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Bombenalarm: Rathaus evakuiert

Verdächtiges Paket in Bad Segeberg Bombenalarm: Rathaus evakuiert

Ein verdächtiges Paket direkt vor dem Rathaus. Eine Bombe? Es sah nach einem lebensgefährlichen Drama aus, das sich am Ende als harmloses Erlebnis der Marke „vom Winde verweht“ entpuppte. Der Kampfmittelräumdienst hatte zuvor dennoch anrücken müssen.

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Die Lübecker Straße in Bad Segeberg wurde gesperrt, weil dieses verdächtige Paket vor dem Rathaus lag.

Quelle: Polizei Bad Segeberg

Bad Segeberg. Gegen 7 Uhr erschienen die Ersten aus dem Rathaus-Team vor dem Verwaltungsgebäude an der Lübecker Straße. Vor dem Briefkasten neben der gläsernen Eingangstür lag ein unordentlich wirkendes Paket, eingewickelt in hellbraunes Packpapier. Auch Plastikfolie war zu sehen. Einer Mitarbeiterin kam das Objekt hochgradig verdächtig vor. Sie argwöhnte: „Eine Bombe...?!“

Notruf. Wenig später trafen Polizei und Freiwillige Feuerwehr ein. Auch den Experten war bei diesem Anblick nicht geheuer, wie Polizeisprecher Nico Möller schildert: „Aufgrund des Ablageortes sowie der Beschaffenheit des Gegenstandes sperrte die Polizei das Gebiet um das Rathaus weiträumig ab und räumte das Gebäude.“ Bürgermeister Dieter Schönfeld, der nicht vor Ort war, erhielt telefonisch Nachricht.

Die Rathaus-Mitarbeiter wurden über den Hinterausgang ins Freie gebracht – bloß nicht direkt an der möglichen Sprengladung vorbei. Das direkt gegenüber liegende Hotel und Restaurant Bürgerstuben wurde ebenfalls evakuiert. „Die Gäste dort wollten gerade zum Frühstücken“, berichtete Wehrführer Mark Zielinski. „Wir haben sie zur Bäckerei Höhlenkrug gebracht.“ Während sich die Urlauber dort über Kaffee und Brötchen hermachten, raste aus Kiel ein Expertenteam des Kampfmittelräumdienstes nach Bad Segeberg. Die Entschärfer gehören zum Landeskriminalamt Schleswig-Holstein.

Die Freiwillige Feuerwehr, die mit 15 Mann in vier Fahrzeugen erschienen war, sperrte die Lübecker Straße für Autofahrer und Fußgänger in dem gefährdeten Bereich vollständig ab, ebenso die Kleine Seestraße. Am Marktplatz stand ein Rettungswagen in Bereitschaft. Die Polizei, die mit sieben Streifenwagen an dem Einsatz teilnahm, blockierte die Zufahrten Am Wege nach Stipsdorf und Am Kleinen See.

Inzwischen traf das Zwei-Mann-Team aus Kiel ein. Die erfahrenen Entschärfer ließen sich zunächst von den örtlichen Einsatzkräften in die Lage einweisen und nahmen anschließend das Paket unter die Lupe – zunächst einmal aus sicherer Entfernung. Langsam tasteten sich die Fachmänner anschließend in Schutzkleidung an das corpus delicti heran.

Standardprozedur bei solch einem verdächtigen Fund ist, den mysteriösen Gegenstand mit einem mobilen Röntgengerät zu durchleuchten. So geschah es auch hier. Auf dem Bildschirm erschien jedoch nichts, was auf eine Sprengladung schließen ließ. Das Paket schien nichts anderes als Plastik zu enthalten.

„Die Entschärfer gaben gegen 8.30 Uhr Entwarnung“, berichtet Polizeisprecher Möller. „Der Inhalt des Paketes war ungefährlich.“ Bei näherer Begutachtung zeigte sich, dass das Paket nur Müll enthielt. Möller: „Um 8.45 Uhr hoben die Polizeibeamten sämtliche Sperrungen auf. Auch das Rathaus konnte wieder betreten werden. Wohngebäude waren zu keinem Zeitpunkt des Einsatzes unmittelbar gefährdet.“

Blieb nur noch eine Frage: Wie war das Paket vor das Rathaus gekommen? Hatte es ein Unbekannter deponiert, um für Panik zu sorgen? Oder hat die Geschichte eine ganz harmlose Erklärung?

Während im Fußball der Videobeweis noch umstritten ist, wurde er in Sachen Rathaus-Paket gestern eingesetzt. Seit der Verwaltungsbau mehrfach von Vandalen und Krawallbrüdern mit Farbe attackiert worden ist, wird der gesamte Bereich vor dem Eingang mit Videokameras überwacht. Die Beamten hofften, das Gesicht desjenigen zu sehen, der das Paket abgelegt hat.

Zu sehen bekamen sie aber – niemanden. Wie Polizeisprecher Nico Möller nicht ohne Amüsement schildert, war es der Wind, der das hübsch verschnürte Müllpäckchen vor den Briefkasten geweht hat. So konnten alle Einsatzkräfte beruhigt wieder abziehen – und auch die Rathaus-Mitarbeiter können mit dem guten Gefühl ins Büro gehen, dass niemand ihren Arbeitsplatz in die Luft jagen wollte.

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