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Schulleiter-Wahl vertagt

Kaltenkirchen Schulleiter-Wahl vertagt

Dass die Zeit knapp werden würde, war allen Beteiligten klar. Dass nun aber in absehbarer Zeit gar keine Schulleiterwahl für die Gemeinschaftsschule am Marschweg stattfinden darf, war dann doch eine Überraschung.

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Die Schüler haben zwar Ferien, im Verwaltungstrakt der Gemeinschaftsschule am Marschweg wird aber trotzdem gearbeitet.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Am Dienstag wurden Schule und Schulverband darüber informiert, dass die Stelle des Schulleiters zunächst nur kommissarisch besetzt werden kann. Die Aufgabe wurde Hartmut Vogt (57) übertragen.

 Der bisherige Schulleiter Klaus Noack geht zum 31. Juli in den Ruhestand. Unter normalen Umständen wäre seine Stelle in üblicher Weise ausgeschrieben und besetzt worden. Verkompliziert wird der Fall an der Gemeinschaftsschule am Marschweg nun allerdings dadurch, dass die Schule zum 1. August mit der Gemeinschaftsschule Erich Kästner fusioniert. Deren Schulleiter Uwe Stegemann geht gleichzeitig mit Klaus Noack in Pension. Das Problem ist jetzt: Die Schulleiterwahl müsste bis zum 31. Juli auf den Weg gebracht werden, das Kollegium der neuen Schule besteht allerdings erst einen Tag später. Auch einen Elternbeirat und eine Schülervertretung der neuen Schule gibt es vorher nicht. Weil Vertreter aus allen drei Gremien an der Schulleiterwahl beteiligt werden müssen, hat das Bildungsministerium Bedenken angemeldet und die Verschiebung der Wahl angeordnet, obwohl die Schulleiterstelle bereits ausgeschrieben war. Auch einen Bewerber für den Posten hatte es gegeben.

 Die unerwartete Nachricht aus dem Bildungsministerium erhielt Klaus Noack per Telefon. Er hatte Schulrat Jürgen Hübner angerufen, um nach dem neuesten Sachstand zu fragen. Die kommissarische Leitung der Schule hatte Hübner schon zuvor sicherheitshalber Hartmut Vogt übertragen. Dass dieser die Aufgabe nun wohl ein halbes Jahr lang übernehmen muss, war dann aber doch für alle Beteiligten eine Überraschung. Es ist davon auszugehen, dass der neue Schulleiter erst zum 1. Februar 2016 seine Arbeit aufnehmen kann.

 Hartmut Vogt kam vor gut zehn Jahren an die Gemeinschaftsschule am Marschweg, die damals noch eine Realschule war. Seine Unterrichtsfächer sind Physik, Mathematik und Informatik. Weil ihm in Zukunft 19,5 Stunden pro Woche zur Leitung der Schule eingeräumt werden, wird ihm kaum noch Zeit zum Unterrichten bleiben. Einen Ersatz für ihn im Fach Physik zu finden, hält Klaus Noack zurzeit für unmöglich. „Es gibt keine Kandidaten.“ Insgesamt sind an der neuen Schule fünf offene Stellen zu besetzen, davon jedoch nicht alle in Vollzeit.

 Dass ausgerechnet Hartmut Vogt zum kommissarischen Schulleiter ernannt wurde, war naheliegend. Er gehörte bereits zum Leitungsteam der Gemeinschaftsschule am Marschweg, war zuletzt Leiter der Lehrerkonferenz und außerdem Koordinator für den Wahlpflichtunterricht sowie für die Klassenstufen 5 und 6, also den Eingangsbereich der Schule. Der Norderstedter ist verheiratet, Vater von drei Kindern und auch schon Großvater von vier Enkeln.

 Unterstützt wird Hartmut Vogt bei seiner Leitungsarbeit künftig von drei Frauen. Als kommissarische Konrektorin steht ihm Ursel van Haag (60) zur Seite, die bereits seit 1980 an der Marschweg-Schule tätig ist. Sie gehört ebenfalls schon länger zum Koordinatorenteam und wird in Zukunft unter anderem für die Erstellung des Vertretungsplanes am Standort Marschweg zuständig sein.

 In der bisherigen Kästner-Schule an der Hamburger Straße sollen noch ein Jahr lang Gemeinschaftsschüler beschult werden. Die Leitung dort übernimmt Doris Lewerenz. Sie war zuletzt Koordinatorin an ihrer Schule, hat gerade ein einjähriges Sabbatjahr beendet und kehrt zum 1. August in den Schuldienst zurück. Mit dem Umzug einer Schule kennt sich die 63-jährige Lentföhrdenerin aus, denn sie hat 2009 bereits die Zusammenlegung von Lakweg-Schule und Geschwister-Scholl-Schule zur damaligen Regionalschule Erich Kästner miterlebt. „Ich weiß, dass auf uns nun ein gewaltiger Arbeitsaufwand zukommt“, sagte sie am Mittwoch bei einem Treffen des neuen Leitungsteams in der Marschwegschule. Auch Überzeugungsarbeit müsse noch viel geleistet werden, denn Eltern und Schüler der Kästner-Schule hängen an ihrem Standort. „Es gibt dort noch eine große Scheu vor dem Umzug, weil die Schüler aus einer überschaubaren Umgebung an eine sehr viel größere Schule wechseln müssen.“

 Koordinatorin am Standort Hamburger Straße wird Dörte Scheel. Die Boostedterin ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und seit 2000 an der Hamburger Straße als Lehrerin beschäftigt.

 Die neue Schule wird im nächsten Schuljahr insgesamt rund 800 Schüler haben. 180 davon waren bislang Kästner-Schüler. Die künftigen Sechstklässler ziehen bereits zum neuen Schuljahr an den Marschweg, eine neue 5. Klasse wurde an der Hamburger Straße nicht mehr genehmigt. Die übrigen Klassenstufen sollen im Sommer 2016 an den Marschweg übersiedeln.

 Von seinen Ferien hat das neue Leitungsteam bislang nicht viel gehabt, denn die Zusammenlegung der Schulen muss nun organisiert werden. Am Mittwoch beispielsweise wurde die Verwaltungssoftware beider Standorte zusammengeführt. Das hat unter anderem zur Folge, dass sich die E-Mail-Adressen der bisherigen Kästner-Schule ändern. Auf den alten Adressen ankommende Mails erreichen aber auch weiterhin ihr Ziel – per Umleitung.

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