an Integrationskursen oder berufsvorbereitenden Sprachkursen vergeht weitere Zeit. Daher fällt nach wie vor ehrenamtlichen Deutschlehrern eine wichtige Rolle zu. Allein in Kaltenkirchen haben sie inzwischen zahlreiche Projekte auf die Beine gestellt. Unterrichtet wird zum Teil direkt in den Flüchtlingsunterkünften, zum Teil auch in öffentlichen Einrichtungen.

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