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Retten Vereine die Beziehungen?

Bad Segebergs Städtepartnerschaften Retten Vereine die Beziehungen?

Ein Handschlag fürs Foto, Besuche von Kommunalpolitikern und Bürgermeistern – aus viel mehr bestehen die Bad Segeberger Städtepartnerschaften schon seit Jahren nicht mehr. Die weitgehend eingeschlafenen Beziehungen sollen jetzt noch zu gründende Vereine wieder auffrischen.

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Ein Treffen zwischen Teterows Bürgermeister Dr. Reinhard Dettmann (von links) mit seinem Bad Segeberger Amtskollegen Dieter Schönfeld und dessen Vor-Vor-Vorgänger Jörg Nehter.

Bad Segeberg. Die Weichen dazu hat die Stadtvertretung gestellt, aber der Optimismus, mit dem das Vorhaben angegangen wird, ist bei den Fraktionen sehr unterschiedlich ausgeprägt. „Die Frage ist, ob die Städtepartnerschaften weiterhin am Leben gehalten werden sollen“, sagt Sozialausschussvorsitzender Jens Lichte (SPD). „Nicht nur in den offiziellen Bereichen, sondern auch auf Bürgerebene.“

 Zuletzt hatten sich vor allem Bürgervorsteherin Ingrid Altner und Bürgermeister Dieter Schönfeld bemüht, die Kontakte nicht gänzlich abreißen zu lassen. Doch die Außenwirkung der Besuche und Gegenbesuche ist überschaubar. Daher nun der Versuch, die Verantwortung – ähnlich wie beim European Peoples’ Festival mit Erfolg praktiziert – an die Einwohner abzugeben.

 „Bürgergeführte Vereine stellen die Partnerschaften auf eine wesentlich breitere Basis“, sagt Bürgermeister Schönfeld. „Dies hat auch den Vorteil, dass die Partnerschaften nicht an Wahlperioden gebunden sind.“ Oft genug habe der Abschied eines engagierten Kommunalpolitikers ein Wegbröckeln der Beziehungen zur Folge gehabt.

 „Ich kann mich nicht so recht damit anfreunden“, sagte Thomas Krüger (Die Unabhängige) in der Stadtvertretung und hakte nach: „Ist die Verwaltung dann außen vor?“

 Dem soll laut Schönfeld nicht so sein. Stadtvertreter, Ausschussmitglieder und Rathaus-Mitarbeiter mit persönlichem Interesse an Städtepartnerschaften könnten diesem Bereich auch in der neuen Organisationsform treu bleiben, indem sie Mitglied im jeweiligen Verein werden. Die obersten Repräsentanten der Stadt sind zudem bereit, Besucherdelegationen aus den befreundeten Städten nach wie vor offiziell im Rathaus zu begrüßen, wenn es gewünscht ist.

 Der Bürgermeister stellt in Aussicht, dass die Kommune den Vereinen die jeweils rund 250 Euro für die Gründung als Anschubfinanzierung zur Verfügung stellt und später mit Zuschüssen zum Gelingen der Arbeit beiträgt. Nach etwa zwei Jahren will die Stadt schauen, ob die private Initiative zu einer Belebung der Beziehungen geführt hat – oder eben nicht. Schönfeld: „Wo dies nicht gelungen sein sollte, wäre dann allerdings auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Fortdauer dieser Städtepartnerschaften zu stellen.“

 Genau diese Einschränkung bereitet der Freien Wählergemeinschaft BBS einige Sorge. „Ich finde es nicht so gut, die Sinnfrage nach zwei Jahren zu stellen“, erklärt Fraktionsvorsitzender Torsten Bohlmann. „Man hat so ein bisschen das Gefühl, dann löst man die Städtepartnerschaften mal eben auf.“

 Sozialausschussvorsitzender Lichte kann sich ein Ende der Partnerschaften nicht vorstellen. „Das muss leben – durch Sie, durch uns! Es kann aber dabei rauskommen, dass gar kein Interesse mehr besteht. Einige Partnerstädte haben die gleichen Probleme wie wir.“ Die Reisen am 3. Oktober zum Tag der deutschen Einheit in Teterow (Mecklenburg-Vorpommern) seien mittlerweile zu reinen Seniorenausflügen geworden. Junge Leute seien so gut wie nicht mehr dabei.

 Hermann E. Westphal (FDP) sieht im Fortbestand der Städteverbindungen keinen großen Sinn mehr. „Das war doch gleich Null in den letzten Jahren.“ Sein Urteil fällt ernüchternd aus: „Im Grunde siechen die Städtepartnerschaften dahin. Man hätte gleich sagen sollen: Das war’s – daddeldu!“

 Doch nun werden erst einmal die Voraussetzungen für die Vereinsgründungen geschaffen. Dafür hatten sich in der Stadtvertretung immerhin 23 Kommunalpolitiker ausgesprochen. Es gab nur eine Gegenstimme und vier Enthaltungen. Nun werden Leute mit Elan gebraucht, die sich für Estland (Vöru), Polen (Zlocieniec), Israel (Kyriat Motzkin), Finnland (Riihimäki) und Mecklenburg-Vorpommern (Teterow) erwärmen können. Sie können sich im Rathaus (04551/9640) melden.

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