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Wellen schlagen hoch

Rohlstorf Wellen schlagen hoch

Die Wellen schlagen hoch vor der für Mittwochabend geplanten Einwohnerversammlung zur Unterbringung von Flüchtlingen im Gasthof am See in Warder. Dann will Landrat Jan Peter Schröder die Karten auf den Tisch legen.

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Zankapfel: Der Gasthof am See in Warder ist als Unterkunft für Flüchtlinge umstritten.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Rohlstorf. Die „Bürgerinitiative Migrantenunterkunft Warder“ (BI) legt sich vorab in scharfem Ton mit Landrat Jan Peter Schröder an. Leise, aber deutlich und mit Herzblut bittet Altbürgermeister Gerhard Schramm, den Gasthof zu erhalten und von einem Kauf Abstand zu nehmen.

 Der Kreis ist daran interessiert, im Gasthof Am See Asylbewerber unterzubringen. Zirka 120 Plätze könnten dort eingerichtet werden. Die Gemeindevertreter haben einen Bürgerentscheid zu der Frage eingeleitet, ob Rohlstorf das Gebäude kauft und dem Amt Trave-Land als Quartier für etwa 80 Personen zur Verfügung stellt.

 Im Streit um die Unterkunft und die Zahl der dann dort wohnenden Menschen sind mittlerweile die beiden stellvertretenden Bürgermeister zurückgetreten.

 Die (BI) wirft dem Landrat vor, „möglichst kleine Ortschaften mit geringem Wählerpotenzial zu finden, um dort dann eine hohe Zahl an Migranten in menschenunwürdiger Enge zu platzieren“. Diese „rücksichtslose“ Unterbringung hält die BI „für unwürdig und problembeladen“ und erinnert an Straftaten im Zusammenhang mit Migranten in Schleswig-Holstein. Sie hat ein eigenes Konzept für die Unterkunft erarbeitet.

 BI-Sprecher Axel Weißhaupt unterstellt dem Landrat, die Bürger heute „ohne echte Beteiligung vor vollendete Tatsachen zu stellen“. Schröder habe zu keiner Zeit Gesprächsbereitschaft erkennen lassen.

 Ganz anders Gerhard Schramm, der von 1994 bis 2008 die Geschicke der Gemeinde lenkte. Als Altbürgermeister und alter Rohlstorfer hängt sein Herz an dem Gasthof, in dem früher so viele und schöne Feste gefeiert wurden. Und ganz in der Nähe, rund um die alte Kirche, spielt sich das kulturelle Leben der Gemeinde ab: Alte Schule, Badestelle, kirchliches Gemeindehaus, Pastorat und der Kindergarten gruppieren sich um das Gotteshaus und den Friedhof. „Das geht alles den Bach runter und gerät in Gefahr“, befürchtet Schramm, sollte der Gasthof zur Flüchtlingsunterkunft werden. „Damit bin ich als alter Bürgermeister nicht einverstanden.“

 Die angedachten Veränderungen gehen dem 75-Jährigen an die Nieren. „Sowohl für die Gemeinde als auch für den Kreis macht es keinen Sinn, den Gasthof zu kaufen“, ist er überzeugt.

 Die Versammlung beginnt um 19 Uhr in der Turnhalle in Warderfelde. Aus gesundheitlichen Gründen kann Schramm nicht daran teilnehmen. Doch er hofft, dass sein Appell auf fruchtbaren Boden fällt.

 Sowohl der Ex-Bürgermeister als auch die BI bedauern den Rücktritt von Lore Würfel als stellvertretende Bürgermeisterin. Weißhaupt: „Ihre Erfahrung und Kompetenz insbesondere im Finanzausschuss hätten die Gemeinde und die Migranten dringend gebraucht.“

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