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Die GEWA ist so groß wie nie

Wahlstedt Die GEWA ist so groß wie nie

Mit fast hundert Ausstellern ist die GEWA so groß wie noch nie. Am Freitag öffnete die Gewerbe- und Industrieschau ihre Pforten. Bürgermeister Matthias Bonse erwartet, dass an den drei GEWA-Tagen zwischen 17000 und 20000 Besucher durch die Schule flanieren. Der Eintritt ist wie immer frei.

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Franz Schweiger (rechts) kaufte Andrea und Roman Lehmkuhl vom Tennisclub Rot-Weiss Wahlstedt zehn Lose ab.

Quelle: Alexander Christ

Wahlstedt. Bevor das Publikum in die Poul-Due-Jensen-Schule strömen durfte, gab es eine interne Eröffnungsfeier im Festzelt. Bürgermeister Bonse, der zum wiederholten Male Schirmherr der Veranstaltung ist, wies auf die Vielfalt der regionalen Firmen hin. „Wir haben hier alles vom Ein-Mann-Betrieb bis hin zum Unternehmen mit vielen hundert Mitarbeitern“, sagte der Rathaus-Chef.

 Zuletzt hatte es bei der vom Wahlstedter Gewerbeverein organisierten Schau, die es seit den 1970er Jahren gibt, um die 70 bis 80 Aussteller gegeben, doch das wurde nun noch einmal gesteigert. In zwei Jahren bei der nächsten GEWA sollen es dann über 100 Stände sein, hofft der Bürgermeister.

 Diese Zahl peilt auch Armin Reher an, der im Vorstand des 60 Jahre jungen Gewerbevereins für die GEWA zuständig ist. „Auch wenn es langsam eng wird in der Schule.“ Reher griff das Thema Wirtschaft von der grundsätzlichen Seite her auf. „Die Zeiten haben sich geändert und ändern sich laufend – stündlich, täglich“, sagte Reher in seiner Eröffnung. „Was gestern noch gut war, ist heute überholt.“ Dieser Herausforderung hätten sich auch die Wahlstedter Betriebe zu stellen. Man müsse verhindern, dass die Kundschaft „weiterhin ins Internet und in die großen Städte wegläuft“, sagte er. Dafür sei solch eine Leistungsschau genau das richtige Signal. Schließlich bekommen die Menschen vieles von dem, was das weltweite Netz bietet, auch bei sich vor der Haustür – und eine freundliche Beratung noch dazu. Auch die Segeberger Zeitung ist mit Aktionen für Jung und Alt auf der GEWA vertreten.

 Neben all den interessanten Ständen ist die große GEWA-Tombola wieder eine der Hauptattraktionen. „Wir haben 2500 Preise bei 20000 Losen“, erklärte Reher. „Jedes achte Los gewinnt. So’n gutes Verhältnis hatten wir noch nie.“ Unter anderem werden, Fahrräder, Flachbildfernseher und vieles mehr unter die Leute gebracht.

 Wer eine Niete zieht, kann auch noch gewinnen. Er sollte seine Kontaktdaten darauf schreiben und das Ganze in eine der großen Los-Tonnen werfen. An jedem Tag wird auf diesem Wege noch ein Tablet-Computer vergeben. Für den Losverkauf ist ein 35-köpfiges Team des Tennisclubs Rot-Weiss Wahlstedt zuständig.

 Die Tombola-Preise werden erstmals nicht auf der Bühne in der Pausenhalle der Schule präsentiert, sondern in der benachbarten Turnhalle. Auf der Bühne ist erstmals ein gemütliches Café eingerichtet, das von Yvonne Duszat und ihren Mitarbeiterinnen aus dem „Kleinen Klöncafé“ betreut wird.

 Die Diskussion um die SPD-Kritik an Bürgermeister Matthias Bonse und GEWA-Organisator Uwe Zeitter geht in die nächste Runde. Nachdem die SPD sich darüber beklagt hatte, dass sich im Gegensatz zu 2014 keine Parteien auf der Gewerbe- und Industrieschau präsentieren dürfen, hat die CDU gekontert.

 „Schade, dass eine so etablierte und erfolgreiche Ausstellung jetzt als Spielball dem SPD-Wahlkampf dienen soll“, sagt CDU-Fraktionschef Jan Christoph. „Gerade die GEWA ist ein Aushängeschild für Wahlstedt und hat solches nicht verdient!“

 Zwar sei es „richtig und wichtig, dass den Parteien Platz für ihre Anliegen gewährt wird“, findet Christoph, doch solle man „hier andere Orte wählen, zumal es auch der Wunsch der Organisatoren ist, der akzeptiert werden sollte.“ Das habe Bürgermeister Bonse umgesetzt und sich damit (Christoph: „Wie es sich gehört“) neutral und unpolitisch verhalten. „Das Getöse der SPD ist nur so zu verstehen, dass ihr die Sachargumente fehlen.“

 Auch bei der Eröffnung der Veranstaltung wurde gestern in den Redebeiträgen mehrfach auf den Disput angespielt. „Wir sind eine unpolitische GEWA“, betonte Gewerbevereins-Vorstand Armin Reher. Auch in der Vergangenheit hätten Parteien die Schau nicht als Werbeplattform nutzen dürfen. Nur das letzte Mal habe sich die SPD über den von sozialen Einrichtungen getragenen „Markt der Möglichkeiten“ „naja... reingeschmuggelt...will ich nicht sagen“, erklärte Reher. Sollte die GEWA-Leitung die eine Partei zulassen, müsste sie auch andere nehmen – im Zweifelsfalle auch die eher extremen. Das wolle man nicht.

 Matthias Bonse sah die Lage entspannt. „Dass man sich über den Bürgermeister empört, gehört zur Stellenbeschreibung dazu“, sagte er locker. „Nur für Geschäftsführer Uwe Zeitter tut es mir leid.“ Bonse halte die Entscheidung, die Politik draußen zu lassen, „für absolut richtig so“.

 Der GEWA-Vorstand will sich in den nächsten Tagen mit der SPD zum Gespräch treffen.

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