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Gasthof wird zum Baugebiet

Wahlstedt Gasthof wird zum Baugebiet

Die „unendliche Geschichte“ um das ehemalige Wahlstedter Lokal Gaedeckes Gasthof scheint sich doch noch zu einer Erfolgsgeschichte zu wandeln: Denn der Schandfleck mitten in der Industriestadt soll bald der Vergangenheit angehören. Geplant ist, dort ein kleines Wohngebiet zu errichten.

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Seit über 16 Jahren steht das Haus schon leer. Nun dürfte das frühere Lokal bald abgerissen werden.

Quelle: Karsten Paulsen

Wahlstedt. Der Eigentümer des Anwesens hat die Immobilie an einen Investor verkauft. Das bestätigte Bürgermeister Matthias Bonse auf Anfrage der Segeberger Zeitung. Der Käufer habe inzwischen ein Konzept für die künftige Gestaltung der Fläche im städtischen Bau- und Planungsausschuss vorgestellt. Inwieweit sich das angrenzende Eichestadion, in dem seit Jahren kein Sportbetrieb mehr stattfindet, in die Planungen einbezogen werden kann und soll, ist derzeit unklar. Das dortige Gelände ist für etwa 110 Wohneinheiten ausgelegt.

 Mit dem Abriss des Wahlstedter Hofs wird in Wahlstedt eine lange Gastronomietradition zu Ende gehen. Im Jahre 1880 hatte der Bauernvogt Wilhelm Hinze die Konzession zum Ausschank von Getränken auf seinem Bauernhof erhalten. Bis 1962 blieb die Gastwirtschaft, die sich im damaligen Dorf Wahlstedt rasch etablierte, in der Hand der Familie Hinze. Zuletzt wurde das Restaurant von Alma Eckert, einer geborenen Hinze, als „Eckerts Gasthof“ geführt.

 Danach bekam das Haus den Namen, unter dem es noch heute den meisten Wahlstedtern geläufig ist: Gaedekes Gasthof. Der aus Mecklenburg stammende Hotelier Arthur Gaedeke wurde Anfang der 60er Jahre der neue Eigentümer. Seine Familie leitete den Betrieb bis 1983. Danach stand ein Ehepaar namens de Camp hinter dem Tresen. 1989 wurde das Lokal geschlossen. Das Grundstück wurde zwangsversteigert.

 Zunächst fand sich kein Käufer, so dass die Kreissparkasse Segeberg das Gelände übernahm. Sie verkaufte es Mitte 1990 an den Hamburger Gastwirt Sami Cagri. Der gebürtige Türke benannte das Haus in „Antalya - Gaedekes Gasthof“ um. Die erste spektakuläre Veranstaltung dort war die Wiederwahl des damaligen Bürgermeisters Rudolf Gußmann im Losverfahren.

 Doch sechs Jahre später stand die nächste Zwangsversteigerung an. Wieder herrschte in Sachen Käufer Fehlanzeige, bis der Kaufmann Werner Wohlfeil den Zuschlag erhielt. Zunächst sollte Gastwirt Neil Thompson die Musikkneipe „Hyde Park“ eröffnen, doch dann machte Andreas Wulfes den „Wahlstedter Hof“ auf. Nach seinem Abschied im März 2000 steht das Gebäude leer - und verfällt. Das einst gastliche Haus mit zufriedenen Besuchern, Sportkeglern und glanzvollen Bällen ist nur noch eine Erinnerung.

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