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A20: Kein Lärmschutz

Bad Bramstedt A20: Kein Lärmschutz

Die Einwohner des Ortsteils Bissenmoor können bei ihrem Kampf gegen die geplante Autobahntrasse A20 einen Teilerfolg verbuchen: Der Damm der Autobahn wird nun vier Meter niedriger geplant als ursprünglich vorgesehen. Doch die Einwohner fordern Lärmschutzwände.

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Hans Gerhard Wasmus, Einwohner von Bissenmoor, kritisiert den A20-Bau.

Quelle: Archiv

Bad Bramstedt. Nach Angaben des städtischen Bauamtsleiters Udo Reinbacher wird die durchschnittliche Lärmbelastung für die Bissenmoorer um 1 Dezibel niedriger ausfallen. Zufrieden sind die Einwohner damit nicht.

 Die Autobahn soll südlich vom Bissenmoor auf einem Damm verlaufen, damit sie die Bundesstraße 4 und die AKN-Schiene überqueren kann. Die alten Planungen sahen vor, diesen Damm auf langer Strecke bis auf eine Höhe von acht Metern ansteigen zu lassen. Die Anwohner befürchteten, dass sich der Schall dadurcweit über ihr Wohngebiet ausbreiten kann.

 Schon die vorherige CDU/FDP-Landesregierung hatte dann 2012 eingelenkt. Der damalige Verkehrsminister Jost de Jager sagte zu, den Damm niedriger zu planen, auch wenn die gesetzlichen Lärmschutzbestimmungen mit dem Acht-Meter-Damm eingehalten würden.

 Grund für die lange Auffahrtsrampe war der Grundwasserschutz. Das Oberflächenwasser von der Fahrbahn sollte an der Autobahn entlang und damit aus dem Wasserschutzgebiet rund um das Bad Bramstedter Wasserwerk geführt werden. Bei einem nunmehr steileren und kürzeren Damm kann dieses Problem allerdings mit Pumpen gelöst werden.

 Nach dem Regierungswechsel in Kiel war es dann ruhig geworden um die Autobahnplanungen bei Bad Bramstedt. Der A20-Bau war schon bei Bad Segeberg wegen unzureichender Untersuchungen zum Fledermausschutz gerichtlich gestoppt werden. Wann die Autobahn weiter gebaut wird, ist unklar. In der bis 2017 laufenden Legislaturperiode, das hat die Landesregierung klar gestellt, wird bei Bad Bramstedt jedenfalls kein Bagger rollen.

 Das Planfeststellungsverfahren läuft aber weiter. Dazu hatte es nun mehrere Anhörungstermine im Bad Bramstedter Schloss gegeben. Das Versprechen von Jost de Jager wurde in den Planungen offenbar umgesetzt. Der Damm fällt nun vier Meter tiefer aus. Der Schall kann sich dadurch nicht so weit ausbreiten.

 Der Wohnpark Bissenmoor liegt rund 400 Meter entfernt von der geplanten Autobahn. Das am nächsten gelegene Wohnhaus befindet sich nur 250 Metern von der Trasse entfernt, die hier noch eine Höhe von gut einem Meter haben wird. Das Haus gehört Hans Gerhard Wasmus, der sich an vorderster Front der Bissenmoorer A20-Initiative engagiert. Zufrieden mit dem tieferen Verlauf alleine ist er nicht. „Wir wollen Lärmschutz“, sagte er der SZ. Er sei bei den Erörterungsterminen dabei gewesen und habe seine Forderung auch vorgetragen. „Leider ohne Erfolg. Da dringen Sie nicht durch“, sagte Wasmus. „Die Planer sind wenig geneigt, etwas zu ändern, die entscheiden nur nach ihren theoretischen Berechnungen.“ Damit lägen sie innerhalb der Grenzwerte.

 Die Praxis werde aber anders aussehen, ist sich Wasmus sicher. Ganz in der Nähe sei die Anschlussstelle der Bundesstraße 4 an die A20 geplant. „Wenn dort ein Lkw auf die Autobahn fährt und voll beschleunigt, macht das großen Lärm. Das wurde überhaupt nicht berücksichtigt.“

 Die A20 sollte nach Meinung von Wasmus und seiner Initiative ohnehin weiter südlich gebaut werden. Die Planer könnten auf die sogenannte Nützener Beule verzichten, die einen Biotopverbund schützen soll. Die Autobahn wird zwischen B4 und A7 ein Stück nach Süden verschwenkt, mit der Folge, dass sie westlich der Bundesstraße 4 weiter nördlich verlaufen muss, damit keine zu scharfen Kurven entstehen. Wasmus und seine Mitstreiter, verweisen jedoch darauf, dass durch den Südschwenk noch mehr ökologisch wertvolles Land zerstört werde. Aber in der Anhörung drang er bei den Straßenplanern auch damit nicht durch.

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