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Keine Tiger und Elefanten mehr?

Bad Bramstedt Keine Tiger und Elefanten mehr?

Wird es in Bad Bramstedt künftig keine Zirkusgastspiele mit Wildtieren mehr geben? Bündnis 90/Die Grünen setzen sich für ein Auftrittsverbot ein und stießen damit in den anderen Parteien auf ein geteiltes Echo. Die Stadtverwaltung wird zunächst eine Liste erarbeiten, für welche Tierarten ein Verbot gelten könnte.

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Der Zirkus „Las Vegas“ gastierte 2013 in Bad Bramstedt.  Ein Auftrittsverbot für Zirkusse mit Wildtieren wird in der Stadt diskutiert.

Bad Bramstedt. Pro Jahr gastieren drei bis vier Zirkusse in der Stadt. Die Verwaltung erlaubt ihnen, das Zelt auf einer Wiese am Lohstücker Weg aufzubauen, also auf städtischem Grund. Geht es nach den Grünen, soll damit möglichst schnell Schluss sein, zumindest, wenn die Unternehmen Wildtiere wie Elefanten, Raubkatzen, Affen oder Nilpferde dabei haben. „Diese Tiere lassen sich nur durch Qualen zwingen, gegen ihren Instinkt zu handeln“, argumentierte Fritz Bredfeldt (Grüne) am Dienstagabend im Hauptausschuss. „Kein Tier springt freiwillig durch einen brennenden Reifen.“ Seine Fraktionskollegin Iris Westenfelder sagte, es gebe in Deutschland 330 Zirkusunternehmen. Zwei Drittel davon hätten kein festes Winterquartier. „Das bedeutet, dass die Tiere das ganze Jahr in ihrem Wagen leben. Das ist nicht artgerecht.“

 Die Rechtslage ist aber nicht einfach. Mit einem solchen Wildtierverbot hatten bereits andere Städte Schiffbruch erlitten. Die Verwaltungsgerichte von Chemnitz und Darmstadt hatte entsprechende Ratsbeschlüsse als willkürlich und diskriminierend bewertet. Bad Bramstedts Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach, selbst Jurist, schlug vor, eine präzise Liste von Tieren aufzustellen, mit denen Zirkusse in Bad Bramstedt nicht gastieren dürfen. „Wir dürfen nicht willkürlich handeln“, sagte er, mit einer solchen Liste ließe sich das aber ausschließen. Generell sei es rechtlich durchaus möglich, einem Zirkus die Genehmigung zu versagen. Die Stadt könne schließlich über die Nutzung ihrer Grundstücke selbst entscheiden, erklärte Kütbach.

 Auf Vorschlag von Arnold Helmcke (SPD) wurde die Stadtverwaltung vom Hauptausschuss beauftragt, eine solche Liste zu erarbeiten. Sie soll dann in den Fraktionen beraten werden, ehe sie dem Ausschuss erneut vorgelegt wird. Damit hat der Antrag der Grünen durchaus Chancen auf Verwirklichung. Generelle lehnte ein solches Auftrittsverbot nur Werner Weiß ab, der Fraktionschef der CDU. „Bei den Zirkussen handelt es sich meistens um Familienunternehmen mit langer Tradition. Ich möchte denen nicht generell Tierquälerei unterstellen.“ FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim Behm meinte, dass das Tierschutzgesetz auch für Zirkusunternehmen gelte. Die Stadt sollte auf dessen Einhaltung achten. Über das Tierschutzgesetz hinausgehen sollte die Stadt aber nicht.

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