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Feinheimisch statt Fast Food

Wahlstedt Feinheimisch statt Fast Food

Die Wahlstedter Poul-Due-Jensen-Schule gehört als neuestes Mitglied zur stetig wachsenden „Feinheimisch“-Familie um Angela Schulze-Hamann, Inhaberin des gleichnamigen Landgasthofes in Blunk. 15 Jugendliche haben an der Premiere in Wahlstedt teilgenommen.

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Robert Tuominen (15, von links) aus Högersdorf durfte mit Jungkoch Chris Hohenegger aus Schönböken und seinen Schulkameradinnen Anna Faroyan (14) und Jamie Ewald (14) aus Wahlstedt in der Poul-Due-Jensen-Schule „feinheimisch“ kochen.

Quelle: Andreas Wicht

Wahlstedt. „Feinheimisch“ ist ein Netzwerk von Landwirten, Küchenchefs und Gastronomen, privaten Mitgliedern und gewerblichen Förderern, die sich als Bewahrer und Förderer einer genussvollen, nachhaltigen und regional geprägten Esskultur in Schleswig-Holstein verstehen. Zentraler Grundsatz: 60 Prozent der verwendeten Rohstoffe für die Küche müssen aus der Region stammen.

 „Unser Ziel ist es, die feinheimische Küche fest in unseren Unterricht zur Verbraucherlehre zu integrieren“, erläuterte Schulleiter Hans-Peter Hübner. Denn die Kochstunden mit dem Landhaus Schulze-Hamann seien zunächst nur so etwas wie der erste Versuchsballon. Noch träfen sich Anleiter und Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

 Angefangen hatte das Projekt mit drei Auswärtsterminen: Besuchen im Restaurant in Blunk, bei einem milchproduzierenden Betrieb in Rickling und einem regionalen Kräuterproduzenten. Nun treffen sich die jungen Leute sechs Mal jeweils montags zu Kochkursen, von denen jeder ein eigenes Motto bekommt. Die erste Zusammenkunft in der Lehrküche der Poul-Due-Jensen-Schule stand unter dem Begriff „Schnippeln und Salate“. Den Abschluss soll am 21. März eine Präsentation bilden. „Es geht uns darum, jungen Menschen zu zeigen, wo ihr Essen herkommt. Sie sollen vom Teller bis zum Acker alles zurückverfolgen können und die Ursprünge ihrer Nahrung kennen“, erläuterte Angela Schulze-Hamann den Ansatz. Kaum ein Teilnehmer habe zunächst gewusst, wie Rote Bete aussieht oder wie sich Holsteiner im Winter regional mit Vitaminen versorgen können. Auch wie sich eine selbst geernete Mohrrübe geschmacklich von einer vom Discounter unterscheidet, sorgte schon für ein kleines Aha-Erlebnis.

 Besonders schnell findet Jungkoch Chris Hohenegger Zugang zu den Teenagern. Er ist als frisch gebackener Koch und ehemaliger Lehrling im Landhaus Schulze-Hamann ganz und gar feinheimisch in den Beruf gewachsen. „Ich betreue ehrenamtlich dieses Projekt, um den Jugendlichen mit viel Spaß am Kochen zu zeigen, wie schnell man frisch und lecker kochen kann, anstatt sich immer nur mit Fast Food vollzustopfen“, freute sich der Schönbökener. Jamie Ewald (14) aus Wahlstedt ist mit Feuereifer bei der Sache: „Ich stehe zuhause selbst oft und gerne am Herd und möchte hier lernen, frisch und gesund zu kochen.“

 Den Verein „Feinheimisch – Genuss aus Schleswig-Holstein“ hatten sieben Gastronomen im Jahr 2007 gegründet. Heute besteht das Netzwerk aus 32 Hotels und Restaurants sowie 49 Produzenten und Förderern. Feinheimisch-Köche bevorzugen nicht nur regionale Produkte, sondern verzichten nach Möglichkeit komplett auf Fertigprodukte. Wichtiger Teil der Vereinsarbeit ist die kulinarische Bildung. Dazu gehören auch Projekttage und Angebote wie das an der Wahlstedter Schule.

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