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„Dose“ in Bad Segeberg Ein Ort für alle

„Es hat etwas gedauert von der Idee bis zur Umsetzung“, sagt Petra Herrnbrodt-Schiefke – doch jetzt ist es so weit: „Wir haben den Verein für soziale Inklusion Bad Segeberg und Umgebung mit dem Namen ,die Dose‘ endlich gegründet.“

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Petra Herrnbrodt-Schiefke (rechts) ist die Vorsitzende der „Dose“ in Bad Segeberg.

Quelle: Patricia König

Bad Segeberg. Damit erfüllt sich nicht nur ein lang gehegter und erkämpfter Traum für die Fahrenkrugerin. „Jetzt können wir auch endlich richtig loslegen!“ Hauptberuflich ist die Ergotherapeutin seit neun Jahren in ihrem Job tätig. Vor kurzem hat sie sich mit einer eigenen Praxis an der Kirchstraße 4 (ehemals Bastelgeschäft Dose) selbständig gemacht. Doch daneben möchte sie sich zusammen mit Gleichgesinnten für die Inklusion von Menschen einsetzen, die Hilfe brauchen.

 An Wochenenden und an freien Tagen soll ihre Praxis Anlaufstelle sein. Angebote und Aktionen sind geplant, Hilfe wird gestellt oder vermittelt. Der Name des Vereins ist Programm: „In die Dose passt viel hinein“, sagt Petra Herrnbrodt-Schiefke.

 „Soziale Inklusion“, erklärt die zweifache Mutter, „hört nicht bei behinderten Menschen auf.“ Ihrer Auffassung nach betrifft die ungehinderte Teilhabe an allen Lebensbereichen „alle Menschen – und zwar gemeinsam“. Dazu sei es notwendig, nicht als Einzelkämpfer für deren Rechte einzustehen, sondern zusammen mit unterschiedlichen Menschen und Kooperationspartnern Wege zu finden, um Männer und Frauen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Sprache, Glauben, politischer Anschauung oder ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Fähigkeiten dabei zu unterstützten, eine positive Lebensperspektive zu erlangen und überall mitmachen zu können.

 Von diesem Idealzustand, der unter anderem im Grundgesetz und den Menschenrechtskonventionen fest verankert ist, sei man hierzulande allerdings noch weit entfernt, bedauert Petra Herrnbrodt-Schiefke. „Menschen, die eine Beeinträchtigung welcher Art auch immer haben, brauchen mehr Zeit und auch eine andere Art der Betreuung“, betont die 57-Jährige.

 Geplant sind offene Freizeitgestaltungen aller Art für Jung und Alt: Workshops, Vorträge, eine Ferienbetreuung in den Sommerferien für Kinder ab vier Jahren sowie Sportangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in einer Turnhalle. Dafür hat die Vorsitzende schon mit verschiedenen Schulen Kontakt aufgenommen. Zudem steht sie in Verhandlungen mit dem Rehabilitations- und Behinderten-Sportverband Schleswig-Holstein, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und mit dem Landesverband für mehrfach- und körperbehinderte Menschen Schleswig-Holstein.

 „Als weitere Kooperationspartner würde ich mir eine Zusammenarbeit auch mit der ,Praxis ohne Grenzen‘ und dem Verein ,Alleineinboot‘ wünschen“, sagt Petra Herrnbrodt-Schiefke, denn auch Obdachlose und Menschen mit Migrationshintergrund oder Asylbewerber seien dazu eingeladen, bei der „Dose“ mitzumachen.

 Alle Angebote sollen möglichst niederschwellig und flexibel gestaltet sein. „Wenn etwa die Fußballgruppe an einem Tag lieber schwimmen gehen möchte, dann sollen sie das tun können.“

 Neben einem konventionellen Bonusheft für Vereinsmitglieder geht der Verein auch unkonventionelle Wege – etwa bei der Bezahlung des Mitgliedsbeitrags. „Wer nicht viel Geld hat, der kann zum Beispiel mit Dosenpfand seinen Beitrag leisten.“ Fördermitglieder sollen mindestens 24 Euro im Jahr zahlen, reguläre Vereinsmitglieder zwischen 4 und 6 Euro im Monat.

 Am Freitag, 3. Juli, können alle Interessierten ab 14 Uhr in der Praxis an der Kirchstraße 4 erstmals Dosen abgeben, sich informieren und austauschen. Ab 19 Uhr steht Petra Herrnbrodt-Schiefke zusammen mit anderen Mitgliedern für spontane Treffen, Informationen und Freizeitgestaltungen zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter 04551/9696424.

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