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Ausreißer Bat ist wieder da

Happy End in Wahlstedt Ausreißer Bat ist wieder da

Selten hat ein Tierschicksal in Wahlstedt für so viel Aufsehen gesorgt wie das des seit mehreren Wochen vermissten Hundes Bat. Am Wochenende hatte der Albtraum von Besitzerin Nathalie Büll-Testorp aus Hamburg nun ein Ende. Ihr Liebling ist wieder da.

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Bat ist nach neun Woche wieder aufgetaucht.

Quelle: Helga Jaacks

Wahlstedt. Der schwarze Mischlingsrüde konnte mithilfe eines Betäubungsgewehrs eingefangen und anschließend in der Wahlstedter Tierklinik medizinisch versorgt werden. Von dort war Bat während einer Behandlung damals auch verschwunden. „Ich bin so unendlich glücklich – danke für alles“, strahlte die Halterin nach dem Happy End.

 Schlaflose Nächte, viele Tränen und das ständige Suchen nach ihrem Begleiter haben an den Nerven von Büll-Testorp gezerrt. Vor neun Wochen war der Rüde, der erst seit fünf Monaten bei der Familie lebte und vorher als Kettenhund auf Mallorca gehalten worden war, aus der Klinik am Wiesenweg entwischt. Mal wurde er danach am Oberen Streemweg bei den Bahnschienen gesichtet, dann wieder in der Nähe der Einrichtung; tagelang aber auch gar nicht. Eine schlimme Zeit auch für die drei Kinder. „Hör doch endlich auf zu suchen; der lebt doch gar nicht mehr“, hätten ihr Freunde geraten, erzählte Nathalie Büll-Testorp der SZ.

 Neben vielen Helfern, die auch durch die vielen Suchplakate aufmerksam geworden waren, nahmen sich auch Jäger der Sache an. Immer mal wieder bekamen sie den extrem scheuen und verängstigten Hund zu Gesicht, der sich vermutlich von achtlos entsorgten Müllresten ernährte. „Die Jäger haben uns sehr unterstützte“, lobte Tierarzt Clemens Kampmann. Mit im Team war auch Bianca Bartels vom Suchhundezentrum Nord-Ost aus Bad Bramstedt, die mit ihrer Labradorhündin Stella und ihren zwei Kolleginnen immer wieder die Spur von Bat aufnehmen konnte. „Der Dog-Trailer ist darauf spezialisiert, andere Hunde zu finden“, erklärt die Fachfrau. Er könne anzeigen, welchen Weg der Gesuchte genommen hat, in welchem Gebiet er sich aufhält oder ihn sogar direkt auffinden. „Für den Hundeführer ist ein umfangreiches Wissen über das Verhalten entlaufener und flüchtender Hunde nötig, damit man das aufgespürte Tier nicht nur weiter vor sich her treibt.“

 Mal war es in Fahrenkrug, mal in Fehrenbötel, dann in Rickling und auch in Heidmühlen, wo der Hund gesichtet wurde. Als Bat schließlich immer in der gleichen Gegend um Schönmoor auftauchte, übernahm ein junges Jägerpaar die Einrichtung eines Futterplatzes und das Auslesen der aufgestellten Wildkamera. Bat kam morgens zwischen 8 und 9 Uhr zum Fressen und abends nochmal zwischen 17 und 18 Uhr. Ein Pfeil aus einem Narkosegewehr sollte der Flucht schließlich ein Ende bereiten. Für Heino Krannich vom Tierparkservice aus Coppenbrügge in Niedersachsen eine Aufgabe, die er schon oft bewältigt hat. Über einhundert Hunde wurden von ihm schon auf diese Weise betäubt.

 Dafür wurde für den Fachmann ein Planwagen über Tage immer wieder ein Stückchen näher an die Futterstelle gerückt. Am Freitag war es dann soweit. Heino Krannich hatte seine geschützte Position darin eingenommen; doch Bat ließ sich an diesem Tag nicht blicken. 13 Stunden lang saß der 56-Jährige in seinem Versteck – ohne Erfolg. Erst am Sonnabendmorgen trieb der Hunger den Hund wieder zur Futterstelle. Krannich zielte und traf ihn genau hinter dem Schulterblatt; dort, wo der Pfeil sitzen muss, um den Hund nicht unnötig zu verletzen. Rund 250 Meter schaffte Bat noch, dann wirkte die maßgeschneiderte Narkose.

 Bat geht es gut; nur dünn geworden ist er: Rund zehn Kilogramm hat er auf seiner langen Reise verloren. Doch seine dunklen Augen zeigen Glück. Jetzt wird er zu Hause aufgepäppelt und umsorgt. „Ich danke allen Menschen, die sich um uns so wunderbar gekümmert haben“, sagt Nathalie Büll-Testorp, die jetzt genau wie ihr Hund erstmal zur Ruhe kommen muss.

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